Die Frau von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Zübeyde Feldmann, rückt wieder ins Blickfeld der Ermittlungen (Archivbild) Foto: (c) dpa
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Überhöhte Gehälter und Dienstwagen

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemalige AWO-Funktionärin

FRANKFURT/MAIN. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die ehemalige Funktionärin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Hannelore Richter, wegen des Vorwurfs, dem Verband finanziell geschadet zu haben. Das hat eine Sprecherin der Behörde dem Hessischen Rundfunk (hr) bestätigt. Richter soll der Ehefrau des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD), Zübeyde Feldmann, ein zu hohes Gehalt und Privilegien verschafft haben.

Richter habe das Einkommen Feldmanns, die eine deutsch-türkische Kita leitete, handschriftlich auf den Höchstsatz geändert. Das gehe aus dem Arbeitsvertrag hervor, der dem hr vorliegt. Nach dem AWO-Tarif des öffentlichen Diensts, hätte die Berufseinsteigerin dafür mindestens 17 Jahre lang arbeiten müssen. Zudem soll Richter die Passage über die vertraglich vorgesehene Probezeit gestrichen haben.

Ehemänner der beteiligten Frauen sind seit Jahren befreundet

Dadurch soll Feldmann monatlich rund 660 Euro brutto mehr als andere Kolleginnen verdient haben. Außerdem sei ihr ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt worden. Diesen hätte sie eigentlich nach der Geburt ihrer Tochter im September 2016 zurückgeben müssen, doch sie durfte ihn noch bis Ende 2017 weiternutzen.

Richters Ehemann und Peter Feldmann sind laut dem hr seit Jahren befreundet. Der Frankfurter Grünen-Fraktionschef Sebastian Popp forderte das Stadtoberhaupt auf, ehrlich zu sein. Wenn mit Hannelore Richter eine Sonderbeauftragte von ganz oben dermaßen ins Geschehen eingreife, die dem Oberbürgermeister persönlich nahestehe, „dann hat das kein Geschmäckle mehr, sondern dann sind das klare Indizien für strafbares Handeln“.

Oberbürgermeister Feldmann beantragt Disziplinarverfahren gegen sich

Der OB hatte zunächst angegeben, nichts von den Privilegien seiner Frau gewußt zu haben, hat inzwischen aber ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt. Dieses soll klären, ob er sich in der Lohnaffäre um seine Frau etwas hat zu Schulden kommen lassen. Zudem betonte er, den Gehaltsüberschuß zurückgezahlt zu haben.

Zuletzt stand auch eine Tochtergesellschaft der AWO in Thüringen wegen zu hoher Gehälter in der Kritik. Die Alten-, Jugend- und Sozialhilfe (AJS) soll den drei Geschäftsführern unangemessen hohe Vergütungen ausgezahlt haben, berichtete der MDR. (zit)

Die Frau von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Zübeyde Feldmann, rückt wieder ins Blickfeld der Ermittlungen (Archivbild) Foto: (c) dpa

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