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Gesellschaftlicher Wandel: Wissenschaftler fordern: „Ufos sollten Gegenstand der Forschung sein“

Gesellschaftlicher Wandel: Wissenschaftler fordern: „Ufos sollten Gegenstand der Forschung sein“

Gesellschaftlicher Wandel: Wissenschaftler fordern: „Ufos sollten Gegenstand der Forschung sein“

Ein Mann mit Mütze und Sonnenbrille steht an einer riesigen Werbetafel mit außerirdischen Gesichtern, eingerahmt von der staubigen Nevada Wüste, fernen Bergen und hellblauem himmelmysteriösem Roadtrip Flair. Viele Menschen glauben an Ufos.
Ein Mann mit Mütze und Sonnenbrille steht an einer riesigen Werbetafel mit außerirdischen Gesichtern, eingerahmt von der staubigen Nevada Wüste, fernen Bergen und hellblauem himmelmysteriösem Roadtrip Flair. Viele Menschen glauben an Ufos.
Eine Werbetafel in Nevada zeigt Aliens: Das Thema Ufos wird inzwischen ernstgenommen. Foto: picture alliance / imageBROKER | Unai Huizi
Gesellschaftlicher Wandel
 

Wissenschaftler fordern: „Ufos sollten Gegenstand der Forschung sein“

Ufos sind plötzlich kein Tabuthema mehr: Wissenschaftler, Nasa und Pentagon beschäftigen sich inzwischen ganz offiziell mit rätselhaften Flugobjekten. Doch was wissen sie wirklich?
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Die Zeiten sind hart, denn sie verlangen von jedem von uns eine ganz neue Entscheidung: Ufo-Gläubiger oder Verschwörungstheoretiker? Früher war die Welt einfach, denn da schien beides kein Gegensatz zu sein, sondern vielmehr zusammenzufallen: Ufos und Verschwörungen, alles eine Soße. Doch was, wenn immer mehr Wissenschaftler und Institutionen das Undenkbare sagen? Nämlich: Ufos sind real – auch wenn sie in den USA nun UAP (Unidentifizierte Anomale Phänomene) genannt werden, weil das seriöser klingt. Ein Prozess, der sich zwar in Deutschland noch zaghaft vollzieht, aber in den USA dabei ist, alles was Sie bisher darüber gedacht haben, völlig umzustürzen.

Ufos sollten erforscht werden, sagen Wissenschaftler heute

„Ja, es gibt Ufos“, meint Hakan Kayal, Professor für Raumfahrttechnik und Leiter des Interdisziplinären Forschungszentrums für Extraterrestrik (IFEX) an der Uni Würzburg, im ZDF. Und nein, er trägt dabei keinen Aluhut. „Ufos sollten wissenschaftlich untersucht werden“, pflichtet ihm im Sender Arte seine Kollegin Beatriz Villarroel bei, Astronomin an der Universität Stockholm. Und auch Professor Avi Loeb meint im britischen Guardian, „Ufos sollten Gegenstand der Forschung sein“. Den Astrophysiker von der Elite-Uni Harvard hat US-Präsident Trump soeben zum Leiter des neuen Beraterstabs für Ufo-Angelegenheiten des Weißen Hauses berufen. Zum einen wohl, weil Loeb als internationale Kapazität gilt, zum anderen da er bereits das private „Galileo-Projekt“ auf die Beine gestellt hat, eine transnationale Wissenschafts­initiative zur Ufo-Forschung.

Anlass für Galileo war Loeb eine Rede des Nasa-Direktors Bill Nelson 2023, in der dieser eine bessere Erforschung des Ufo-Phänomens forderte, denn, so räumte der Chef der US-Weltraumbehörde ein, „wir wissen nicht, was diese sind“. Bereits 2022 hat die Nasa eine Ufo-Abteilung geschaffen, nun verkündete Nelson auch noch die Berufung eines eigenen Forschungsdirektors für Ufos. Spektakulär, denn über Jahrzehnte hatte die Weltraumbehörde steif und fest behauptet, für deren Existenz gäbe es keinerlei Hinweise.

„Tatsache ist, dass Ufos existieren“, sagt inzwischen auch Harald Lesch, Astrophysiker an der LMU München und seit Jahren so etwas wie der Chefwissenschaftler des ZDF, bekannt vor allem als Moderator populärer Sendungen wie „Terra X“, „Abenteuer Forschung“ oder „Leschs Kosmos“. Und das, obwohl er sich noch 2021 öffentlich abfällig über das Ufo-Thema als „Zombie, das alle paar Jahre wiederkehrt“, lustig gemacht hatte. Nun hingegen spricht er über diese so, als habe er mit der jahrzehntelangen Stigmatisierung nicht das geringste zu tun.

