TEHERAN/WASHINGTON. Die strategisch entscheidende Straße von Hormus ist nach Angaben Irans wieder unter „strikter Kontrolle“ des Militärs. Das hat die iranische Führung am Samstag über Staatsmedien verbreitet. Die Passage bleibe überwacht, solange die USA ihre Blockade iranischer Häfen nicht vollständig aufheben.
Noch am Vortag hatten sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärt, die wichtige Wasserstraße sei wieder geöffnet. Die widersprüchlichen Signale sorgen international für erhebliche Verunsicherung.
Zwar passierten am Samstag erstmals wieder einzelne Tanker die Meerenge. Nach Daten von Schiffsverfolgungsdiensten verließen mehrere Flüssiggas- und Öltanker den Persischen Golf und durchquerten den Engpass. Ob dies bereits eine nachhaltige Normalisierung des Verkehrs bedeutet, ist jedoch unklar. Ebenso bleibt offen, ob die Schiffe Gebühren an den Iran entrichten mussten.
Der Iran und das Atomprogramm
Parallel dazu verschärft sich der politische Schlagabtausch. Teheran betont, die Passage bleibe unter militärischer Kontrolle und könne jederzeit eingeschränkt werden. Washington hingegen hält an seiner Seeblockade fest und will diese erst nach einem endgültigen Abkommen aufheben.
Für zusätzliche Irritation sorgte ein virtueller Krisengipfel westlicher Staaten unter Führung von Emmanuel Macron und Keir Starmer. Während die Staats- und Regierungschefs noch über eine Öffnung der Route berieten, erklärte Trump überraschend über soziale Medien, es sei bereits ein Durchbruch erzielt worden. Europäische Regierungschefs reagierten zurückhaltend. Macron sprach von „ermutigenden Entwicklungen“, warnte jedoch vor vorschnellen Schlüssen. Starmer mahnte, mögliche Vereinbarungen müssten „tragfähig und dauerhaft“ sein.
Hinter den Kulissen laufen derweil neue Verhandlungen. Gespräche zwischen den USA und dem Iran könnten bereits in den kommenden Tagen unter Vermittlung Pakistans stattfinden. Offizielle Termine gibt es jedoch nicht. Zentrale Streitpunkte bleiben ungelöst. Neben der Kontrolle der Straße von Hormus geht es vor allem um Irans Atomprogramm und den Umgang mit angereichertem Uran. Auch die Frage, ob Teheran künftig Einfluss auf die Verwaltung der Meerenge erhält, sorgt insbesondere bei den ölproduzierenden Golfstaaten für Besorgnis.
Damit bleibt die Lage angespannt. Die ersten Tanker sind unterwegs. Doch ob die wichtigste Energieader der Welt tatsächlich wieder frei passierbar ist, ist weiter offen.






