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„Teil des Schöpfungsplans“: Queerbeauftragter der katholischen Bischöfe warnt vor „Diskriminierung“

„Teil des Schöpfungsplans“: Queerbeauftragter der katholischen Bischöfe warnt vor „Diskriminierung“

„Teil des Schöpfungsplans“: Queerbeauftragter der katholischen Bischöfe warnt vor „Diskriminierung“

Der katholische Weihbischof von Essen, Ludger Schepers: Sieht in Hausfrauen-Romantisierung „ein Problem für Freiheit und Gleichberechtigung“. Fotos: picture alliance / KNA | Julia Steinbrecht
„Teil des Schöpfungsplans“
 

Queerbeauftragter der katholischen Bischöfe warnt vor „Diskriminierung“

Der für „queere“ Themen zuständige katholische Bischof in Deutschland, Ludger Schepers, ruft zu einer Abkehr von der bislang vertretenen Sexualmoral auf. Zugleich poltert er gegen „Tradwives“ und „Patriarchat“.
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ESSEN. Der Queerbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Ludger Schepers, hat die katholische Kirche zu einer Wende in geschlechtspolitischen Fragen aufgefordert. „Die Vielfalt menschlicher Identitäten – ob homo-, trans- oder intergeschlechtlich – ist kein modernes Konstrukt, sondern Teil von Gottes Schöpfungsplan“, sagte der Weihbischof im Bistum Essen der Katholischen Nachrichten-Agentur am Dienstag. Wer Menschen „aufgrund ihrer Identität“ ausgrenze, handle „im Dienst einer Ideologie“, die mit dem Christentum „nichts“ gemein habe. Die katholische Kirche dürfe „Diskriminierung“ nicht hinnehmen.

Dabei warf Schepers ihr vor, „patriarchale Strukturen“ über Jahrhunderte „nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert“ zu haben. Deshalb müsse „Gleichberechtigung“ im Alltag der Kirche sichtbar werden, wozu Angebote für „Frauen, Männer und queere Menschen“ sowie eine „Pastoral, die alle Geschlechter ernst nimmt“, gehörten. Bestehende Projekte in den Bistümern seien demnach nicht ausreichend.

Eine Rückkehr zu den traditionellen Geschlechterrollen bezeichnete der Essener Weihbischof hingegen als „Irrweg“. Vor diesem Hintergrund kritisierte er die sogenannten „Tradwives“, wozu Frauen zählen, die in den sozialen Medien das Hausfrauenleben propagieren. Die Rückkehr zu festen Rollen für Männer und Frauen sei demnach „kein harmloser Trend“, sondern „ein Problem für Freiheit und Gleichberechtigung“. Dahinter stünden oft „politische Interessen“, der Trend selbst sei eine „künstliche Ästhetik ohne Bodenhaftung“.

Katholische Kirche ruft Schwule und Lesben zur Enthaltsamkeit auf

Die DBK hatte Schepers 2024 zum ersten Queerbeauftragten ernannt. Vergangenes Jahr hatte er unter anderem ein Empfehlungspapier des Gremiums zur „Sichtbarkeit und Anerkennung der Vielfalt sexueller Identitäten“ an Schulen miterarbeitet. Darin wird beklagt, dass mit der „Heteronormativität“, also der Anerkennung der Zweigeschlechtlichkeit und dem Vorrang heterosexueller Beziehungen, „mitunter die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen mit anderer sexueller Identität einhergehen“ könne.

Im Katechismus betont die katholische Kirche, dass Schwule und Lesben ihre Sexualität „nicht selbst gewählt“ hätten und dass ihnen mit „Achtung, Mitleid und Takt“ zu begegnen sei. Sie ruft zugleich zur Enthaltsamkeit auf und betont, jede „Geschlechtslust“ jenseits der Ehe verstoße gegen die Regeln. 2023 hatte Papst Franziskus mit der Erklärung „Fiducia supplicans“ den Weg zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare freigemacht (JF berichtete). Zugleich dürfe damit nicht die Beziehung selbst gesegnet werden, auch dürfe der Akt nicht an Hochzeitsriten erinnern.

In Deutschland hatte der aus Bischöfen und katholischen Laienvereinigungen bestehende „Synodale Weg“ eine Lockerung der katholischen Sexualmoral gefordert. Der 2025 verstorbene Papst Franziskus sowie sein Nachfolger Leo XIV. wollten aber an den bisherigen Vorschriften festhalten. (kuk)

Der katholische Weihbischof von Essen, Ludger Schepers: Sieht in Hausfrauen-Romantisierung „ein Problem für Freiheit und Gleichberechtigung“. Fotos: picture alliance / KNA | Julia Steinbrecht
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