Händlersaal der Frankfurter Börse
Händlersaal der Frankfurter Börse: Dax bricht ein Foto: picture alliance/imageBROKER
Coronakrise

EZB steckt weitere 120 Milliarden Euro in Anleihenkäufe / Dax bricht ein

FRANKFURT/MAIN. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag ein Notfallpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise angekündigt. Die Währungshüter stecken demnach bis zum Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe.

Um kleine und mittelgroße Unternehmen zu unterstützen, sollen Banken besonders günstige Kredite erhalten, wodurch die Geldinstitute von der Krise betroffenen Branchen und Unternehmen mit Geld versorgt werden können. Den Leitzins im Euroraum sowie den Einlagenzins für Banken beließ die EZB auf dem Niveau von null beziehungsweise minus 0,5 Prozent.

Zuvor hatten bereits andere große Zentralbanken wegen der Folgen der Coronakrise ihre Geldpolitik gelockert. Die Federal Reserve in den USA senkte den Leitzins um einen halben Prozentpunkt. Die Bank von England reduzierte ihre Leitzinsen um denselben Wert. Auch von den Währungshütern in Japan werden für kommende Woche eine Lockerung der Geldpolitik erwartet, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Aktienkurse brechen weiter ein

Unterdessen hat der US-Aktienmarkt am Donnerstag zum zweiten Mal in dieser Woche einen „Circuit Breaker“ ausgelöst, wodurch der Handel für 15 Minuten unterbrochen wird. Zuvor hatten der Leitindex Down Jones und der S&P 500 ein vorbörsliches Minus von mehr als sieben Prozent angedeutet.

Auch der deutsche Leitindex Dax fiel am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit dem Sommer 2016. Am Mittag verlor der Dax mit 6,22 Prozent 649 Punkte und rutschte dadurch unter die Linie von 10.000 Punkten. Zwischenzeitlich betrug das Minus rund zehn Prozent. In weniger als einer Handelswoche büßte der Index damit rund 16 Prozent ein. Der MDax, ein Index, der die 60 wertvollsten Unternehmen nach dem Dax abbildet, sackte um fast sechs Prozent ab.

Ökonomen rechnen mit Konjunktureinbruch

Auch der Goldpreis ging um 3,5 Prozent zurück. Kostete eine Feinunze vor wenigen Tagen fast 1.700 Euro, ist sie aktuell noch rund 1.580 Euro wert. Das Institut für Weltwirtschaft rechnet mit einem harten Konjunktureinbruch. Die Ökonomen erwarten für das laufende Jahr ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft um 0,1 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung sehen sie für die gesamte Eurozone voraus. Im kommenden Jahr sei dann wieder mit einem kräftigen Aufschwung zu rechnen.

Der Volkswagen-Konzern teilte derweil mit, in China zeichne sich eine erste Besserung ab. Derzeit seien bis auf zwei wieder alle 33 Werke am Netz. „Wir sind im Wesentlichen im Ein-Schicht-Betrieb unterwegs“, sagte ein VW-China-Manager laut der dpa. Dies werde nun sukzessive hochgefahren. „Wenn sich das so fortsetzt, sind wir vorsichtig optimistisch, dass wir im Juni oder Juli wieder auf Vorjahresniveau sind.“ (ls)

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