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Günter Grass
Günter Grass: Zwangseinquartierung als Option Foto: dpa

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Asylanten sollen bei Deutschen zwangseinquartiert werden

HAMBURG. Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat vorgeschlagen, Deutsche zu zwingen, Asylbewerber bei sich aufzunehmen. Ähnlich wie nach 1945 sei eine Zwangseinquartierung ein legitimes Mittel, wenn es an Unterkünften fehle, sagte Grass bei einer Veranstaltung der Schriftstellervereinigung PEN in Hamburg.

Er verglich laut der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung die Asylbewerberwelle mit der Flucht und Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten und erinnerte daran, daß ohne diese Flüchtlinge das Wirtschaftswunder kaum möglich gewesen wäre. Heute hätten jedoch viele Bürger „Angst um Wohlstand“, monierte Grass.

CSU: Grass soll die Türen seines Heims öffnen

Der Chef des PEN, Josef Haslinger, kritisierte das „eklatante Versagen der Politik“ beim Thema Asyl. Derzeit gebe es eine „Mauer aus Geld“, die mehr Menschenleben gefordert hätte als die Teilung Deutschlands. Der Ehrenpräsident des Schriftstellerverbandes, Christoph Hein, warnte zudem vor einer wachsenden Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Johannes Singhammer (CSU), lehnte den Vorschlag von Grass auf dem Kurznachrichtendienst Twitter umgehend ab. Bevor dieser „die Zwangseinweisung von Asylbewerbern in Privatwohnungen verlangt, sollte er die Türen seines Heims weit öffnen“. (ho)