Selbst Obama räumte es ein

Nicht ganz so formschön angepasst an die neue Lage ist Leschs US-Pendant, Neil deGrasse Tyson, ein Kosmologe, der unter anderem in Princeton lehrte und von Präsident George W. Bush in zwei Regierungskommissionen berufen wurde. Tyson ist als Wissenschaftserklärer im US-amerikanischen Fernsehen populär und zeigte sich lange ebenso herablassend gegenüber dem Ufo-Thema. Doch offenbar angesichts der Fakten hat nun auch er umgedacht, wenn man ihm auch anmerkt, wie er nur knurrend einräumt, dass Ufos doch kein Unfug sind.

Dabei hätte Tyson längst nachdenklich machen können, dass selbst der ehemalige Präsident Barack Obama bereits 2021 im US-Fernsehen einräumte: „Dass es Bilder und Aufzeichnungen von Objekten am Himmel gibt, von denen wir nicht wissen, was sie sind (und) nicht erklären können, wie sie sich bewegen.“ Nicht nur Bilder, sondern mit eigenen Augen ein Ufo gesehen hatte hingegen der Ex-US-Präsident Jimmy Carter (1977 bis 1981). So berichtete er jedenfalls 1973 als Gouverneur von Georgia über einen Vorfall, den er 1969 erlebt habe.

Deutschland betreibt bereits Ufo-Forschung

Die deutsche Politik gibt sich hingegen bedeckt, neben Ufo-Forschern wie Robert Fleischer fragte auch die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann, heute Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, nach. 2009 forderte sie ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages zum Thema Ufo an. Ergebnis: negativ. Doch obwohl Bundestag und Bundesregierung offiziell nichts von Ufos wissen, fördert letztere finanziell die Suche nach ihnen: über die Deutsche Raumfahrtagentur DLR in Bonn fließen Mittel des Bundeswirtschaftsministeriums in die Projekte Hakan Kayals.

Der IFEX-Leiter setzte bereits 2022 durch, dass die Ufo-Forschung offiziell ins Statut seines Instituts aufgenommen wurde. Seitdem betreibt er auf dem Dach der Uni Würzburg eine entsprechende Anlage. Doch nicht nur dort, auch auf der Zugspitze haben er und seine Mitarbeiter inzwischen eine Ufo-Forschungsstation eingerichtet. Zudem im norwegischen Hessdalen südlich von Trondheim, das wegen rätselhafter Phänomene dort im Verdacht steht, ein europäischer Ufo-Hotspot zu sein, an dem Wissenschaftler aus mehreren Ländern forschen.

Und auch im All späht Kayal bereits nach Ufos, denn seit 2024 umkreist sein Satellit „Sonate 2“ die Erde. Eigentlicher Zweck der vom IFEX gebauten Plattform ist zwar ein anderer, doch nebenbei nutzen die Würzburger sie auch zur Ufo-Suche. Und im nächsten Schritt planen sie gar, einen eigens zur Ufo-Forschung konstruierten Satelliten ins Weltall zu schießen. Damit sind die Deutschen keineswegs allein, auch Avi Loebs Galileo und die Nasa nehmen den Erdorbit bei ihrer Ufo-Suche ins Visier.

Kayal ist von der Existenz von Ufos überzeugt

Hakan Kayal ist zuversichtlich, dass weitere Wissenschaftler folgen, denn eine internationale Forschungsbewegung zur Ufo-Frage beginne sich gerade erst zu bilden. Weshalb? „Weil sich viele Forscher bisher nicht an das Thema trauten“, sagt Kayal im ZDF, „nun aber den Mut dazu finden.“ Und warum das? „Weil“, fährt Kayal fort, „ein bestimmtes Ereignis 2021 den Startschuss gegeben hat“. Er meint die Veröffentlichung des Ufo-Berichts des Pentagons, mit dem, so Kayal weiter, „die amerikanische Regierung offiziell einräumte, ja, es gibt Ufos – und nein, wir wissen nicht, was sie sind. Und es wurde auch so etwas wie Bedauern angedeutet, dass das Thema bisher stigmatisiert wurde, ja, fast war es schon eine Entschuldigung.“

Doch wie kam es dazu? Begonnen hat alles mit einem Artikel der New York Times. Ausgerechnet das Flaggschiff des amerikanischen Qualitätsjournalismus berichtete im Dezember 2017 voller Ernst über drei Ufo-Sichtungen. Doch Zeuge dafür war kein Hinterwäldler auf einer einsamen Landstraße im Mittelwesten – sondern die US Navy. Also die mächtigste, modernste Kriegsmarine der Welt, die über die technisch raffiniertesten Luftraumüberwachungssysteme verfügt.

