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Neuer Handelsweg: Ägypten hat längst eine Hormus-Alternative

Neuer Handelsweg: Ägypten hat längst eine Hormus-Alternative

Neuer Handelsweg: Ägypten hat längst eine Hormus-Alternative

Hormus-Alternative: Mit dem Hafen von Safaga verfügt Ägypten über einen Stützpunkt für seine Transportrouten (Archivbild).
Hormus-Alternative: Mit dem Hafen von Safaga verfügt Ägypten über einen Stützpunkt für seine Transportrouten (Archivbild).
Mit dem Hafen von Safaga verfügt Ägypten über einen Stützpunkt für seine Transportrouten (Archivbild). Foto: picture alliance / piranhadestinations | Peter Jurgilewitsch
Neuer Handelsweg
 

Ägypten hat längst eine Hormus-Alternative

Seit Ende Februar 2026 ist die Straße von Hormus de facto gesperrt. Das iranische Regime hat das wichtigste Energienadelöhr der Welt lahmgelegt. Doch während die Ölpreise explodieren und der Warenverkehr einbricht, arbeitet Ägypten an neuen Logistikrouten.
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Auch wenn die Straße von Hormus gegenwärtig blockiert ist (JF berichtete), ganz zum Erliegen kommt der Handel deswegen nicht. Eine stetig wachsende Menge an Öl, aber auch Konsum- und Industriegütern wird inzwischen nämlich durch Ägypten transportiert – von der Mittelmeerküste bis ans Rote Meer, um von dort aus weiter verschifft zu werden. Seit Ende 2024 betreibt Ägypten einen sogenannten Ro-Ro-Korridor. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte Logistikroute, bei der Fahrzeuge wie Lastwagen, Autos oder Bahnwaggons eigenständig auf Schiffe fahren und diese wieder verlassen können, ohne dass Kräne benötigt werden.

Mit europäischen Waren beladene Lkw werden per Fähre vom italienischen Triest in den ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta transportiert. Von dort aus fahren die Fahrzeuge über Land weiter zum Rotmeerhafen Safaga. Anschließend werden die Waren per Schiff in Richtung Arabische Halbinsel weitertransportiert. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Golfstaaten mit europäischen Gütern zu versorgen – ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen.

Der ägyptische Logistikexperte Ahmed al-Edrissi vom Nationalen Transportplanungsinstitut bezeichnete die zunehmende Nutzung dieses Korridors gegenüber dem Nachrichtenportal The New Arab als einen Durchbruch für Ägyptens regionale Stellung. Denn auch beim Rohöltransport spielt Ägypten eine zunehmend wichtige Rolle. Die SUMED-Pipeline – kurz für Suez-Mediterranean – verbindet Ain Sokhna am Golf von Suez (Ägypten) mit dem Mittelmeerhafen Sidi Kerir. Sie hat eine Kapazität von rund 2,8 Millionen Barrel pro Tag und wird zusehends ausgelastet. Ölstaaten wie Saudi-Arabien pumpen ihr Öl über eigene Pipelines wie die saudische East-West-Pipeline ans Rote Meer. Von dort können Tanker das Öl nach Ain Sokhna bringen, von wo es durch die SUMED-Pipeline ans Mittelmeer fließt. Von dort aus wiederum fließt es dann weiter nach Europa oder auch in die USA.

Ägypten profitiert so von Hormus-Blockade

Damit etabliert sich eine Alternative zur Straße von Hormus, die auf der anderen Seite der Arabischen Halbinsel den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. An ihrer schmalsten Stelle ist sie lediglich 33 Kilometer breit. Tanker können die Passage nur über zwei jeweils knapp drei Kilometer breite Fahrrinnen passieren. Die Bedeutung für den Welthandel ist enorm: Durch diesen engen Seeweg wurden in den vergangenen Jahren rund 20 Prozent des weltweiten Rohöls sowie große Mengen an Flüssigerdgas (LNG) transportiert. Doch der Irankrieg verhindert das seit Wochen.

Als Folge dessen geriet die globale Rohstoffversorgung massiv unter Druck. Statt der üblichen 150 bis 180 Tanker pro Tag passierten in den Wochen nach der Schließung nur noch fünf bis sieben Schiffe die Meerenge. In der Folge stiegen auch die Preise für Öl und LNG erheblich. Doch mit Ägypten steht ein Akteur bereit, der nicht nur selbst von der Situation profitiert, sondern auch insbesondere Europa und den USA aus der Patsche helfen kann.

Mit dem Hafen von Safaga verfügt Ägypten über einen Stützpunkt für seine Transportrouten (Archivbild). Foto: picture alliance / piranhadestinations | Peter Jurgilewitsch
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