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Danger Dan: Aufstand im ZDF nach Aus für Antifa-Gewalt-Hymne

Danger Dan: Aufstand im ZDF nach Aus für Antifa-Gewalt-Hymne

Danger Dan: Aufstand im ZDF nach Aus für Antifa-Gewalt-Hymne

Statt des Auftritts von Danger Dan verlasen die drei Satiriker Max Uthoff, Claus von Wagner und Maike Kühl ihre eigene Position: „Wir sind im ZDF gegen das ZDF.“ Foto: ZDF
Statt des Auftritts von Danger Dan verlasen die drei Satiriker Max Uthoff, Claus von Wagner und Maike Kühl ihre eigene Position: „Wir sind im ZDF gegen das ZDF.“ Foto: ZDF
Statt des Auftritts von Danger Dan verlasen die drei Satiriker Max Uthoff, Claus von Wagner und Maike Kühl ihre eigene Position: „Wir sind im ZDF gegen das ZDF.“ Foto: ZDF
Danger Dan
 

Aufstand im ZDF nach Aus für Antifa-Gewalt-Hymne

Sein Song „Keine Angst“ ist eine Ode an die Hammerbande. Für einige ZDF-Mitarbeiter ist das kein Grund, den Rapper Danger Dan aus der Satiresendung „Die Anstalt“ auszuladen – wie die mediale Palastrevolte ablief.
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MAINZ. Die Ausladung der Musiker Danger Dan und Igor Levit aus der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ hat zu empörten Reaktionen im Sender geführt. „Wir hätten es als öffentlich-rechtliche Pflicht angesehen, das Lied zu präsentieren und danach darüber zu diskutieren“, betonten Satiriker in den sozialen Medien.

Ursprünglich waren der Rapper Danger Dan, der mit bürgerlichem Namen Daniel Pongratz heißt, und der Pianist Igor Levit zur 100. Folge der „Anstalt“ eingeladen, den Song „Keine Angst“ aufzuführen. Doch dann entschied sich die Programmleitung kurzfristig um und sagte den bereits angereisten Künstlern in letzter Minute ab.

Danger Dan besingt „linke Straßenpolitik“ nach Art der Hammerbande

Die Begründung: Man könne ihren Song als „Aufruf zu Gewalt“ verstehen. „Das war für uns der falsche Ort. Wir haben eine siebeneinhalbminütige Performance eines Songs und dann nicht den Raum und die Zeit, uns damit journalistisch und dokumentarisch auseinanderzusetzen“, rechtfertigte sich der Leiter der ZDF-Hauptredaktion, Oliver Heidemann.

Tatsächlich trägt Danger Dan in seinem Song eine Anleitung zur Gründung konspirativer Antifa-Gruppen vor, die im Sinne „linker Straßenpolitik“ vermeintliche „Nazis und Konsorten“ bekämpfen sollen. Am Ende grüßt Pongratz mit „Lina, Gucci, Maja und Nanuk“ die sogenannten Hammerbande, die zwischen 2018 und 2020 Jagd auf Rechte gemacht hatte.

„Wir sind im ZDF gegen das ZDF“

Statt des Auftritts verlasen die Satiriker Max Uthoff, Claus von Wagner und Maike Kühl in der „Anstalt“ ihre eigene Position: „Wir sind im ZDF gegen das ZDF.“ Danger Dan und Igor Levit wiederum bezeichneten die Ausladung in einer Stellungnahme als „Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit“, der „skandalös“ sei. „Dass der Intendant des ZDF anfängt, antifaschistische Lieder zu zensieren, ist leider ein furchtbares Zeichen“, legte Pongratz im Spiegel nach.

 

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Im Schwestersender ARD kam in den „Tagesthemen“ der Musikjournalist Jens Balzer von der Zeit zu Wort, der bilanzierte: „Ich finde schon, dass der Song an der Stelle kippt. Vorher geht es viel um Andeutungen darüber, wie man sich verteidigt in schwierigen Situationen – und hier werden jetzt vier Gewalttäter mit lieben Grüßen bedacht, die wegen schwerster Vergehen angeklagt sind.“ Im ZDF-Magazin „Aspekte“ wurde indes der Versuch unternommen, den Streit um den gestoppten Auftritt aufzuarbeiten.

ZDF versucht sich an Aufarbeitung

„Wenn Sie einem Text eine Bühne geben, bei dem es zumindest hochgradig plausibel ist, dass der in Grundrechte Dritter eingreift – dann haben Sie ein Problem“, mahnte beispielsweise der Staatsrechtler Fabian Wittreck von der Universität Münster.


„Jeder Chefredakteur, der bei Trost ist, kann so etwas nicht über den Sender laufen lassen“, sekundierte der langjährige Focus-Kolumnist Jan Fleischhauer. Ein Talkshowgast etwa dürfe sich durchaus um Kopf und Kragen reden. Eine Einladung zur Aufführung eines derartigen Liedtextes sei aber „eine ganz andere Nummer“.

DJV läuft gegen Absage Sturm

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hingegen kritisierte die Ausladung scharf als Eingriff in die „innere Pressefreiheit“ beim ZDF. „Ob das Lied ausgestrahlt werden sollte oder nicht, entscheidet die Redaktion und niemand sonst“, monierte DJV-Chef Mika Beuster in einer Pressemitteilung.

Unverständlich sei vor allem, weshalb das Justiziariat des ZDF dem Auftritt grünes Licht gegeben habe, wenn die Entscheidung anschließend ohnehin von der Intendanz kassiert wurde. Der Sender müsse sich hier fragen, was seinen „plötzlichen Sinneswandel“ ausgelöst habe. (fw)

Statt des Auftritts von Danger Dan verlasen die drei Satiriker Max Uthoff, Claus von Wagner und Maike Kühl ihre eigene Position: „Wir sind im ZDF gegen das ZDF.“ Foto: ZDF
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