PARIS. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat vor dramatischen Folgen des Iran-Kriegs für Europas Luftverkehr gewarnt. Chef Fatih Birol hat erklärt, Europa verfüge bei anhaltenden Lieferausfällen nur noch über Kerosinreserven für etwa sechs Wochen.
Auslöser sei die Blockade wichtiger Lieferwege durch die Kämpfe rund um die Straße von Hormus. Das Nadelöhr gilt als eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel.
Täglich passieren dort normalerweise Millionen Barrel Rohöl und zahlreiche Tanker die Meerenge. „Je länger sie andauert, desto schlimmer wird es für das Wirtschaftswachstum und die Inflation weltweit sein“, sagte Birol. Zunächst seien asiatische Staaten besonders betroffen, die stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig seien. Doch auch Europa werde die Folgen bald spüren.
Europa droht ein ausgedünnter Flugplan
Der IEA-Chef warnt ausdrücklich vor Engpässen im Luftverkehr. Sollten die Lieferketten weiter unterbrochen bleiben, könnten schon in absehbarer Zeit Flüge innerhalb Europas ausfallen. Besonders betroffen wären Verbindungen mit geringer Auslastung oder wirtschaftlich schwache Strecken.
Auch die Lufthansa bereitet sich bereits auf eine mögliche Verschärfung vor. Nach Medienberichten liegt ein Notfallplan vor, wonach zunächst rund 20 ältere Maschinen stillgelegt werden könnten. In einem verschärften Szenario stünden sogar bis zu 40 Flugzeuge vorübergehend am Boden.
Zwar hat der Konzern einen Großteil seines Kerosinbedarfs für das laufende Jahr abgesichert. Doch bei einer länger anhaltenden Krise drohen trotzdem steigende Kosten, höhere Ticketpreise und ein ausgedünnter Flugplan. (rr)






