BERLIN. Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat sich in der Affäre um einen möglicherweise inszenierten Anschlag hinter den Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner gestellt. Dieser sei „eine der stärksten Stimmen“ für jüdisches Leben in Brandenburg und Deutschland, sagte der Diplomat auf Anfrage der Märkischen Allgemeinen Zeitung.
„Ich habe gesehen, wie er sich persönlich, auch unter schwierigen Umständen, dafür engagiert, und ich schätze seinen langjährigen Einsatz gegen jeden Israel- und Judenhass“, fügte Prosor an. „Seien Sie versichert, dass ich fest an der Seite all jener stehe, die sich für die Sicherheit und Sichtbarkeit jüdischen Lebens einsetzen.“
Zuvor hatte bereits der Landesverband der Jüdischen Gemeinden Brandenburg „uneingeschränkt“ dem Antisemitismusbeauftragten die eigene Solidarität ausgesprochen. „Wir stehen voll und ganz hinter Andreas Büttner“, heißt es in einer Erklärung, aus der zuerst die Welt zitierte. Man rufe ihn dazu auf, „sein Amt als Beauftragter des Landes Brandenburg zur Bekämpfung des Antisemitismus uneingeschränkt fortzuführen“.
Büttners Agieren wirft Fragen auf
Anfang Januar war es zu einem Anschlag auf ein Gebäude auf einem Grundstück Büttners gekommen. Die Täter hinterließen ein rotes Dreieck an der Haustür; das Symbol wird von der islamistischen Hamas genutzt. Ende April wurde jedoch bekannt, dass die Staatsanwaltschaft zwei 25jährige Freunde und Geschäftspartner Büttners als Tatverdächtige ausgemacht hat.
Die beiden Männer führen eine NGO, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, öffentliche Fördermittel einzuwerben – unter anderem für die „Demokratie“-Bildung. Die NGO setzt sich nach eigener Auskunft auch gegen Antisemitismus ein. Büttner selbst betont, seine Bekannten hätten ein Interesse daran gehabt, ihm „Ruhm und Ehre“ und sich selbst einen leichteren Zugang zu Fördermitteln zu verschaffen (JF berichtete).
Allerdings stehen auch Fragen zu Büttners eigener Rolle bei dem Vorgang im Raum. Das Verhältnis des 52jährigen zu den beiden 25jährigen war ausgesprochen eng. So fand der Tagesspiegel heraus, dass die drei noch kurz vor der Tat gemeinsam „in einem Romantikhotel im Südharz“ abgestiegen waren. Nach Büttners Angaben war eine Gesellschafterversammlung einer gemeinsamen Firma Anlass für das Treffen. (ser)







