BERLIN. In Berlin wurden 2025 so viele Ausländer eingebürgert wie noch nie. Insgesamt bürgerte die Hauptstadt im vergangenen Jahr 39.034 Personen ein, wie aus aktuellen Zahlen hervorgeht, die der Bild-Zeitung vorliegen. 2024 waren noch 21.811 Personen in Berlin zu deutschen Staatsbürgern erklärt worden, die Zahl der Einbürgerungen hat sich somit innerhalb eines Jahres in der Hauptstadt fast verdoppelt (plus 79 Prozent). Verglichen mit 2023 sind die Zahlen noch deutlicher: Damals wurden in Berlin 9.041 Personen eingebürgert, womit sich die Zahl innerhalb von zwei Jahren fast vervierfacht hat.
In der zweitgrößten deutschen Stadt, Hamburg, gab es im selben Zeitraum ebenfalls einen Anstieg – allerdings deutlich geringer. Kam es dort 2024 noch zu 9.599 Einbürgerungen, waren es im vergangenen Jahr 11.532. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent.
CDU-Politiker kritisiert „fehlenden Respekt vor der deutschen Staatsbürgerschaft“
Auch bundesweit stieg zuletzt die Zahl der Eingebürgerten deutlich an: Waren es 2023 noch 200.100 Personen, wuchs diese Zahl 2024 auf 291.955 – ein Anstieg von 46 Prozent. Die meisten der Betroffenen kamen aus Syrien (83.150), gefolgt von Türken, Irakern, Russen und Afghanen. Für 2025 gibt es noch keine offiziellen Daten.
Zuletzt wurden mehrere Fälle von gefälschten Sprachzertifikaten bekannt, die an Migranten verkauft wurden, damit diese rechtswidrig eingebürgert werden (JF berichtete). Der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Alexander Throm (CDU), sagte der Bild-Zeitung mit Blick auf diese Vorfälle und die aktuellen Einbürgerungszahlen: „Alle Fälle, in denen die Echtheit von Sprachzertifikaten nicht klar ist, müssen überprüft werden.“ Während diese Fälle noch geklärt werden, sollten „laufende Verfahren ausgesetzt werden“, forderte der Christdemokrat und betonte: „Fehlender Respekt vor der deutschen Staatsbürgerschaft darf nicht mehr folgenlos bleiben.“
Berlin prüft Sprachzertifikate nur halbherzig
In Berlin werden Sprachzertifikate von den Behörden nicht statistisch gesammelt (JF berichtete). Wie eine Sprecherin Ende November auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mitteilte, werden mögliche Fälschungen nur im Verdachtsfall überprüft. Weder beim zuständigen Landesamt noch bei der Polizei Berlin gibt es eine statistische Erfassung von gefälschten Sprach- oder Integrationsnachweisen. Entsprechend könne die Behörde auch keine Angaben machen, wie viele Einbürgerungen oder Aufenthaltstitel seit 2023 wegen gefälschter Dokumente abgelehnt oder zurückgenommen worden seien.
Das Landesamt für Einwanderung erkenne nur Zertifikate von anerkannten Sprachschulen wie dem Goethe-Institut, der telc GmbH oder der Gesellschaft für akademische Studienvorbereitung an. In vielen Fällen ließen sich diese online verifizieren. Bei Verdachtsmomenten werde die Schule kontaktiert. Eine nachträgliche Überprüfung bereits erteilter Staatsbürgerschaften sei jedoch nicht geplant.
Einbürgerungen sind in Deutschland zwar bundesweit durch das Staatsangehörigkeitsrecht geregelt, jedoch werden die Anträge auf Landesebene bearbeitet – je nach Wohnort des Antragstellers. (st/sv)






