Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, freut sich über Zuspruch zur Flüchtlingspolitik Foto: picture alliance/Sven Hoppe/dpa
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, freut sich über Zuspruch zur Flüchtlingspolitik Foto: picture alliance/Sven Hoppe/dpa
Migration über das Mittelmeer

Bedford-Strohm: Flüchtlingspolitik bringt Kirche „Welle der Sympathie“

BERLIN. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat sich erfreut über Sympathiebekundungen für die Flüchtlingshilfe seiner Kirche geäußert. „Mit der Kritik an unserem Einsatz in der Seenotrettung habe ich durchaus gerechnet, womit ich aber nicht gerechnet habe, ist die Welle der Sympathie, die uns entgegenschlägt. In Briefen, Mails und Facebook-Kommentaren sprechen Menschen ihre Dankbarkeit aus, betonen, noch nie so stolz auf ihre Kirche gewesen zu sein“, sagte er der Welt am Sonntag.

Der Einsatz für Migranten im Mittelmeer sei für einige Menschen sogar der Grund, wieder in die Kirche einzutreten oder zumindest nicht auszutreten, betonte Bedford-Strohm. Sie hätten nun das Gefühl, daß die Kirche endlich etwas tue.

Zugleich rechtfertigte der Geistliche die Aufnahme der auf dem Seeweg nach Europa kommenden Flüchtlinge mit den Zuständen in Nordafrika. So werde den Menschenrechten in Libyen ins Gesicht geschlagen und er verwies auf Aussagen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), wonach kein nordafrikanisches Land die Migranten zurücknehme.

Positive Zwischenbilanz der Flüchtlingswelle 2015

Bedford-Strohm verteidigte auch den geplanten Einsatz des Seenotrettungsschiffes Sea Watch 4 im Mittelmeer, das von der Evangelischen Kirche mitfinanziert wurde. „Die Ängste, die geschürt werden, weil wir Menschen vor dem Ertrinken bewahren wollen, entbehren jeder Grundlage.“ Zudem sei die Zahl der Personen, die aus dem Meer gerettet werden, im Vergleich zu den gesamten Migrationsbewegungen extrem niedrig.

Mitte Juli hatten die beiden großen Kirchen in Deutschland eine positive Zwischenbilanz zur Flüchtlingswelle von 2015 gezogen. Rund die Hälfte der damals Gekommenen sei heute in Arbeit oder Ausbildung, sagte Bedford-Strohm. Das seien 500.000 Menschen. „Davon hätten viele vor fünf Jahren nicht zu träumen gewagt mit Blick auf die notwendigen Qualifikationen und Sprachkenntnisse.“ (ag)

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, freut sich über Zuspruch zur Flüchtlingspolitik Foto: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

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