WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Straße von Hormus „ab sofort“ für den gesamten Schiffahrtverkehr zu blockieren. Zudem habe er die US-Marine angewiesen, jedes Schiff in internationalen Gewässern aufzuspüren und abzufangen, das eine Abgabe an den Iran entrichtet habe. „Niemand, der eine illegale Gebühr bezahlt, wird damit auf hoher See sicher durchkommen“, schrieb er am Sonntag nachmittag auf dem Kurznachrichtendienst Truth Social.
President Trump on Truth Social: So, there you have it, the meeting went well, most points were agreed to, but the only point that really mattered, NUCLEAR, was not.
Effective immediately, the United States Navy, the Finest in the World, will begin the process of BLOCKADING any… pic.twitter.com/OtgoJyD8AI
— Donald J Trump Posts TruthSocial (@TruthTrumpPost) April 12, 2026
Trump zufolge habe Teheran eine Öffnung der Straße blockiert und diesen Schritt mit den sich dort befindenden Minen begründet. „Das ist eine Erpressung der Welt – und Staats- und Regierungschefs, insbesondere der Vereinigten Staaten von Amerika, lassen sich niemals erpressen“, warnte der US-Präsident. Auch werde die Marine beginnen, die Sprengkörper zu zerstören. Jeder Iraner, der auf sie oder auf friedliche Schiffe schieße, werde zudem „in die Hölle verschossen“.
Irans Revolutionsgarden mahnten unterdessen auf dem Kurznachrichtendienst X, „jeder Fehlschritt“ werde „den Feind in den tödlichen Wirbeln der Straße einsperren“. Demnach sei die Meerenge weiterhin unter voller Kontrolle Teherans. Nach Informationen des Wall Street Journal sind über 60 Prozent der für die Überwachung der Straße von Hormus zuständigen Meeresflotte der Revolutionsgarden weiterhin einsatzfähig.
Trump deutete die Blockade bereits am Morgen an
Auch äußerte sich Trump zum Scheitern der Friedensverhandlungen. Demnach habe Teheran den meisten Punkten zugestimmt. „Mit Ausnahme des einzigen Punktes, der wirklich zählte – nämlich des Nuklearprogramms.“ Damit begründet Washington von Beginn an den gemeinsam mit Israel erfolgten Angriff auf den Iran.
Bereits am Morgen hatte Trump eine eigene Blockade der Meerenge angedeutet (JF berichtete). Auf Truth Social teilte er einen Artikel des konservativen Portals Just The News mit dem Titel, dessen Autor betont, eine solche Maßnahme habe bereits die venezolanische Wirtschaft kurz vor der Verhaftung von Nicolás Maduro zum Erliegen gebracht. Das iranische Außenministerium erklärte, die Verhandlungen fänden in einer Atmosphäre von „Misstrauen und Verdacht“ nach 40 Tagen eines „erzwungenen“ Krieges statt.
Teheran hatte die Straße von Hormus wenige Tage nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei durch die USA und Israel geschlossen (JF berichtete). Durch diese Meerenge passiert rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte. Während sie für den westlichen Schiffahrtverkehr weitgehend gesperrt bleibt, durften Russland, China, Indien, Pakistan und Irak ihre Transporte bisher fortsetzen. (kuk)






