MADRID. Der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat vor dem WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich einen Rassismus-Streit ausgelöst. In einem Beitrag für die konservative Zeitung „El Debate“ lobte der 71jährige zwar die französische Mannschaft. Dann schob er jedoch eine Spitze hinterher.
Die Auswahl der Grande Nation verfüge über einen Kader auf höchstem Niveau – „allerdings ohne französische Spieler“.
Die Reaktionen kamen schnell. Der französische Fußballverbandspräsident Philippe Diallo warf Rajoy „unerträglichen Rassismus“ vor. Die Spieler Frankreichs bräuchten keine „Staatsbürgerschaftsurkunden“ von einem früheren spanischen Ministerpräsidenten, schrieb Diallo auf X. Auch Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez verurteilte die Äußerung. Die Aussage sei „absolut inakzeptabel“ und entspreche nicht den Werten Frankreichs, sagte er dem Sender BFMTV.
Hay quien todavía mide la pertenencia por el apellido, el lugar de nacimiento o el color de piel.
Otros la medimos por el arraigo a un país y la voluntad de contribuir a él. Jugando al fútbol. Cuidando a nuestros mayores. O abriendo negocios.
España es de quien la ama y la…
— Pedro Sánchez (@sanchezcastejon) July 12, 2026
Drei Spieler nicht in Frankreich geboren
Die französische Botschaft in Madrid reagierte ebenfalls. Alle 26 Spieler der französischen Nationalmannschaft seien Franzosen, stellte sie klar. 23 von ihnen seien in Frankreich geboren, die übrigen drei besäßen ebenfalls die französische Staatsbürgerschaft.
Frankreich trifft am Dienstag im WM-Halbfinale in Dallas auf Spanien. Die Partie war schon sportlich eines der brisantesten Spiele des Turniers. Nun kommt eine politische Debatte hinzu, die weit über den Fußball hinausreicht.
Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sánchez nutzte den Vorfall für eine eigene Botschaft. Manche definierten Zugehörigkeit noch immer über Nachnamen, Geburtsort oder Hautfarbe, schrieb der Sozialist auf X. Andere definierten sie über Verbundenheit mit einem Land und die Bereitschaft, sich dafür einzusetzen.
Nicht der erste Rassismus-Eklat der WM
Spanien gehöre denen, die es liebten, schrieb Sánchez weiter. Nicht denen, die das Land mit fremdenfeindlichen Äußerungen beschämten. An Frankreich gerichtet fügte er hinzu: Möge die bessere Mannschaft gewinnen – und der Rassismus verlieren.
Es ist nicht der erste Rassismus-Streit um Frankreichs Mannschaft bei dieser WM. Zuvor hatte die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia den französischen Star Kylian Mbappé beschimpft. Der französische Fußballverband reichte daraufhin Anzeige gegen die Politikerin ein. (rr)






