Das Konterfei von Christiane Brunner auf einer Tragetasche: Feministische Ikone in der Schweiz Foto: picture alliance/KEYSTONE
Frühere Bundesratskandidatin Brunner

Schweizer Sozialdemokratin rechtfertigt Männer-Diskriminierung

GENF. Die frühere Präsidentin der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, Christiane Brunner, hält Diskriminierung von Männern für ausgleichende Gerechtigkeit. Auf die Frage der Neuen Zürcher Zeitung, ob eine vorübergehende Benachteiligung von Männern legitim sei, um Gleichstellung zu erreichen, erwiderte Brunner: „Die armen Männer? Tant pis (Schade)! Vielleicht gibt es vereinzelt Diskriminierungen von Männern. Das ist ausgleichende Gerechtigkeit.“

Über einen höheren Frauenanteil in den Parlamenten sagt Brunner: „Wenn mehr Frauen die Wahl schaffen, kann das nur auf Kosten der Männer gehen.“ Schon 1991 habe es beim schweizweiten Frauenstreik geheißen: „Macht Platz!“ Das sei „reine Mathematik“.

Debatte um mögliche Abtreibung

Auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen ist ihrer Meinung nach noch viel Arbeit vonnöten. „Frauen müssen immer noch mehr leisten als Männer“, beklagt die Bundesratskandidatin von 1993. Wegen des damals gegen sie erbrachten Vorwurfs, abgetrieben zu haben, geriet sie seinerzeit im Vorfeld der Bundesratswahl in die Schlagzeilen.

Daß es sich bei der damaligen Medienberichterstattung über sie um einen „sexistischen Übergriff“ gehandelt habe, sei ihr durch die #metoo-Bewegung klar geworden. Damals betonte sie, eine Abtreibung disqualifiziere niemanden für einen Sitz in dem siebenköpfigen Exekutivgremium. (tb)

Das Konterfei von Christiane Brunner auf einer Tragetasche: Feministische Ikone in der Schweiz Foto: picture alliance/KEYSTONE

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