WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat einer zweiwöchigen Waffenruhe im Irankrieg mit sofortiger Wirkung zugestimmt. Auf seiner Plattform „Truth Social“, schrieb er am Mittwochmorgen deutscher Zeit, dass er sich „unter der Bedingung, dass die Islamische Republik Iran einer vollständigen, sofortigen und sicheren Öffnung der Straße von Hormuz zustimmt“, dazu bereit erklärt habe.
Eine Bestätigung kam dazu postwendend aus dem Iran: „Für einen Zeitraum von zwei Wochen wird die sichere Durchfahrt“ durch die Meerenge möglich sein, erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf X. Er sagte umgekehrt, Voraussetzung dafür sei, dass „die Angriffe auf den Iran aufhören“.
Am Freitag sollen laut Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif zudem Friedensverhandlungen in der Hauptstadt seines Landes beginnen. Er lade die Delegationen beider Länder für übermorgen „nach Islamabad ein, um die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung aller Streitigkeiten fortzusetzen“, schrieb er auf X. Er lobte: „Beide Seiten haben bemerkenswerte Weisheit und Verständnis bewiesen und sich weiterhin konstruktiv für Frieden und Stabilität eingesetzt. Wir hoffen inständig, dass die Gespräche in Islamabad zu einem dauerhaften Frieden führen.“
Die bemerkenswerte Rolle Pakistans
Trump wiederum begründete seine Entscheidung „auf der Basis von Gesprächen mit Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir aus Pakistan“. Darin hätten diese ihn gebeten, „den Einsatz der zerstörerischen Gewalt, die heute Nacht gegen den Iran gerichtet werden sollte, auszusetzen“. Dem habe er zugestimmt, wenn der Iran die wichtige Schifffahrtsroute freigebe. Pakistan hatte vier Stunden vor Ablauf des Ultimatums einen Kompromissvorschlag an den Iran und die USA unterbreitet (die JF berichtete).

Offenbar ist der Iran auch unter dem Druck von Trumps martialischen Drohungen eingeknickt. Der US-Präsident hatte noch am Dienstag angekündigt: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wiederkehren.“ Auf Truth Social hatte er außerdem geschrieben: „Ich will das nicht, aber es wird wohl so kommen.“
Doch Trump sprach in seinem aktuellen Post zum Waffenstillstand nicht davon, dass diese Methode erfolgreich gewesen sein könnte. Er schlug einen für seine Verhältnisse versöhnlichen, diplomatischen Tonfall an und vermied fast jedes Triumphgefühl.
Waffenstillstand auch im Libanon
Pakistans Regierungschef Sharif verkündete auf X weitere Einzelheiten. Demnach haben der Iran und die USA sowie ihre Verbündeten einer sofortigen Waffenruhe auch im Libanon und andernorts zugestimmt. Heißt: Überall im Nahen Osten sollen nun die Waffen schweigen. Im Südlibanon war Israel zuletzt einmarschiert und hatte Stellungen der von Iran unterstützten Terrormiliz Hisbollah attackiert, nachdem diese wiederholt Raketen auf Israel abgefeuert hatte.
Allerdings wurde Israel in der Nacht weiter mit Raketen beschossen. In den Städten Petach Tikva und Bnei Brak seien nach der verabredeten Waffenruhe Sprengkörper eingeschlagen, meldete die israelische Nachrichtenseite „ynet“. Kurz darauf heulten im Zentrum und Süden des Landes erneut die Sirenen. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee auf Telegram mit.
Der US-Präsident betonte noch vor den Angriffen auf seinen Verbündeten: „Das stellt einen beiderseitigen Waffenstillstand dar!“ Er begründete dies auch damit, „dass wir bereits alle militärischen Ziele erreicht und sogar übertroffen haben und zudem bei der Erarbeitung eines endgültigen Abkommens über einen langfristigen Frieden mit dem Iran sowie einen Frieden im Nahen Osten bereits sehr weit vorangekommen sind“.
Trump will während der Waffenruhe verhandeln
Trump sprach von einem „Zehn-Punkte-Vorschlag“, den seine Regierung erhalten habe. „Wir sind der Überzeugung, dass dieser eine tragfähige Grundlage für Verhandlungen darstellt.“ Außerdem seien „fast alle der verschiedenen Streitpunkte der Vergangenheit zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bereits beigelegt“ worden.
Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran teilte mit, die Friedensgespräche in Pakistan seien zunächst für eine Dauer von zwei Wochen angesetzt. Das Regime werde einer dauerhaften „Einstellung der Kampfhandlungen erst zustimmen, wenn die Verhandlungen zum Erfolg geführt haben“.
Der US-Präsident schrieb, die zwei Wochen der Waffenruhe werden „dazu dienen, das Abkommen endgültig fertigzustellen und zu besiegeln“. Es sei ihm „eine Ehre, dass die Lösung dieses langjährigen Problems nun in greifbare Nähe gerückt ist“. Dabei sprach er nicht nur als Präsident der USA, sondern auch „in meiner Eigenschaft (…) zugleich als Vertreter der Länder des Nahen Ostens“.
Der Öpreis bricht ein
Nach der Verkündung der Waffenruhe sind die zuletzt stark gestiegenen Ölpreise deutlich eingebrochen. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni sackte um rund 16 Prozent auf 92 US-Dollar (79 Euro) ab. Es ist der niedrigste Wert seit Mitte März.
Indes hat die US-Regierung eine Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine für den heutigen Mittwoch um 14 Uhr deutscher Zeit angekündigt. (fh)





