„Dieses Buch berichtet über das nächste große Thema der Zukunft unserer Wirtschaft“, lobt kein geringerer als Hans-Werner Sinn, ehemaliger Chef des Ifo-Instituts. Und Newt Gingrich, früherer Sprecher des US-Repräsentantenhauses, pflichtet bei: „Rainer Zitelmann eröffnet uns darin einen umfassenden Blick auf den nächsten großen Durchbruch.“ Nach so viel Vorschusslorbeeren ist das neue Buch des studierten Soziologen, Historikers und Unternehmers nun endlich erschienen: „Weltraumkapitalismus“.
Im exquisiten China-Club, gleich neben dem Hotel Adlon, im Herzen der Hauptstadt stellte es Zitelmann gestern Abend vor fünfzig ausgewählten Gästen vor. Das nunmehr 31. Buch des produktiven Publizisten (z. B. „Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs“, „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“ oder „Die Kunst, berühmt zu werden“) widmet sich einem auch für Deutschland entscheidenden Thema, das hierzulande aber sträflich vernachlässigt wird: Das Zeitalter des Weltraumkapitalismus bricht an.

In seinem neuen Buch macht Zitelmann klar, dass der Weltraum ein in Deutschland von vielen verkannter Wachstumsmarkt mit ungeheurem Potential ist. Schon heute bräche unsere Gesellschaft teilweise zusammen, würde die weltraumgestützte Kommunikation plötzlich abgeschaltet, da die Steuerung moderner Prozesse immer mehr auf Satellitendaten beruht. Und das ist erst der Anfang: Denn bisher habe der Umstand, dass Raumfahrt staatlich organisiert war, für Stagnation gesorgt, da dies das Ausgreifen marktwirtschaftlicher Produktivkräfte ins All verhinderte. Doch diese Blockade sei mit dem Erfolg der privaten Raumfahrt, vor allem vorangetrieben von Elon Musks „SpaceX“, durchbrochen und Zitelmann hat keinen Zweifel daran, dass damit der Weg zu diversen Weltraumindustrien geebnet ist.
Für Deutschland ist seine Prognose allerdings düster: „Wir verpassen ja bereits eine Zukunftsindustrie nach der anderen – und so auch hier“, warnte er erneut gestern in Berlin. Und selbst für die wenigen Weltraumfahrt-Start-ups, die Deutschland aufzubieten hat, wie Isar Aerospace und Rocket Factory Augsburg in Bayern oder HyImpulse Technologies in Schwaben, ist er skeptisch, da sie, „wenn sie langfristig erfolgreich sind, in die USA abzuwandern drohen – wie wir das bereits in anderen Fällen beobachtet haben, wie etwa beim neuseeländischen Rocket Lab“, das heute in Los Angeles residiert.
Aufbruch in den Weltraum – ohne Deutschland
Allerdings ist es kein Wunder, dass Deutschland den Anschluss verliert, angesichts des mangelnden Bewusstseins hierzulande. Das zeigte sich auch in der Fragerunde nach der Buchvorstellung, in der einige Fragesteller ernstlich einwandten, wozu denn ein Einstieg in den Zukunftsmarkt Weltraum überhaupt nötig sei, angesichts der vielen ungelösten Probleme auf der Erde. Reaktionen wie diese verdeutlichen, wie wichtig ein Buch wie „Weltraumkapitalismus“ ist, um Bewusstsein für eine Zukunft zu schaffen, die sonst ohne Deutschland stattfindet – mit allen sozialen Grausamkeiten und katastrophalen politischen Verwerfungen, die ökonomisches Abgehängtsein mit sich bringt, wie ein Blick in die Geschichte zeigt.
Nicht umsonst hat „Weltraumkapitalismus“ bereits eine ganze Reihe lobender Stimmen gefunden. Nicht nur, wie schon erwähnt, Hans-Werner Sinn und Newt Gingrich, sondern auch zum Beispiel Matthew Weinzierl, Professor für Business Administration an der Harvard Business School und einer der wichtigsten Experten für Weltraumökonomie: „Zitelmanns Buch hebt sich deutlich von der Masse ab, indem es nachdrücklich dafür plädiert, den Kapitalismus ins Zentrum unserer zukünftigen Raumfahrt zu stellen.“ Oder Robert Zubrin, Präsident der amerikanischen Mars-Society, der maßgeblich Elon Musk beeinflusst hat: „Zitelmann zeigt uns den Weg.“ Man kann nur hoffen, dass Zitelmanns Botschaft auch in seinem Vaterland Gehör findet, bevor es endgültig zu spät ist.
> Sehen Sie hier ein Interview mit Rainer Zitelmann zu seinem neuen Buch: „Weltraumkapitalismus. Private Weltraumunternehmen erobern das All“





