ERFURT/MÜNCHEN. ARD und ZDF haben in ihren Nachrichtensendungen so gut wie nicht über die Prügel-Attacken auf Reporter von Apollo News und JUNGER FREIHEIT berichtet. Das „Heute-Journal“ verschwieg sie gänzlich, die „Tagesschau“ erwähnte sie in einem Nebensatz. Beim „Sonntags-Stammtisch“ des Bayerischen Rundfunks brachte ARD-Journalistin Anja Kohl sie dann doch zu zur Sprache – allerdings mit einem komplett verfälschenden Zungenschlag.
Denn die Frau, die sonst die „Börse im Ersten“ moderiert und bei den ARD-„Tagesthemen“ vom Aktienhandel berichtet, verlangte von der AfD, sich von den Angriffen zu distanzieren. Sie erweckte den Eindruck, die Angriffe seien nicht von Linksextremisten, sondern von Anhängern der Partei ausgegangen.
Auffällig: Niemand in der Runde stellte diese implizite Behauptung richtig: Weder Moderator Hans Werner Kilz noch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und auch nicht Ex-Skiläufer Christian Neureuther. Lediglich Sänger Heinz-Rudolf Kunze scheint die neben ihr sitzende Kohl verstört anzugucken. Kilz war früher Chefredakteur vom Spiegel und der Süddeutschen Zeitung.
Kohl fordert eine Distanzierung der AfD
Unter der Rubrik „Mein Ärger der Woche“ kam Anja Kohl auf die brutalen Angriffe zu sprechen und redete zunächst richtigerweise von „Kopftritten von Gegendemonstranten“, um dann sofort anzuschließen:
„Und die AfD hat es nicht geschafft, sich davon zu distanzieren, überhaupt dazu Stellung zu nehmen. Das heißt, das waren wirklich gewalttätige Angriffe auf Journalisten in Deutschland, die am Rande des AfD-Parteitages sehr sauber versucht haben zu berichten. Mein absolutes Ärgernis dieser Woche: Journalisten in diesem Land, die berichten, müssen geschützt werden vor Angriffen, und man muss dann auch Parteien haben, die sich distanzieren von so einer Sache.“
Die Forderung hätte die ARD-Frau an Linkspartei, Grüne und SPD richten müssen, denn die hatten zu den Protesten gegen den AfD-Parteitag aufgerufen. Die Gewerkschaft Verdi bezahlte gar die Busfahrten von Teilnehmern der „Widersetzen“-Demonstration nach Erfurt. Aus deren Reihen erfolgten die Angriffe. Kohl aber erweckte den Eindruck, die AfD, ihre Delegierten oder Anhänger hätten etwas mit den Tritten und Schlägen zu tun. Dass die Täter Linksextremisten waren, verschweigt sie vollständig.
Tatsächlich hatte die AfD-Vorsitzende Alice Weidel die Angriffe bereits am Sonnabend verurteilt und kritisiert, dass diese nicht viel größere Aufmerksamkeit erfahren hatten: „Ich muss sagen, die anderen Parteien und auch die Medien: Sie waren sehr leise, um das zu verurteilen“, sagte Weidel.
Kritik an der ARD
JF-Chefredakteur Dieter Stein nannte das auf X „völlig irre“. Der Journalist und Vorsitzende der Schriftstellervereinigung PEN Berlin, Deniz Yücel, ätzte: „Der Preis für den beinah besten Beitrag zu den Angriffen auf Journalisten am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt geht an… Anja Kohl (ARD) und die Sendung ‚Der Sonntags-Stammtisch‘ (BR).“
Völlig irre: Anja Kohl, ARD-Journalistin, fordert AfD beim Sonntags-Stammtisch des @br24 auf, sich von Angriffen auf Journalisten (von @jungefreiheit und @apollo_news_de) zu distanzieren. Keiner korrigiert sie, dass die Täter Linksradikale waren! pic.twitter.com/O7Mo1UqHGF
— Dieter Stein (@Dieter_Stein) July 5, 2026
Die Apollo-Journalisten waren Opfer einer minutenlangen Hetzjagd von „Widersetzen“-Demonstranten und schließlich zu Boden geschlagen worden. Dort wurde mindestens einem Reporter auch gegen den Kopf getreten. Sie kamen ins Krankenhaus. Es flogen, wie der Spiegel berichtet, auch Flaschen und Farbbeutel.
Dem Social-Media-Chef der JUNGEN FREIHEIT, Vadim Derksen, boxten Demonstranten ins Gesicht und raubten ihm das Handy. Später konnte er es wiedererlangen. Nach Angaben der Polizei wurden einige Tatverdächtige bereits identifiziert und Ermittlungen aufgenommen.
Antifa Angriff auf unsere Journalisten in Anwesenheit vom »Widersetzen« Organisator Suraj Mailitafi und Marcant. Mit einem Faustschlag ins Gesicht und auf die Hand wird das Handy entrissen und geklaut. Zuvor versicherte man uns, dass wir hier sicher seien. pic.twitter.com/iqUafTdZDU
— JUNGE FREIHEIT (@jungefreiheit) July 4, 2026
CDU verurteilt Angriffe
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), verurteilte die Attacken gegenüber der Bild: „Wer Gewalt gegen Journalisten anwendet, der greift die Demokratie an.“ Meinungsfreiheit und Pressefreiheit seien „zentrale Säulen einer freiheitlichen Gesellschaft“.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß kritisierte: „Die linke Gewalt gegen Polizisten, Journalisten oder Andersdenkende ist scharf zu verurteilen. Die Grüne Partei und die Linkspartei sind auf dem linken Auge blind. Sie dürfen die Antifa nicht länger verharmlosen. Jeder Extremist ist Mist – egal ob von links oder von rechts! Deswegen ist es auch absolut richtig, dass die CDU-geführte Bundesregierung nicht nur den Rechtsextremismus, sondern auch den Linksextremismus ins Visier nimmt.“

Das linksradikale Bündnis „Widersetzen“ dagegen billigte auf einer Pressekonferenz die Gewalttaten: „Wir sind nach Erfurt gekommen, um Faschisten zu blockieren. Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten“, antwortete Sprecher Noa Sander am Sonntag auf die Frage eines „Deutschlandfunk“-Reporters, ob das Bündnis die Angriffe verurteilen wolle (die JF berichtete).
Grüne und SPD loben Demonstranten
Grünen-Chefin Franziska Brantner lobte den Protest gegen den AfD-Parteitag als „friedlich“ und „ein Zeichen demokratischer Stärke“. Die Teilnehmer hätten für „Zusammenhalt in einer liberalen und freien Demokratie gegen Rechtsradikalismus“ demonstriert. Dann ergänzte sie: „Wir lehnen jede Form von Gewalt auf solchen Demonstrationen ab. Wir bedauern diesen Einzelfall und wünschen gute Genesung. Der Schutz der Pressefreiheit ist ein unverhandelbares Grundrecht.“
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf betonte gegenüber Bild: „Ich lehne jegliche Form von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung ab, selbstverständlich auch diesen Angriff.“ Er fügte aber hinzu: „Deshalb bin ich sehr froh, dass die Demonstrationen gestern in Erfurt ansonsten sehr friedlich verlaufen sind. Zehntausende haben mit ihrem friedlichen Protest ein starkes Zeichen gegen die rechtsextreme AfD gesetzt.“ (fh)





