ERFURT. Mehr als die Hälfte der Deutschen wünscht sich Neuwahlen. 59 Prozent gaben laut einer aktuellen Insa-Umfrage an, für eine vorzeitige Auflösung des Bundestages zu sein. 25 Prozent waren gegenteiliger Meinung.

Besonders AfD-Anhänger sind mit 90 Prozent für Neuwahlen. Bei den BSW-Unterstützern fordern 69 Prozent eine vorgezogene Bundestagswahl. Wähler der Linkspartei sind zu 63 Prozent dafür. Auch die FDP ist mit 57 Prozent für die Auflösung des Bundestages, 30 Prozent sind nicht dafür. Bei den SPD-Unterstützern befürwortet mit 50 Prozent genau die Hälfte eine Auflösung des Parlaments, 34 Prozent lehnen sie ab.
Nur Unions-Anhänger wollen keine Neuwahlen
Keine Mehrheit findet der Vorschlag bei den Anhängern der Grünen, von denen 44 Prozent die Auflösung des Bundestages unterstützen, 33 Prozent lehnen diese ab. Einzig die Unions-Anhänger sind mit 51 Prozent mehrheitlich gegen Neuwahlen, nur 39 Prozent von ihnen finden, dass die derzeitige Zusammensetzung des Bundestages bestehen bleiben soll.
Groß ist der Wunsch nach einer Neuwahl des Parlaments bei Personen, die sich keiner der größeren Parteien zugeordnet fühlen. 88 Prozent von ihnen wünschen sich, dass der Bundestag neu gewählt wird, neun Prozent sind dagegen.

Kritik an Merz ist nicht überzogen
Wissen wollte das Insa-Institut auch, ob die Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überzogen sei. Hintergrund ist die Behauptung des Regierungschefs in einem Interview mit dem Spiegel, dass kein Bundeskanzler vor ihm so viel Kritik in den sozialen Medien wie er „ertragen“ musste (JF berichtete). Mit 64 Prozent finden knapp zwei Drittel, dass die Kritik an Merz gerechtfertigt und im Rahmen ist. Hingegen gaben 22 Prozent an, dass der Umgang mit dem Kanzler übertrieben ist.

Lediglich CDU-Wähler stimmen mit 56 Prozent dem Kanzler zu, dass die Kritik an ihm überzogen ist, 34 Prozent von ihnen sehen sie als legitim an. Vor allem AfD-Unterstützer mit 85 Prozent und BSW-Anhänger mit 81 Prozent finden, dass die Kritik im Rahmen ist. Für 73 Prozent der Wähler der Linkspartei ist die Kritik nicht überzogen. Auch die Unterstützer der Grünen sehen mit 72 Prozent kein Problem im Umgang. Anhänger des Koalitionspartners, der SPD, sehen ebenfalls mit 63 Prozent keine Entgleisung im Diskurs, 26 Prozent dafür schon. Die Personen, die sich keiner Partei zuordnen, finden die Kritik mit 83 Prozent nicht überzogen, lediglich sieben Prozent stimmen dieser Ansicht zu.
Minimale Verschiebungen bei Sonntagsfrage
Wenig Bewegung gibt es bei den Ergebniss der sogenannten Sonntagsfrage. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage steigt die Union auf 24 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Die AfD sinkt auf 27,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte). Auch die SPD fällt auf 13,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte). Die Grünen klettern auf 13 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Die Linkspartei fällt auf 10,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte). Das BSW bleibt bei 3,5 Prozent stehen. Die FDP wächst auf vier Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Die restlichen Parteien kommen weiterhin auf insgesamt vier Prozent.

Die Hälfte der Deutschen ist sich bereits sehr sicher, wen sie bei der nächsten Bundestagswahl wählen wird. 35 Prozent gaben an, relativ sicher zu sein. Nur neun Prozent sind sich eher unsicher und drei Prozent sehr unsicher.
Besonders sicher in ihrer Entscheidung sind sich mit 68 Prozent Wähler der AfD. Unsicher sind sich noch Unterstützer der Union mit 47 Prozent, gefolgt von denen der SPD mit 46 Prozent und denen der Linkspartei mit 44 Prozent. Die FDP-Anhänger sind sich zu 41 Prozent über ihre Wahlabsicht sicher, die der Grünen zu 36 Prozent und die des BSW zu 34 Prozent. Unterstützer der Kleinparteien sind sich insgesamt zu 46 Prozent über ihre Entscheidung sehr sicher. (mas)
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