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Linkspartei macht Regierung für Armut von Einwanderern verantwortlich

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Sevim Dagdelen gibt der Bundesregierung die Schuld an der unter Einwanderern verbreiteten Armut Foto: sevimdagdelen.de

BERLIN. Die Linkspartei hat der Bundesregierung vorgeworfen, Einwanderern die Integration zu verweigern und damit für deren Armut verantwortlich zu sein. „Obwohl die wesentlichen Handlungsfelder und die Knackpunkte seit Jahrzehnten bekannt sind, hat sich im Leben der meisten Migranten kaum etwas bis nichts zum Besseren verändert“, sagte die integrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen.

Die unsoziale Politik der vergangenen Jahrzehnte habe die Einwanderer wegen ihrer rechtlichen Benachteiligung und strukturellen Diskriminierung in besonderem Maße getroffen. Nun sei endlich Handeln gefragt. Die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems, die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns sowie erleichterte Einbürgerungsmöglichkeiten „wären dringend notwendige Schritte gegen soziale Ausgrenzung und Armut von Migranten“, mahnte Dagdelen.

Armutsrisiko von Einwanderern doppelt so hoch wie das von Deutschen

Hintergrund sind am Montag vom Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden veröffentlichten Daten, nach denen Einwanderer häufiger von Armut bedroht sind als Deutsche. So 
waren 2010 in Deutschland
 26 Prozent der Menschen mit einem sogenannten „Migrationshintergrund“ armutsgefährdet. Damit war ihr Armutsrisiko mehr als doppelt so hoch wie das der Deutschen (zwölf Prozent).

Gemäß der Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn sie mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Bei Einwanderern, die 2010 noch keine fünf Jahre in Deutschland lebten, lag die Armutsgefährdungsquote bei 32 Prozent. Bei den rund 1,2 Millionen Einwanderern, die vor 1971 nach Deutschland gekommen sind, betrug sie hingegen 18 Prozent. (ms/krk)

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