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Rechtsparteien im Clinch: AfD-Chefin Weidel reagiert auf Bardella-Kritik: „Sind eng mit Paris im Austausch“

Rechtsparteien im Clinch: AfD-Chefin Weidel reagiert auf Bardella-Kritik: „Sind eng mit Paris im Austausch“

Rechtsparteien im Clinch: AfD-Chefin Weidel reagiert auf Bardella-Kritik: „Sind eng mit Paris im Austausch“

Das Bild zeigt Alice Weidel von der AfD und Jordan Bardella vom Rassemblement National.
Das Bild zeigt Alice Weidel von der AfD und Jordan Bardella vom Rassemblement National.
Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel und der Chef des Rassemblement National, Jordan Bardella: Öffentlich gegenseitige Kritik geäußert. Fotos: picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH / picture alliance / SIPA | PATRICK SICCOLI
Rechtsparteien im Clinch
 

AfD-Chefin Weidel reagiert auf Bardella-Kritik: „Sind eng mit Paris im Austausch“

In deutlichem Ton wirft Frankreichs führender Rechtspolitiker, Jordan Bardella, der AfD „extreme Rhetorik“ und zu radikale Forderungen vor. Gegenüber der JF weist AfD-Chefin Weidel die Kritik zurück.
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BERLIN/PARIS. Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel hat die Kritik an ihrer Partei seitens des Chefs der französischen Rechtspartei Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, zurückgewiesen. Sie könne nicht sagen, ob Bardella „die aktuellen Entwicklungen und die Innenpolitik in Deutschland im Blick hat“, sagte sie der JUNGEN FREIHEIT. Es stehe Bardella „selbstverständlich frei, seine Freunde auf internationaler Ebene selbst auszuwählen“. Ihre Partei stehe „eng mit Paris im Austausch“, betonte die AfD-Chefin.

Kurz zuvor hatte sich Bardella in deutlichen Worten von der AfD distanziert. „Viele ihrer Positionen sind mit unseren Grundsätzen unvereinbar“, sagte der Politiker der französischen Rechtspartei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Mittwoch. Demnach seien etwa die „extreme Rhetorik“ der AfD in historischen Fragen oder die Forderungen nach einem EU-Austritt trennende Punkte. Letzteres sei nicht die Position des Rassemblement. „Wir wollen alles verändern, ohne etwas zu zerstören.“

Lob fand der Politiker dagegen für den deutschen Regierungschef. „Ganz konkret sehe ich Übereinstimmungen mit Bundeskanzler Merz in der Frage des Bürokratierückbaus und in der Notwendigkeit, ein wettbewerbsfähiges Europa aufzubauen.“ Auch in der Migrationspolitik stimme mit Merz überein. „Deutschland hat wieder Grenzkontrollen eingeführt, die einen abschreckenden Effekt haben.“

Zugleich betonte er, an den guten Beziehungen zu Deutschland festhalten zu wollen. „Unsere Länder haben es geschafft, nach einer schmerzhaften Geschichte eine dauerhafte Zusammenarbeit zu begründen.“ Im Unterschied zu seiner Vorgängerin Marine Le Pen wolle er zudem deutsch-französische Rüstungsprojekte fortsetzen. „Uneinigkeit zwischen Frankreich und Deutschland in der Frage des Kampfflugzeugs bedeutet nicht, dass man bei Antidrohnensystemen, Satellitensystemen oder Kampfpanzern nicht zusammenarbeitet“, betonte er mit Blick auf den Streit um das Luftkampfsystem FCAS. Zudem komme es einer Form von Unabhängigkeit gleich, „französisches Material“ statt US-amerikanischem zu kaufen.

AfD weist Kritik zurück

Mit Blick auf den EU-Zolldeal mit Washington sprach der RN-Chef von einem „Akt der Knechtschaft und der wirtschaftlichen Unterwerfung“. Er nannte die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU) „völlig unfähig, die europäischen Interessen zu verteidigen, auch die deutschen“. Sowohl für Berlin als auch Paris wäre es von Vorteil gewesen, wenn sie zurücktreten würde.

In der AfD selbst riefen die Äußerungen Bardellas Verwunderung hervor. Diese sei offenbar „schlecht informiert“, sagte der EU-Abgeordnete Alexander Sell der JUNGEN FREIHEIT. „Friedrich Merz ist der Kanzler mit den niedrigsten Zustimmungswerten aller Zeiten, weil er weder in der Migrationspolitik noch in der Wirtschaftspolitik seine Wahlversprechen eingehalten hat.“ Er sei froh, „dass immer mehr Kollegen im Europäischen Parlament erkennen, dass die AfD die treibende Kraft in der deutschen Politik ist“, unterstrich Sell.

Bardella gilt als führender rechter Präsidentschaftskandidat 2027

Vor zwei Jahren hatte der Rassemblement National die Zusammenarbeit mit der AfD beendet, woraufhin die damalige Rechtsfraktion „Identität und Demokratie“ im EU-Parlament zerbrach (JF berichtete). Anlass war eine Aussage des damaligen AfD-Spitzenkandidaten zur EU-Wahl, Maximilian Krah, gegenüber dem italienischen Massenblatt La Repubblica: „Ich werde nie sagen, dass jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Krimineller war.“ Die SS hatte gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Frankreich und Italien mehrere Massaker verübt. Nach der Wahl gründete die AfD die eigene Fraktion „Europa Souveräner Nationen“ ohne Bardellas Partei.

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Er selbst gilt als voraussichtlicher Kandidat des RN zur Präsidentschaftswahl 2027. In allen bisherigen Umfragen führt er in der ersten Runde und würde dem Institut Elabe zufolge lediglich gegen den liberalen Ex-Premier Édouard Philippe in der Stichwahl verlieren. Letzterer käme auf 51,5 Prozent, während Bardella 48,5 Prozent erreichen würde. (st/kuk)

Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel und der Chef des Rassemblement National, Jordan Bardella: Öffentlich gegenseitige Kritik geäußert. Fotos: picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH / picture alliance / SIPA | PATRICK SICCOLI
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