BERLIN. Eine relative Mehrheit der Deutschen hält es für wahrscheinlich, dass die AfD noch in diesem Jahr einen Ministerpräsidenten stellen wird. Der Aussage „Die AfD wird noch in diesem Jahr einen Ministerpräsidenten stellen“ stimmten 45 Prozent der Befragten zu, wie aus einer neuen, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa hervorgeht. 23 Prozent stimmten dieser Aussage nicht zu, der Rest enthielt sich.

Die meiste Zustimmung für diese Aussage kam von Wählern der AfD, von denen 79 Prozent diese bejahten, gefolgt von Anhängern der Union, von denen 45 Prozent der Prognose zustimmten. 43 Prozent der FDP-Wähler halten einen AfD-Ministerpräsidenten im laufenden Jahr für realistisch, unter SPD-Anhängern sind es 42 Prozent, unter Grünen 33 Prozent. Am skeptischsten sind hier diejenigen, die der Linkspartei ihre Stimme geben – von ihnen glauben nur 32 Prozent daran, dass die AfD 2026 einen Ministerpräsidenten stellen wird.
Auch die Sonntagsfrage wurde den Teilnehmern der Umfrage gestellt. Wären heute Bundestagswahlen, käme die AfD auf 29 Prozent, gefolgt von der Union mit 22 Prozent und den Grünen mit 14 Prozent. Die SPD steht aktuell bei zwölf, die Linkspartei bei elf Prozent. Die FDP (vier Prozent) würde nicht in den Bundestag kommen, ebenso wie das BSW (drei Prozent).

Bezüglich der Zukunft der Bundesregierung sind die Deutschen pessimistisch: Die Aussage „Die schwarz-rote Bundesregierung wird noch in diesem Jahr zerbrechen“ bejahten parteiübergreifend 38 Prozent der Befragten. 31 Prozent halten das für unrealistisch. Am stärksten glauben AfD-Wähler an ein Ende der Merz-Regierung im laufenden Jahr: 69 Prozent von ihnen stimmten der Aussage zu. Wähler der Linkspartei glauben zu 44 Prozent an ein vorzeitiges Regierungs-Aus in Berlin. Am optimistischsten sind SPD-Anhänger, von denen lediglich 18 Prozent an das diesjährige Ende von schwarz-rot im Bund glauben.

Außenpolitisch ist das Meinungsbild der Deutschen weniger gespalten. So stimmten der Aussage „Russland ist unter Putins Herrschaft eine Gefahr für Deutschland“ 56 Prozent der Befragten zu, 26 Prozent widersprachen diese Aussage. Die Putin-kritischste Wählergruppe stellen die Anhänger der Grünen, von denen 81 Prozent den russischen Präsidenten für eine Gefahr für Deutschland halten, Wähler von SPD und FDP glauben das zu jeweils 70 Prozent.
Die AfD als statistischer Ausreißer
Ein klarer statistischer Ausreißer ist hier die AfD: von den Wählern der Rechtspartei halten nur 28 Prozent Putin für eine Gefahr für Deutschland. Die zweitstärkste Wählergruppe, die Putin für ungefährlich hält, kommt von der Linkspartei – 54 Prozent von deren Anhänger glauben das.
Ähnlich sieht es bei der Frage aus, ob die Vereinigten Staaten unter der Präsidentschaft von Donald Trump eine Diktatur seien: dem stimmen parteiübergreifend 58 Prozent der Befragten zu, 20 Prozent widersprechen dieser Aussage. Auch hier sind Anhänger der AfD mit Abstand am Trump-freundlichsten, nur 40 Prozent der Wähler der Rechtspartei stimmen der Aussage zu. Am häufigsten halten Anhänger der Linkspartei die USA unter Trump für eine Diktatur: 79 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu. (st)






