BERLIN. Im Streit um das Interview des Podcasters Benjamin Berndt mit Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat sich der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki vor den Macher des Formats „ungeskriptet“ gestellt. „In einer liberalen Demokratie entscheiden nicht Politiker, was Presse und andere Medien senden oder drucken“, unterstrich der 74jährige.
In einer liberalen Demokratie entscheiden nicht Politiker, was Presse und andere Medien senden oder drucken. Ein Aufruf zum Werbeboykott bestimmter Medien, erkennbar aus dem Deutschen Bundestag gesendet, ist eine Entgleisung.
Saskia Esken scheint ihren Appell zudem nicht richtig… https://t.co/lVndHeJbly— Wolfgang Kubicki (@KubickiWo) May 6, 2026
Forderungen nach einem Werbeboykott der Sendung, etwa durch die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD) (JF berichtete), seien eine „Entgleisung“. Die Sozialdemokratin scheine ihren Appell außerdem nicht richtig durchdacht zu haben: „Höcke hat in dem Interview Dinge gesagt, die ich für wirklich dumm halte.“
Es sei deshalb besser, wenn er das vor einem „möglichst großen Publikum“ sage, als in „irgendwelchen rechten oder linken Filterblasen“, betonte der gebürtige Braunschweiger, der sich am „kollektivistischen Freiheitsbegriff“ des rechten Politikers stieß.
„Ben ungeskriptet“ im JF-Interview: „Die, die mich kritisieren ärgern, sich bloß“
Zuvor hatte die einstige SPD-Vorsitzende Esken in den sozialen Medien dazu aufgerufen, keine Werbung mehr im Zusammenhang mit Berndts Podcast „ungeskriptet“ zu schalten. „Unternehmen, deren Werbung in einem solchen Podcast ausgespielt wird, sollten mal schauen, wie sich das abstellen lässt“, sagte sie vor laufender Kamera im Bundestag. Berndt bezeichnete diese Einlassungen der JF gegenüber als „schockierend“ (JF berichtete).
Berndts Gespräch mit Höcke hat auf Youtube inzwischen mehr als vier Millionen Aufrufe. Klicks auf anderen Plattformen wie etwa Spotify kommen noch hinzu. Kritik zog der Podcaster vor allem durch seine nachdenkliche und zurückgenommene Art der Moderation auf sich.

Im JF-Interview antwortete Berndt derlei Anwürfen mit den Worten: „Das sagen vermutlich vor allem diejenigen Journalisten, die sich jetzt darüber ärgern, dass sie das Interview nicht selbst geführt haben.“ (fw)





