ERFURT/DRESDEN. In der neuen Sonntagsfrage zur Landtagswahl in Sachsen (JF berichtete) liegt die CDU in allen Altersgruppen hinter der AfD. Obwohl sie mit 33,1 Prozent die stärksten Zustimmungswerte unter den Wählern über 70 hat, liegt sie einen Prozentpunkt hinter der Partei von Jörg Urban. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen aus der Insa-Befragung für das Nachrichtenportal Nius hervor.
Bei den 18- bis 29jährigen kommt die Union nur auf Platz drei. Mit 9,6 Prozent liegt sie dort nicht nur hinter der AfD, die 42,8 Prozent erreicht, sondern auch hinter der Linkspartei mit 17,4 Prozent. In allen anderen Altersgruppen bekommt die CDU zwischen 12,3 und 20,2 Prozent, die Linke zwischen 5,1 und 11,4 Prozent.

Die höchste Zustimmung erzielt die AfD unter den 60- bis 69jährigen. In dieser Altersgruppe geben 49,4 Prozent der Wähler an, bei der nächsten Landtagswahl der Partei ihre Stimme zu geben. Dahinter folgen die 30- bis 39jährigen mit 45,5 Prozent der AfD-Wähler und die 50- bis 59jährigen mit 44 Prozent. Unter den 40- bis 49jährigen kommt die Partei auf 40,7 Prozent.
2024 lag die CDU noch vor der AfD
Insgesamt bekam die AfD in Sachsen 42 Prozent in der Insa-Umfrage. Somit ist sie nach Sachsen-Anhalt der zweite Landesverband, der die 40-Prozent-Marke überschritten hat. Die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer käme auf 21 Prozent, genau die Hälfte des AfD-Stimmenanteils. Ihr Koalitionspartner, die SPD, bekam nur sechs Prozent, ebenso die Grünen. Drittstärkste Kraft wäre die Linkspartei, die in der Insa-Umfrage auf neun Prozent kommt. Damit überholt sie das BSW mit sieben Prozent. So müssten sich alle anderen Parteien gegen die AfD zusammenschließen, um eine Regierungsbildung ohne sie zu ermöglichen.

Bei der Landtagswahl 2024 hatte die CDU noch mit 31,9 Prozent der Zweitstimmen vorne gelegen. Die AfD kam auf 30,6 Prozent, gefolgt vom BSW mit 11,8 Prozent, von der SPD mit 7,3 Prozent und den Grünen mit 5,1 Prozent. Die Linkspartei verfehlte mit 4,5 Prozent die Sperrklausel und zog nur durch den Gewinn zweier Direktmandate in Leipzig in den Landtag in Fraktionsstärke ein. Nachdem die Verhandlungen mit dem BSW gescheitert waren, bildete Kretschmer ein schwarz-rotes Minderheitskabinett unter Duldung der Linken und Grünen. (kuk)




![Carsten Linnemann bei der Pressekonferenz [press conference] nach der Bundesvorstandssitzung der CDU im Konrad-Adenauer-Haus. Berlin, 18.05.2026](https://assets.jungefreiheit.de/2026/05/595790171.jpg)
