OECD-Bericht
 

Zuwanderung aus Krisenländern steigt stark an

BERLIN. Immer mehr Menschen aus von der Euro-Krise betroffenen Staaten sind in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stieg die Zahl der Einwanderer aus Griechenland zwischen 2007 und 2011 um 73 Prozent. Aus Spanien kamen im selben Zeitraum etwa 50 Prozent mehr Personen.

Zugleich wies die OECD am Donnerstag in Berlin jedoch daraufhin, daß etwa 50 Prozent der Griechen und jeder dritte Spanier die Bundesrepublik bereits nach einem Jahr wieder verlassen hätten. Insgesamt kamen 2011 knapp 300.000 Ausländer nach Deutschland. Das waren knapp 70.000 mehr als noch 2010.

Türken häufiger arbeitslos

Hohe Kosten verursachen dabei vor allem schlecht integrierte arbeitslose Einwanderer. So könnte die Staatskasse um etwa 7,8 Milliarden Euro entlastet werden, wenn es unter Ausländern in Deutschland die gleiche Arbeitslosenquote gäbe wie unter den Einheimischen. Besonders Türken sind fast doppelt so häufig ohne Arbeitsstelle.

Zugleich stellte die OECD fest, daß Einwandererfamilien deutlich weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen als Deutsche. „Besonders deutlich ist das beim Arbeitslosengeld und bei Familienzulagen“, hieß es von der Organisation. Auch Wohngeld und Sozialhilfe bezögen Zugewanderte häufiger als in Deutschland geborene Personen. (ho)

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