Und das aus gutem Grund, denn sie hat für die Sicherheit des kostbarsten Schatzes der Streitkräfte zu sorgen: die elf atomgetriebenen Flugzeugträger der USA, das Rückgrat der US-amerikanischen Weltmacht. Jeder dieser milliardenteuren Giganten wird von einer ganzen Flotte Kriegsschiffe geschützt, die darauf spezialisiert sind, frühzeitig jedes Objekt zu entdecken, das ihrem Träger mit seinen 5.000 Mann Besatzung zu nahe kommt – dessen Verlust eine nationale Katastrophe jenseits der knapp 3.000 Toten der Anschläge vom 11. Septembers 2001 auf das World Trade Center wäre.

Die USA nehmen das Thema ernst

Und genau diese Meister der Seeluftraumüberwachung spielen die Hauptrolle im inzwischen berühmtesten Fall, über den die New York Times berichtete: dem sogenannten „TicTac“-Zwischenfall des Flugzeugsträgers USS „Nimitz“ 2004 vor der Küste von San Diego. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern tagelang beobachtete dessen Verband Flugobjekte, deren Verhalten und Herkunft man sich nicht erklären konnte. Schließlich entsandte die Nimitz Kampfjets. Diese trafen auf ein gut zwölf Meter langes weißes Flugobjekt in Form eines riesigen TicTac-Minzbonbons, das ohne erkennbare Auftriebshilfen, Steuerflächen und Antriebsquelle unter ihnen über dem Meer hin und her flitzte, dann aufstieg, die US-Jets ausmanövrierte und mit unvorstellbarer Beschleunigung verschwand.

Fachleute haben diese inzwischen auf das 5.000fache der Erdanziehungskraft (G) berechnet. Das ist erschreckend, denn kein menschliches oder natürliches Flugobjekt dieser Größe kann die dazu nötige Energie erzeugen, die nämlich das Zehnfache dessen beträgt, was sämtliche Kernkraftwerke der USA zusammen leisten. Und ebensowenig könnte es diese Beschleunigung überleben, denn selbst ein Kampfjet beginnt bei 13 bis 16 G zu zerbrechen.

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Doch das war noch nicht alles: Nur Sekunden später tauchte das TicTac 100 Kilometer weiter auf den Schirmen der Luftraumüberwachung des Lenkwaffenkreuzers USS „Princeton“ auf, eine Distanz, für die selbst ein Jagdflugzeug Minuten braucht. All das passte zu dem, was die Princeton zuvor schon gemessen hatte. Etwa, dass die Objekte in unter einer Sekunde aus 24 Kilometern Höhe auf Meeresniveau stürzten. Ein Manöver, zu dem ebenfalls kein Flugzeug auch nur im entferntesten in der Lage ist und das es zudem pulverisieren würde.

Doch diese sowie die zwei anderen Ufo-Begegnungen, von denen die New York-Times berichtete und die beide 2015 dem Flugzeugträger „USS Theodore Roosevelt“ im Atlantik widerfuhren, sind womöglich nicht die einzigen. Denn der Ex-Kampfpilot Ryan Graves, der an Bord der Roosevelt diente, berichtet heute, dass er und seine Kameraden während ihrer Übungen 2014 und 2015 „täglich“, so seine Worte, solche Erlebnisse gehabt hätten.

Die Marine hält Daten unter Verschluss

Aber ist das glaubhaft oder nur Seemansgarn? Tatsächlich gehen die Details der Geschichte lediglich auf die Aussagen beteiligter Piloten und Radaroffiziere zurück. Die aber von den US-Medien und vom Kongress als glaubwürdig bewertet werden. Wirkliche Beweise gibt es hingegen keine, denn die Kriegsmarine hält alle Daten unter Verschluss. Was sie jedoch einräumt ist, dass drei Videos, die die Piloten der Nimitz und der Roosevelt mit den Bordkameras ihrer Jets machten, echt sind. Für den Laien sind die Bilder enttäuschend, da die Ufos nur schwarze Punkte sind, aber dennoch erkannte die New York Times die Sensation: Erstmals gaben die Streitkräfte damit zu, dass sie mit Flugobjekten konfrontiert sind, die sie sich nicht erklären können.

