Anzeige
Anzeige

Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers: Buchenwald-Leiter fordert Auszeichnung für Vandalen nach Beschädigung von AfD-Kranz

Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers: Buchenwald-Leiter fordert Auszeichnung für Vandalen nach Beschädigung von AfD-Kranz

Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers: Buchenwald-Leiter fordert Auszeichnung für Vandalen nach Beschädigung von AfD-Kranz

Würde dem entfernten Bonhoeffer-Verwandten am liebsten eine Ehre zuteil werden lassen: Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätte Buchenwald. Foto: picture alliance/dpa | Heiko Rebsch
Würde dem entfernten Bonhoeffer-Verwandten am liebsten eine Ehre zuteil werden lassen: Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätte Buchenwald. Foto: picture alliance/dpa | Heiko Rebsch
Würde dem entfernten Bonhoeffer-Verwandten am liebsten eine Ehre zuteil werden lassen: Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätte Buchenwald. Foto: picture alliance/dpa | Heiko Rebsch
Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers
 

Buchenwald-Leiter fordert Auszeichnung für Vandalen nach Beschädigung von AfD-Kranz

Nach dem Eklat beim Stauffenberg-Gedenken stellt sich Jens-Christian Wagner hinter Tobias Korenke. Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald nennt die AfD-Kranzniederlegung einen „Affront“ – und fordert für den Bonhoeffer-Großneffen einen Preis für Zivilcourage.
Anzeige

BERLIN. Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Jens-Christian Wagner, hat den Versuch verteidigt, einen Kranz der AfD-Bundestagsfraktion bei der Stauffenberg-Gedenkfeier zu entfernen (die JF berichtete). Tobias Korenke, Großneffe des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, hatte im Bendlerblock in ein Handgemenge um den Kranz begonnen. Dabei wurde der Kranz beschädigt.

Wagner warf der AfD in der Rheinischen Post vor, den Widerstand gegen den Nationalsozialismus seit Jahren für eigene Zwecke zu benutzen.

Aus den Reihen der Partei werde suggeriert, man befinde sich heute selbst in einer Art Widerstand gegen wechselnde politische „Regime“. Zugleich erhob Wagner schwere Vorwürfe gegen AfD-Politiker. Aus der Partei kämen immer wieder geschichtsrevisionistische, holocaustverharmlosende oder NS-verherrlichende Positionen. Eine Kranzniederlegung durch Vertreter einer solchen Partei bei der Gedenkveranstaltung für den 20. Juli sei ein „Affront gegen die Würde der Opfer der NS-Verbrechen“.

Stiftung weist politische Vereinnahmung zurück

Für Korenkes Vorgehen äußerte Wagner „vollstes Verständnis“. Mehr noch: Der Bonhoeffer-Großneffe habe dafür einen „Preis für Zivilcourage gegen Geschichtsrevisionismus und extrem Rechte“ verdient.

Die Stiftung 20. Juli 1944 wies eine politische Vereinnahmung des Gedenkens zurück. Die Feier diene ausschließlich dem würdigen Erinnern an die Opfer und den Widerstand. Sie sei kein Ort für parteipolitische Inszenierungen oder Auseinandersetzungen.

Zugleich erklärte die Stiftung, die jährlichen Kranzniederlegungen der AfD verletzten viele Angehörige der Widerständler „zutiefst“. Der Stiftungsvorsitzende Robert von Steinau-Steinrück bestätigte, dass AfD-Politiker an dem Handgemenge nicht beteiligt waren.

Stauffenberg-Enkel kritisiert AfD

Auch Karl Schenk Graf Stauffenberg, Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, äußerte sich zu dem Vorfall. Der AfD dürfe man eine Kranzniederlegung nicht verwehren, sagte er und fügte an, „dafür sind wir Demokraten“.

Zugleich nannte er den Umgang der AfD mit seinem Großvater „ganz grauenhaft und ganz widerlich“. Die Partei missbrauche das Stauffenberg-Erbe für eigene Zwecke.

Am 20. Juli 1944 hatte eine Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Adolf Hitler zu töten. Der Diktator überlebte das Attentat in der „Wolfsschanze“, der geplante Staatsstreich scheiterte. (rr)

Würde dem entfernten Bonhoeffer-Verwandten am liebsten eine Ehre zuteil werden lassen: Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätte Buchenwald. Foto: picture alliance/dpa | Heiko Rebsch
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles