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Tod offiziell bestätigt: Irans Präsident verspricht Rache nach Ali Chameneis Tötung

Tod offiziell bestätigt: Irans Präsident verspricht Rache nach Ali Chameneis Tötung

Tod offiziell bestätigt: Irans Präsident verspricht Rache nach Ali Chameneis Tötung

Der getötete Diktator Irans, Ajatollah Ali Chamenei: Seit 1989 herrschte er über das Land. (Themenbild)
Der getötete Diktator Irans, Ajatollah Ali Chamenei: Seit 1989 herrschte er über das Land. (Themenbild)
Der getötete Diktator Irans, Ajatollah Ali Chamenei: Seit 1989 herrschte er über das Land. Foto: picture alliance/dpa/Supreme Leaders Office
Tod offiziell bestätigt
 

Irans Präsident verspricht Rache nach Ali Chameneis Tötung

Nachdem Irans Diktator beim Luftangriff der USA und Israels starb, verspricht Staatspräsident Peseschkian, die Tat werde „nicht ohne Antwort“ bleiben. In Teheran entsteht ein Machtvakuum, der gegenseitige Beschuß setzt sich fort.
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TEHERAN. Irans Staatspräsident Massud Peseschkian hat nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei (JF berichtete) durch die USA und Israel Rache angedroht. „Ein derart schweres Verbrechen wird niemals unbeantwortet bleiben“, teilte er in der Nacht zu Sonntag mit. „Das reine Blut dieses hochrangigen Anführers wird wie eine tosende Quelle fließen und die amerikanisch-zionistische Unterdrückung und Verbrechen ausrotten.“ Zudem erklärte er eine 40tägige Staatstrauer sowie sieben arbeitsfreie Tage.

Kurz nach zwei Uhr deutscher Zeit teilten die örtlichen Staatsmedien das „Märtyrertum“ des Obersten Führers Irans infolge der Luftangriffe Israels und der USA. Sein Anwesen war am frühen Samstagmorgen beschossen worden. Auch bestätigte Teheran den Tod des Anführers der paramilitärischen Revolutionsgarden, Mohammad Pakpur sowie des führenden Beraters Chameneis, Ali Schamkani.

Stundenlang dementierte Teheran Chameneis Tod

Nach dem Tod Chameneis leiten Staatspräsident Peseschkian, Oberster Richter Gholamhossein Mohseni-Esche’i und ein weiterer Richter, der vom Schlichtungsrat bestimmt wird, geschäftsführend das Land. Gemäß der Verfassung soll der nächste Oberste Führer durch den Expertenrat der Geistlichen gewählt werden. Kraft seiner Richtlinienkompetenz unterstehen ihm faktisch alle Staatsorgane, zudem ist er oberster schiitischer Geistlicher des Landes.

Nach Angaben des oppositionellen Senders Iran International sollen die Revolutionsgarden jedoch gefordert haben, das Wahlprozedere umzugehen. Mit den laufenden Luftangriffen sei es demnach „nicht möglich“, eine Sitzung des Expertenrats einzuberufen.

Noch am späten Abend hatte Teheran die Berichte über den Tod des iranischen Staatsführers dementiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits der US-Präsident Donald Trump die Tötung bestätigt und als „große Gerechtigkeit“ für das iranische Volk bezeichnet. „Einer der bösartigsten Menschen der Geschichte ist tot“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Truth Social. Auch aus Kreisen der israelischen Regierung hieß es gegenüber Reuters, Chameneis Leiche sei aufgefunden worden.

Auch zivile Einrichtungen wurden angegriffen

Unterdessen setzte Iran seine Gegenangriffe fort. Am frühen morgen wurden erneut dessen Raketen und Drohnen in Israel, Jordanien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgefangen, wie Al-Jazeera berichtet. Neben Israels Staatsgebiet stehen vor allem US-Militärstützpunkte im Nahen Osten unter Beschuß Irans. Gleichwohl wurden auch mehrere zivile Hochhäuser angegriffen.

Zuvor hatten Israel und USA Luftangriffe auf mehrere Ziele in Iran selbst durchgeführt. Laut dem Roten Halbmond seien bis zum Samstagnachmittag 201 Menschen den Attacken zum Opfer gefallen, zudem habe es 747 Verletzte gegeben. Neben Chameneis Anwesen wurden unter anderem das Gebiet unweit des Sitzes des iranischen Geheimdiensts sowie weitere Ziele in insgesamt zehn Städten beschossen.

Im südlich gelegenen Minab traf der Luftangriff auch eine Grundschule für Mädchen in der Nähe zu den Kasernen der Revolutionsgarden. Nach Angaben Teherans forderte die Explosion dort 108 tote Zivilisten.

Iran steckt seit Monaten in der Krise

US-Präsident Donald Trump hatte den Angriff in einer Fernsehansprache angekündigt. „Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem wir unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime ausschalten“, sagte er. „Es war stets Politik der Vereinigten Staaten, insbesondere meiner Regierung, daß dieses Terrorregime niemals eine Atomwaffe besitzen darf.“ Auch Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach in diesem Kontext davon, „Bedrohungen für den Staat Israel zu beseitigen“.
Bis Donnerstag hatten Washington und Teheran über ein Ende des iranischen Atomprogramms verhandelt (JF berichtete). Der iranische Staat ist seit der Niederlage im jüngsten Krieg mit Israel und der anschließenden Wirtschaftskrise geschwächt. Im Januar hatten tausende Bürger gegen die islamistische Führung des Landes protestiert. Nach Angaben der oppositionsnahen Nachrichtenagentur HRANA erreichte die Zahl der Toten während der Niederschlagung des Aufstandes mehr als 22.000 Menschen. Genaue Zahlen sind allerdings aufgrund der anhaltenden Internetsperre im Land nicht verifizierbar.

Chamenei führte das Land seit 1989. Er war Nachfolger des Anführers der Islamischen Revolution 1979, Ajatollah Ruhollah Chomeini und damit erst der zweite Oberste Führer Irans seit dem Sturz des Schah. (kuk)

Der getötete Diktator Irans, Ajatollah Ali Chamenei: Seit 1989 herrschte er über das Land. Foto: picture alliance/dpa/Supreme Leaders Office
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