Sozialdemokraten in der Krise

Ex-SPD-Chefs appellieren an Geschlossenheit der Partei

BERLIN. Neun ehemalige SPD-Vorsitzende haben sich in einem öffentlichen Aufruf an die Mitglieder ihrer Partei gewandt und sie zur Geschlossenheit aufgerufen. „Die SPD befindet sich in einer ernsten Krise, die existenzielle Folgen nicht nur für die Partei, sondern auch für unser Land haben kann“, heißt es in dem Schreiben. Die Unterzeichner sind Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Hans-Jochen Vogel, Björn Engholm, Rudolf Scharping, Franz Müntefering, Matthias Platzeck, Kurt Beck, Sigmar Gabriel und Martin Schulz.

Angesichts der Situation nach den zuletzt enttäuschenden Wahlergebnissen gehörten zu einem angestrebten Neuanfang „selbstverständlich und zuallererst offene, kritische Auseinandersetzungen“. Zugleich warben die ehemaligen Parteichefs dafür, die kommissarische Partei- und Fraktionsführung zu unterstützen.

Unter der derzeitigen Krise der SPD litten besonders ihre Politiker in den Städten, Gemeinden und Landkreisen. Jedoch gebe es im europäischen Ausland ermutigende Erfolge der dortigen sozialdemokratischen Parteien. Als Beispiel nennen die Unterzeichner des Aufrufs Dänemark. Dort hatten die Sozialdemokraten mit Forderungen nach einer restriktiven Einwanderungspolitik Anfang Juni die Parlamentswahl gewonnen. (ag)

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und acht weitere ehemalige SPD-Vorsitzende fordern angesichts der Krise der Sozialdemokraten die Partei zur Geschlossenheit auf Foto: picture alliance/Vladimir Smirnov/TASS/dpa

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