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Gegenkultur: Multitalent Gerd Buurmann: Der Anti-Böhmermann

Gegenkultur: Multitalent Gerd Buurmann: Der Anti-Böhmermann

Gegenkultur: Multitalent Gerd Buurmann: Der Anti-Böhmermann

Theater-Regisseur, Kabarettist, Künstler und Moderator des „Achse des Guten“-Podcasts „Indubio“ Gerd Buurmann
Theater-Regisseur, Kabarettist, Künstler und Moderator des „Achse des Guten“-Podcasts „Indubio“ Gerd Buurmann
Kritischer Geist Gerd Buurmann: Auf dem rechten Weg. Foto: Imago / Horst Galuschka
Gegenkultur
 

Multitalent Gerd Buurmann: Der Anti-Böhmermann

Gerd Buurmann statt Jan Böhmermann – mit scharfer Zunge ärgert der Künstler, Kabarettist, Regisseur und Moderator des legendären Podcasts „Indubio“ die Linke.
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Jan Fleischhauer hat bereits eine eigene ZDF-Sendung, Julian Reichelt wünschen sich viele als Ersatz (und Entschädigung) für Jan Böhmermann auf dessen Sendeplatz am Freitagabend. Und dann gibt’s noch Gerd Buurmann, der das sicher auch gut könnte. Aber wer ist der Mann?

Nennen wir ihn den Anti-Böhmermann, gilt das 1976 in Haren an der Ems geborene Theatertalent doch als Gesicht der alternativ-rechten Medienszene, spätestens seit er 2020 den von Kontrafunk-Koryphäe Burkhard Müller-Ullrich gegründeten Podcast „Indubio“ übernommen hat, der zum umtriebigen und darob im linksradikal-woken Milieu verhassten Onlineportal „Achse des Guten“ gehört.

So kam Buurmann auf den rechten Weg

Buurmann, Publizist, Kabarettist und Regisseur, machte nach Studium in Illinois und Köln zunächst als Schauspieler von sich reden, in Shakespeare-Stücken wie „Macbeth“ oder „Der Kaufmann von Venedig“ in einer Inszenierung des Kölner Severins-Burg-Theaters, dessen künstlerischer Leiter er drei Jahre lang war, oder in Tankred Dorsts „Die Kurve“.

Aus der warf es ihn fast, als er 2010 in der Domstadt einen Vorläufer der antisemitischen Verzerrungen erblicken musste – Stichwort: „Kölner Klagemauer“ –, wie sie derzeit wieder salonfähig werden. Jedenfalls fasste er sie so auf und reichte deshalb gegen deren Urheber, den Aktivisten Walter Herrmann, Klage wegen Volksverhetzung ein.

Damit ist eine Konstante im Leben des politischen Unterhaltungskünstlers genannt: Er ist ein ebenso robuster wie resoluter Kämpfer gegen Antisemitismus und empfahl sich damit auch als Autor der freiheitlich-konservativen Monatszeitschrift Jüdische Rundschau. Als dann auch noch das Hochglanzmagazin Tichys Einblick zu den Abnehmern seiner kritisch-pointierten Texte wurde, waren die Würfel gefallen und Buurmann auf dem rechten Wege.

Der Podcast-Moderator mit der modischen Vollglatze trieb sich für „Indubio“ im Herbst auch auf der Alternativ-Buchmesse „Seitenwechsel“ herum. Dort führte er für die „Achse“ Interviews mit kritischen Geistern, denen man in der chinesischen Kulturrevolution als „Rechtsabweichlern“ die Roten Garden auf den Hals gehetzt hätte, wovon so mancher Sozi sicher heute noch träumt.

Wichtiger Markstein ist die Bühnenshow „Kunst gegen Bares“

Ein wichtiger Markstein am Rande des Weges, der ihn zu künstlerischer Mündigkeit führte, war 2007 die Erfindung der Bühnenshow „Kunst gegen Bares“, mit der er quer durch Europa tourt, ein Heine der Neuzeit gleichsam. Dem renitenten Dichter von „Deutschland. Ein Wintermärchen“ erweist er gern seine Reverenz.

Wenig erstaunlich, dass auch Böhmermann Ziel seiner sarkastischen Spitzen ist: „Ja, Jan, dann geh halt. Niemand fleht dich an, zu bleiben“, kommentierte er für die „Achse des Guten“ unter der Überschrift „Auswandern mit Böhmermann“ die Drohung der beleidigten ZDF-Leberwurst, Deutschland bei einem AfD-Triumph zu verlassen.

Als Motto nennt das FDP-Mitglied auf seiner Netzseite den Tip: „Nimm, was du hast, und flieg damit.“ Der soll indes nicht von Heine sein, sondern, obwohl Buurmann grün wie ein Frosch eindeutig nicht ist, von Muppet-Ikone Kermit. Aus welcher Folge der anarcho-komödiantischen „Muppet-Show“, mit der er das Konzept von „Kunst gegen Bares“ vergleicht, ist ein Geheimnis, das noch zu lüften bliebe.

Aus der JF-Ausgabe 15/26

 

Kritischer Geist Gerd Buurmann: Auf dem rechten Weg. Foto: Imago / Horst Galuschka
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