Der New York Times-Artikel wartete noch mit einer weiteren, ja der eigentlichen Sensation auf: nämlich, dass es zwischen 2007 und 2012 im Pentagon eine Organisation zur Untersuchung des Ufo-Phänomens namens AATIP (Advanced Aerospace Threat Identification Program) gegeben hat. Bitte? Das Verteidigungsminsterium widmete sich also insgeheim einem Thema, über das seit Jahrzehnten gesagt wird, dass es nichts als Jokus sei. Und nicht nur das, AATIP war zudem keineswegs zu dem Schluss gekommen, Ufos seien Mumpitz, sondern: Ja, das Phänomen ist echt.

Aufgrund der gesammelten Daten stellte AATIP fünf Kriterien auf, die das Phänomen ausmachen:

• Antigravitation, also die Fähigkeit, ohne erkennbare Antriebs- oder Auftriebskraft zu fliegen.

• Instantane Beschleunigung, also die Fähigkeit, in kurzer Zeit extreme Geschwindigkeit zu erreichen.

• Hyperschallgeschwindigkeit, also die Fähigkeit, fünfmal schneller als der Schall zu fliegen.

• Geringe Erkennbarkeit, also die Fähigkeit, nach Belieben vom Radarschirm zu verschwinden.

• Transmediales Reisen, also die Fähigkeit, sich gleichermaßen durch Luft und Wasser zu bewegen.

Das also sind die Charakteristika der Objekte, mit denen es die US-Streitkräfte laut AATIP zu tun haben – und die zugleich genau all das beinhalten, was landläufig ein Ufo definiert.

„Nach Jahrzehnten des Leugnens“, schlussfolgerte auf diese Enthüllung hin das US-Fernsehmagazin „60 Minutes“, „gibt das Pentagon nun zu, dass da draußen etwas ist“. Und sprach weiter vom „widerwilligen Eingeständnis der US-Regierung des Phänomens der UAPs – besser bekannt als Ufos“. Um zu verstehen, was das bedeutet, muss man sich klarmachen, was „60 Minutes“ ist. Eine mit Preisen, darunter 78 Emmys, überhäufte Nachrichten-Institution des US-Fernsehriesen CBS, die weltweit als Pionier investigativen TV-Journalismus’ gilt.

Der Abschlussbericht wird kritisiert

Das zeigt, wie das Thema nach der New York Times-Enthüllung begann, in etablierten US-Medien anzukommen. Und auch in der Politik stellte man sich nun Fragen. Zu jenen, die Antworten verlangten, gehörte Senator Marco Rubio, heute US-Außenminister. Der damalige Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Geheimdienste bat das Pentagon sowie den Direktor der US-Geheimdienste, den Kongress in einem Bericht über den wahren Stand der Dinge in Sachen Ufos zu informieren. Der wurde im Juni 2021 veröffentlicht und zu dem „Startschuss“, von dem Kayal spricht. Der US-Kongress beauftragte das Pentagon, eine neue Untersuchungsbehörde einzurichten. Die firmiert seit 2022 unter dem Namen AARO (All-domain Anomaly Resolution Office), und mit ihr forscht das Verteidigungsministerium und damit die US-Regierung nun offiziell nach Ufo-Aktivitäten.

Bis dahin galt auch in den USA , wie in Deutschland heute noch, jeder, der von Ufos sprach, als Witzfigur, dessen Karriere schnell endete. Ein wichtiger Grund: das Projekt „Blue Book“, ein Programm, mit dem die US-Luftwaffe von 1951 bis 1969 Ufo-Sichtungen untersuchte. Fazit damals: An dem Phänomen sei nichts dran, weshalb fortan jeder, der es anders sah, als widerlegter Spinner galt. Kritiker sagen jedoch, auch wenn die Projektleiter sich mühten, die Fälle objektiv zu klären, sei der negative Abschlussbericht politischem Druck geschuldet. Unterstützt wird das von der Kritik und Selbstkritik eines Beraters des Projekts, des 1986 verstorbenen US-Astronomen J. Allen Hynek, der später davon sprach, die Luftwaffe sei ständig bestrebt gewesen, die Öffentlichkeit über das Ufo-Phänomen zu täuschen.

