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Spektakulärer Vorschlag: Das steckt hinter Höckes Ministerpräsidenten-Angebot an Wagenknecht

Spektakulärer Vorschlag: Das steckt hinter Höckes Ministerpräsidenten-Angebot an Wagenknecht

Spektakulärer Vorschlag: Das steckt hinter Höckes Ministerpräsidenten-Angebot an Wagenknecht

Vergiftetes Angebot? Björn Höcke bietet Sahra Wagenknecht das Amt des thüringischen Ministerpräsidenten an.
Vergiftetes Angebot? Björn Höcke bietet Sahra Wagenknecht das Amt des thüringischen Ministerpräsidenten an.
Vergiftetes Angebot? Björn Höcke bietet Sahra Wagenknecht das Amt des thüringischen Ministerpräsidenten an. Fotos: picture alliance/dpa (2) | Henning Kaiser & Christoph Soeder
Spektakulärer Vorschlag
 

Das steckt hinter Höckes Ministerpräsidenten-Angebot an Wagenknecht

Taktik oder ernstgemeint? Thüringens AfD-Chef Höcke macht Sahra Wagenknecht ein verlockendes Angebot. Welche Rolle dabei das BSW in Thüringen und der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt spielen.
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ERFURT. Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht angeboten, sie zur neuen Regierungschefin von Thüringen zu machen. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, sagte Höcke in einem Video an die „sehr geehrte Frau Wagenknecht“ gerichtet, das er in den sozialen Medien verbreitete.

Hintergrund der Offerte ist ganz offenbar die Wahlwerbung des BSW in Sachsen-Anhalt. Dort erklärt die Partei: „Zieht das BSW ein, ist die Brandmauer Geschichte.“ Höcke meint, Wagenknecht könnte schon in Thüringen zeigen, wie ernst ihre Partei das meint.

Denn im Erfurter Landtag hätten AfD und BSW theoretisch gemeinsam eine bequeme Mehrheit von 47 der 88 Sitze. Die AfD kommt auf 32 Mandate, das BSW auf 15. Stattdessen hält die Wagenknecht-Partei in einer von der Linken tolerierten Minderheitskoalition CDU und SPD an der Macht, die jeweils weit schwächer sind als die AfD.

Höcke will Misstrauensvotum gegen Voigt

Hinzu kommt: Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) steht nach der endgültigen Aberkennung seines Doktortitels durch die Technische Universität Chemnitz unter Druck. Höcke will noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ein konstruktives Misstrauensvotum einbringen (JF berichtete).

Als Kandidatin gegen Voigt soll nun Wagenknecht antreten, wenn es nach dem Thüringer AfD-Chef geht. „Lassen Sie uns das vor dem 6. September 2026, vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, tun.“

Bisher hat sich Wagenknecht dazu nicht geäußert. Dass sie das Angebot annimmt, wäre eine Sensation und gilt als ausgeschlossen. Zumal sie sich mit der Thüringer BSW-Chefin Katja Wolf über die Beteiligung an der Brombeer-Koalition mit CDU und SPD heillos zerstritten hat. Wahrscheinlich ist, dass Höcke mit seinem Angebot vor allem die Unglaubwürdigkeit des BSW aufzeigen will.

BSW stützt Voigt

So sagte der Erfurter Oppositionsführer an die BSW-Gründerin gerichtet: „Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung, und beweisen Sie den Thüringern, beweisen Sie den Sachsen-Anhaltern, dass das BSW doch keine Kartellpartei ist.“

Er wirft Wagenknecht vor, dass deren Fraktion in Thüringen den Ministerpräsidenten Mario Voigt stütze: „Ein Mann, der wirklich jede Glaubwürdigkeit verloren hat, und der sich trotzdem an sein Amt klammert.“ Er ergänzt: „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung, genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“

Höcke attestiert Wagenknecht, des Öfteren das Zeitgeschehen klug zu kommentieren: „Sie reden viel von der Seitenlinie. Schreiten Sie doch mal zur Tat“, fordert Höcke sie auf.

Wagenknechts Signale an Siegmund

Dann unterbreitet er noch einmal sein Angebot: „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen! Ich reiche Ihnen die Hand. Lassen Sie uns ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland aufschlagen.“ Das sei, „was die Mehrheit der Menschen in Thüringen und Sachsen-Anhalt will“.


Wagenknecht hatte im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt signalisiert, ihre Partei könnte dem dortigen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bei der Wahl zum Ministerpräsidenten im Landtag helfen – durch Enthaltung im entscheidenden dritten Wahlgang.

Siegmund hatte das umgehend abgelehnt. Um das Bundesland zu „retten“ und das zu halten, was er verspreche, brauche er eine stabile Mehrheit (JF berichtete). Ein Minderheitskabinett lehnte er auch mit Verweis auf die Verhältnisse in Thüringen ab. (fh)

Vergiftetes Angebot? Björn Höcke bietet Sahra Wagenknecht das Amt des thüringischen Ministerpräsidenten an. Fotos: picture alliance/dpa (2) | Henning Kaiser & Christoph Soeder
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