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Linke Medienlieblinge

Freunde braucht man. Und Freunde haben sie immer. Jedenfalls linke Demonstranten in den Medien. Minutenlang wird prominent in der „tagesschau“ (ARD) und „heute“ (ZDF) berichtet und auf den ersten Seiten der Mainstream-Medien Platz gemacht, um ja keine linke Protestveranstaltung unerwähnt zu lassen. Man zeigt freundliche Bilder, befragt linke Experten über deren Erfolgsaussichten und vermittelt das Gefühl: Hier kämpft Gut gegen Böse.

Es spielt für die „tagesschau“ auch keine Rolle, ob die alt-linken Ostermärsche seit Jahrzehnten kaum noch frequentiert werden, sie schaffen es dennoch alljährlich ins Programm. Hat man national gerade nichts zur Hand, zeigt man uns linke Proteste in Chile – Schuld ist natürlich der „rechte“ Präsident, oder als Dauerthema: Italien gegen Berlusconi.

Wehe, das Ausland wählt falsch

Ohnehin halten es unsere Medien anscheinend kaum aus, wenn im Ausland nicht nach ihren Vorgaben gewählt wird, wenn also ein Nicht-Linker gewählt, oder sogar – eine Frechheit – wiedergewählt wird. Die amerikanische „Teaparty“ ist natürlich verrückt, erzkonservativ und rechtsextrem (ist ohnehin alles dasselbe), denn wer sich gegen Steuergeldverschwendung und Staatsverschuldung richtet, der nimmt den guten linken Politikern ja die Möglichkeit sich mit auf Pump finanzierte Wohltaten beim Wahlvolk lieb Kind zu machen.

Ganz anders hingegen die neue amerikanische „Teaparty“ von links „Occupy Wall Street“. Gar nicht sattsehen können sich die ARD-Redakteure an ihr. Am Samstag räumte man den Protestlern gleich die ersten fünf Minuten der Hauptausgabe ein. Deren Adressat sind die von – momentan gefühlt – allen als das Böse schlechthin identifizierten Banken.

Klar, die Banken haben Schuld daran, daß sich westliche Politiker dazu hinreißen ließen, Schulden zu machen, die nun kaum noch getilgt werden können. Klar, die Banken haben Schuld daran, daß die Wähler in westlichen Ländern nur zu gerne Politiker wählen, die ihnen Geschenke und angebliche soziale Wohltaten versprechen, welche nur auf Pump zu finanzieren sind.

Feindbild Banken

Das Feindbild Banken paßt zur linken Verweigerung des Prinzips der Eigenverantwortung. Schuld sind immer die anderen. Und am liebsten die bösen Reichen, das böse Kapital, das angeblich so Undurchschaubare. Daß jeder Sparer mittlerweile auf Vergleichsportalen nach dem für ihn besten Zins fahndet, daß die Lebensversichersicherten sauer sind, wenn die Überschußbeteiligung nicht so ausfällt wie erträumt, sprich, daß das kollektive Renditestreben der Sparer eben auch das Renditestreben der Banken beeinflußt, das wird einfach ausgeblendet.

Ebenso, daß dieses Land Staatsschulden erst seit der linken Ikone Willy Brandt macht. Der achso spießige Konrad Adenauer und seine CDU-Kurzzeitnachfolger Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger hatten das Land beinahe schuldenfrei übergeben. Ja, es gab tatsächlich einmal eine konservative Finanzpolitik in unserem Land.

Am letzten Sonntag schleppte ich mich kränklich zum Hamburger Zeit-Matinee mit Joachim Gauck. Und in den Pausen meines Niesens und Schneuzens hörte ich ihn, der der bessere Bundespräsident gewesen wäre, sagen: „Ich komme aus einem Land in dem die Banken besetzt waren …“, die Proteste seien „romantisch“ und würden – da substanzlos – schnell „verebben“, paßten aber zur in Deutschland besonders ausgeprägten Hysteriebereitschaft. Und zu einem Land, in dem die maßgeblichen Medien nicht nach Relevanz, sondern zur Verstärkung der eigenen Meinung berichten.

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