WOLFSBURG. Europas größter Autobauer Volkswagen hat zum Jahresauftakt einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet und sieht grundlegenden Reformbedarf. „Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend verändern und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen“, erklärte Finanzchef Arno Antlitz am Donnerstag.
Der Nettogewinn ist im ersten Quartal um 28,4 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gefallen. Der Umsatz sank auf 75,7 Milliarden Euro, auch die Auslieferungen gingen zurück. Analystenerwartungen wurden verfehlt, die Jahresprognose bestätigte der Konzern dennoch.
Der Betriebsgewinn verringerte sich um 14,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, die operative Marge lag bei 3,3 Prozent. Antlitz sprach von einem „viel zu niedrigen Niveau“, auch bereinigt um Sondereffekte. Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen schwächere Geschäfte in wichtigen Märkten sowie interne Kosten. In Nordamerika gingen die Auslieferungen deutlich zurück, in China verlor VW weitere Marktanteile, insbesondere bei Elektroautos. Hinzu kommen Aufwendungen für die Neuausrichtung in den USA, darunter der Produktionsstopp des ID.4, die sich auf rund 500 Millionen Euro summieren, sowie Zölle und Umbaukosten.
Chinesen setzen VW unter Druck
In Europa entwickelte sich das Geschäft stabiler, vor allem im Elektrosegment konnte der Konzern zulegen. Beobachter verweisen jedoch auf strukturelle Herausforderungen. Neben einem zunehmenden Preisdruck durch Wettbewerber aus China wird auch eine sinkende Ertragskraft als zentrales Problem genannt.
Ökonom Martin Gornig sieht einen Verlust technologischer Vorteile: „Das zentrale strukturelle Problem ist die Einbuße der technologischen Überlegenheit. Im Preiskampf gegen die chinesischen Konkurrenten können sie nur verlieren.“ (rr)







