Irgendwie ist da etwas mit Mario Voigts Stimme. Sie ist eintönig, fast tonlos. Viele fanden das immer schon merkwürdig. Ist er in Wirklichkeit gar kein Mensch? Sitzt in der Thüringer Staatskanzlei vielleicht ein Roboter, der noch nicht trainiert wurde, wie ein Homo Sapiens zu sprechen? Spaß beiseite: Der Ministerpräsident ist nun zum wiederholten Male so deutlich des KI-Missbrauchs überführt worden, dass er untragbar geworden ist.
Wenn die staatstreue FAZ den Gastbeitrag eines CDU-Politikers nach der Veröffentlichung löscht, muss einiges passiert sein. Voigt konnte gegenüber der Zeitung den schwerwiegenden Verdacht nicht ausräumen, seinen Kommentar für ein Social-Media-Verbot von Jugendlichen durch Künstliche Intelligenz schreiben gelassen zu haben.
Dass er sich nicht einmal die Mühe machte zu prüfen, ob die von der KI erfundenen Zitate von Wissenschaftlern stimmten, macht die Sache besonders dramatisch. Er übernahm sie einfach. Und die Experten sagen nun, sich nie so geäußert zu haben. Das ist übrigens ein bekanntes KI-Phänomen. Die Künstliche Intelligenz ist oft unzuverlässiger als die menschliche. Aber es ist so schön einfach, sich mit ihrer Hilfe fremde Federn an den Hut zu heften.
Diesen Hut sollte Voigt nun wirklich nehmen. Denn der Mann, der eine Minderheitskoalition aus CDU, BSW und SPD führt, will einfach nicht lernen. Da nutzt es auch nichts, dass das BSW ihn gegen die Angriffe in Schutz nimmt und mit Lobeshymnen überschüttet (JF berichtete). Wissen wir, ob die nicht auch von KI erstellt wurden?
Schon seinen Doktortitel hatte er sich durch Plagiate ergaunert. Heißt: Es war nicht seine eigene Leistung, sondern die von Menschen, die tatsächlich etwas von US-Politik verstehen, über die er promoviert hatte.
Voigt ballert die Medien mit KI-Texten zu
Es folgten KI-generierte Texte für die Welt (gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze), die FAZ und andere Medien sowie KI-Reden, auch zum Holocaust-Gedenktag. Mit der ihm eigenen Chuzpe verteidigt er die Vorwürfe und dreht sie in Modernität um: Schaut her, ich nutze die neue Technik. Bin ich nicht toll?
Das abstoßend zu finden, hat nichts mit altmodisch sein zu tun. Die Menschen wollen authentische Volksvertreter. Und nicht das, was die KI jedem Politiker von CDU bis Linke in die Reden hineinschreibt.
Es stellt sich vielmehr die Frage, wozu wir dann überhaupt noch Politiker brauchen. Ersetzen wir sie doch gleich durch KI. Die macht zwar viele Fehler, wie der FAZ-Text von Voigt zeigt. Aber immer noch weniger als der Thüringer CDU-Politiker. Und wahrscheinlich kann man sie sogar auf „Brandmauer“ trainieren.