Interessant ist auch, dass „Blue Book“ zwei Vorläufer hatte, die Projekte „Sign“ (1948) und „Grudge“ (1949), über die der Spiegel 2012 schrieb, dass „‘Sign’ zu dem Ergebnis kam, bei Ufos müsse es sich um außerirdische Flugkörper handeln. Das Team wurde daraufhin entlassen, und auch das Folgeprojekt ‘Grudge’ musste vorzeitig beendet werden, weil sich die befragten Piloten dagegen wehrten, als inkompetent oder irre abgestempelt zu werden.“

Dennoch galt das lange als Verschwörungstheorie, doch 2025 sagte der Ex-General James Clapper im US-Dokumentarfilm „Age of Disclosure“: „Als ich diente, gab es in der Air Force ein Programm zur Verfolgung anomaler Vorkommnisse, die wir nicht erklären können.“ Clapper war Chef des Geheimdienstes der Luftwaffe, dann der Dachorganisation aller Militärgeheimdienste DNI und schließlich Nationaler Geheimdienstchef sämtlicher US-Dienste unter Präsident Obama. Wenn er das sagt, hat das Gewicht. Sind die US-Streitkräfte also seit langem von der Existenz von Ufos überzeugt und nicht erst seit Start von AATIP 2007?

Immer mehr amerikanische Politiker fordern Aufklärung

Auch der Kongress unterhält inzwischen einen Ufo-Ausschuss, in dem sich eine parteiübergreifende Allianz von republikanischen und demokratischen Abgeordneten formiert. Bereits 2023 hatte sich der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, mit dem republikanischen Mitglied im Geheimdienstausschuss Mike Rounds verbündet, um eine überparteiliche Gesetzgebung zur politischen Aufklärung des Ufo-Phänomens voranzutreiben. Zu den führenden Köpfen heute gehört der Republikaner Eric Burlison, der als Skeptiker in den Ufo-Parlamentsausschuss ging. Doch seit er dort mit als geheim klassifiziertem Material konfrontiert wurde, scheint er wie umgedreht und drängt massiv auf Offenlegung. Er spricht von „etwas Wildem“, das im US-Luftraum vor sich gehe, „das der Logik widerspricht, in der Art wie es sich bewegt“.

Bereits zuvor versprach Trump im Wahlkampf die Offenlegung der Ufo-Akten. Anfang 2026 wies er seinen Kriegsminister Pete Hegseth an, damit zu beginnen. Dieser kommentierte die Freigabe der ersten Tranche im Mai mit den Worten: „Es ist an der Zeit, dass das amerikanische Volk sich selbst ein Bild macht.“ Unterstützt wird Hegseth von Außenminister Rubio, der seit jeher verlangt, das Thema Ufos endlich „ernst zu nehmen“.

Doch ist es ein Irrtum, zu glauben, Trumps Ufo-Akten würden endgültig Licht ins Dunkel bringen. Kritiker wie der US-Journalist Michael Shellenberger, hierzulande bekannt geworden durch seine Enthüllungen über die Ökobewegung, werfen Regierung und Pentagon vor, unter dem Druck der Debatte nur so zu tun, als ob sie um Aufklärung bemüht seien, hinter den Kulissen aber zu mauern: „Die Regierung scheint deutlich mehr über Ufos zu wissen, als sie preisgibt“, so Shellenberger im November 2024 bei einer Anhörung des US-Kongresses.

„Ich bin Physiker, und wir Physiker folgen den Daten“

Oder ist an allem nichts dran? Lässt sich alles auf natürliche Weise erklären? Dazu sagt Michio Kaku, der dank seiner zahlreichen Medienauftritte einer der bekanntesten Wissenschaftler in den USA ist: „Ich bin Physiker, und wir Physiker folgen den Daten. Und die Daten sagen, da ist etwas. Früher lag die Beweislast bei denen, die meinten, es gäbe Ufos. Heute dagegen liegt sie bei denen, die sagen, es gibt sie nicht.“ Einer von diesen ist US-Wissenschaftsautor Mick West, der die Ufo-Sichtungen allesamt für Messfehler hält. Aber ist es plausibel, dass die Nasa und das modernste Militär der Welt in solchem Ausmaß nicht in der Lage sind, ihre Instrumente zu verstehen, dass sie sich die Existenz einer überirdischen Macht einbilden?

Oder aber erfinden Nasa, Streitkräfte und die Geheimdienste – denn auch sie berichten von Ufo-Begegnungen – all das, um uns zu täuschen? Das führt zur eingangs gestellten Frage, nämlich was wollen Sie heute sein: Anhänger der Ufo-Hypothese oder Vertreter der vielleicht größten Verschwörungstheorie aller Zeiten?

Aus der JF-Ausgabe 34/26

Eine Werbetafel in Nevada zeigt Aliens: Das Thema Ufos wird inzwischen ernstgenommen. Foto: picture alliance / imageBROKER | Unai Huizi
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