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Vor dem Parteitag: Neuer FDP-Generalsekretär Martin Hagen: Der Mann neben Kubicki

Vor dem Parteitag: Neuer FDP-Generalsekretär Martin Hagen: Der Mann neben Kubicki

Vor dem Parteitag: Neuer FDP-Generalsekretär Martin Hagen: Der Mann neben Kubicki

FDP-Politiker Martin Hagen, Wolfgang Kubicki
FDP-Politiker Martin Hagen, Wolfgang Kubicki
Martin Hagen, Wolfgang Kubicki: Nur ‚klare Kante‘ kann die FDP noch retten. Foto: Imago / Lindenthaler
Vor dem Parteitag
 

Neuer FDP-Generalsekretär Martin Hagen: Der Mann neben Kubicki

Martin Hagen wird voraussichtlich neuer FDP-Generalsekretär – und damit die rechte Hand des kommenden Parteichefs Wolfgang Kubicki. Wer ist der Mann, der zudem eine angeblich „rechtskonservative“ Denkfabrik leitet?
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Als Wolfgang Kubicki Anfang April in der Bild am Sonntag seine Kandidatur für den FDP-Bundesvorsitz bekanntgab, nannte er im selben Atemzug den Mann, der ihm als Generalsekretär zur Seite stehen soll: Es ist der bayerische Liberale Martin Hagen.

Außerhalb des Freistaats war Hagens Name zu diesem Zeitpunkt nur hoffnungslos Politikverliebten ein Begriff. 1981 als Sohn deutscher Eltern im italienischen La Spezia an der ligurischen Küste geboren, aufgewachsen im Landkreis Rosenheim, Studium der Politikwissenschaft und der Psychologie in München. 1998 trat er den Jungen Liberalen bei, von 2004 bis 2006 war er deren bayerischer Landeschef. Mit 28 Jahren macht ihn die damalige Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum Hauptgeschäftsführer der bayerischen FDP. Der 2018 mit ihm als Spitzenkandidat der Wiedereinzug in den Münchner Maximilianeumssaal gelang; fünf Jahre lang führt er dort die Landtagsfraktion. Das Magazin Capital listete ihn 2018, 2019 und 2020 unter seinen „Top 40 unter 40“.

Außer für die FDP engagiert sich Hagen auch als Gründer der „Republik 21“

An bundesweiter Bekanntheit gewann Hagen vor allem während der Corona-Pandemie. Er nannte die Politik Markus Söders öffentlich „autoritär“, warnte vor den Kollateralschäden der Lockdowns und solidarisierte sich auf Twitter mit jenen, die für solche Sätze gerade abgewatscht wurden. Eine von ihnen war die frühere CDU-Familienministerin Kristina Schröder, mit der er über das Netz bekannt wurde.

Aus dem digitalen Schulterschluss entstand eine Geschäftsidee: Gemeinsam mit dem Mainzer Historiker Andreas Rödder gründeten Schröder und er 2024 die Denkfabrik „Republik 21“. Offiziell, so der Selbstanspruch, sei man eine Denkfabrik für „neue bürgerliche Politik“. Tagesspiegel, taz und Spiegel ordnen R21 als „rechtskonservativ“ ein, gelegentlich auch als „weit rechts“. Hagen widerspricht solchen Etiketten routiniert und hat damit zweifelsohne recht: Kampf gegen „woke Identitätspolitik“, Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Forderung nach marktwirtschaftlicher Klimapolitik und „klare Regeln, wer kommen und wer bleiben darf“, sind zwar prononcierte Standpunkte für einen Liberalen – radikal rechts klingt trotzdem anders.

Hagen und Kubicki eint eine Überzeugung

Hagens Vita ist eine Mischung aus tadellosem liberalem Werdegang und bürgerlicher Rebellion – und genau diese Ausrichtung sucht Wolfgang Kubicki. Habituell sind die beiden ein ungleiches Paar. Kubicki, der ungestüme Niedersachse aus Schleswig-Holstein mit dem Faible für die scharfe und manchmal auch zotige Pointe, und Hagen, der bayerische Strategie- und Kommunikationsberater mit der ruhigen Stimme.

Was sie eint, ist die Überzeugung, dass sich die FDP in der Ampelkoalition zu Tode regiert hat und dass sie nicht durch mehr „Mitte“, sondern nur durch klarere Kante gerettet werden kann. Als Kubickis General soll Hagen künftig dessen Botschaften in die Partei hinein und aus ihr heraustragen. Hagen selbst hat einmal gesagt, eine starke Demokratie brauche „lebendigen Pluralismus und offenen Diskurs“.

Nach dem überraschenden Rückzug von Kubickis Konkurrenten Henning Höne steht die Wahl des alten FDP-Schlachrosses auf dem Parteitag am 30./31. Mai im Berliner Estrel Congress Center so gut wie fest. Auf einen „lebendigen Diskurs“ in der eigenen Partei, in der sein künftiger Parteichef Wolfgang Kubicki wahrlich nicht nur Freunde hat, wird sich Martin Hagen also schon sehr bald einstellen können.

Aus der JF-Ausgabe 22/26.

Martin Hagen, Wolfgang Kubicki: Nur ‚klare Kante‘ kann die FDP noch retten. Foto: Imago / Lindenthaler
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