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Erfurt: „Widersetzen“ billigt Angriffe auf Journalisten

Erfurt: „Widersetzen“ billigt Angriffe auf Journalisten

Erfurt: „Widersetzen“ billigt Angriffe auf Journalisten

„Widersetzen“-Sprecher Noa Sander: mag in Erfurt keine rechten Journalisten.
„Widersetzen“-Sprecher Noa Sander: mag in Erfurt keine rechten Journalisten.
„Widersetzen“-Sprecher Noa Sander: hat nichts gegen Prügelattacken auf Medienvertreter. Foto: picture alliance/dpa | Martin Schutt
Erfurt
 

„Widersetzen“ billigt Angriffe auf Journalisten

„Faschist*innen mit Presseausweis sind immer noch Faschist*innen“, betont „Widersetzen“-Sprecher Noa Sander. Bei der Abschluss-Pressekonferenz des linken Bündnisses in Erfurt werden Angriffe auf Journalisten nicht verurteilt.
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Erfurt. Bei der abschließenden Pressekonferenz von „Widersetzen“ in Erfurt haben sich die Sprecher des linken Bündnisses geweigert, stattgefundene Angriffe auf Journalisten zu verurteilen. „Wir sind nach Erfurt gekommen, um Faschist*innen zu blockieren. Faschist*innen mit einem Presseausweis sind immer noch Faschist*innen“, entgegnete „Widersetzen“-Sprecher Noa Sander auf die Frage eines Deutschlandfunk-Journalisten, der wissen wollte, wie sich das Bündnis zu den Angriffen verhalte.

„Ich weiß nicht, was Sie nicht verstanden haben. Die sind auf unseren Aktionen nicht willkommen. Sie können auch gerne jetzt gehen“, legte Sander schnippisch nach. Der Deutschlandfunk-Korrespondent hatte sich durch sein Nachhaken mit einem Reporter von „Apollo News“ solidarisiert, der zuvor bereits von Sanders Co-Sprecherin, Niki Leopold, abgewiesen wurde. Fragen dieses Mediums wolle man „nicht entgegen“ nehmen.


Bezogen hatten sich die Fragen auf Antifa-Angriffe gegen Journalisten, die sich im Zuge der Proteste beim AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli ereigneten. „Widersetzen“ hatte sich dezidiert das Ziel gesetzt, den gesetzlich vorgeschriebenen Parteitag zu verhindern. Dieser konnte nur durch die frühe Anreise der Delegierten in der Nacht und ein massives Polizeiaufgebot vergleichsweise problemlos stattfinden.

Journalisten wurden geschlagen, getreten und verfolgt

Unter den 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten, die die Polizei Thüringen am Samstag und Sonntag feststellte, bestätigten die Behörden auch Attacken auf Beamte und Medienvertreter. Konkret waren Reporter der JUNGEN FREIHEIT und von „Apollo News“ betroffen. Auch ein Team des Bayerischen Rundfunks soll bedrängt worden sein.

Bei einer Blockade am Samstagmorgen griffen mehrere Vermummte das JF-Team hinterrücks an, schlugen einem der Reporter mit der Faust ins Gesicht und raubten sein Mobiltelefon. Später konnte dies zurückgewonnen werden. Die Tat wurde angezeigt.


Zudem fand am Gothaer Platz eine regelrechte Hetzjagd auf drei Reporter von „Apollo News“ statt, wobei zwei von ihnen unter anderem Prellungen und Schürfwunden davontrugen. Als einer der Journalisten zu Boden ging, traten Antifa-Schläger auf dessen Kopf ein.


„Widersetzen“-Sprecher setze sich für „gesellschaftliche Vielfalt“ ein

Die Antifa-Prügelattacken reihen sich in eine Serie von linksextremistischen Anschlägen auf Medienvertreter ein. Nachdem die JF in ihrer Geschichte bereits Erfahrung mit einer Vielzahl solcher Angriffe hatte, fokussierten sich jüngste Übergriffe auf den neuen Sitz von „Apollo News“ (JF berichtete). Am Wochenende ist es dort erneut zu Schmierereien und dem versuchten Verkleben der Büroräume gekommen.

Dass auch tätliche Übergriffe von „Widersetzen“ toleriert werden, erscheint paradox. Denn einer der Köpfe der Gruppierung, Suraj Mailitafi, behauptet auf Instagram, „für eine Welt, in der die Schönheit in den Differenzen gesehen wird“, zu kämpfen. Laut der linken Medienmesse kläre der Chemiestudent auch über „gesellschaftliche Vielfalt und soziale Gerechtigkeit“ auf. Ein Interview mit der JUNGEN FREIHEIT verweigerte der 25jährige am Samstagmorgen dennoch.

Organisation ist Teil des Antifa-Milieus

Hinter der Vereinigung „Widersetzen“, die Mailitafi mitanführt, stellen sich zahlreiche Vertreter von Grünen, Linkspartei und SPD. Insbesondere führende Mitglieder der Grünen und der Linken Jugend sowie der Jusos riefen offen zu rechtswidrigen Blockaden auf. Aber auch Regierungsvertreter wieder Thüringer SPD-Innenminister Georg Maier solidarisierten sich mit „Widersetzen“.

Auf ihrer Website schreiben die Organisatoren, mit „antifaschistischen Gruppen“, „Gewerkschafter*innen“, „Hochschulgruppen“, „queeren Organisationen“ und zahlreichen weiteren Vertretern aus dem linken Milieu zu kooperieren. Der Sitz der Gruppierung ist bei der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ in Berlin registriert. (rsz)

„Widersetzen“-Sprecher Noa Sander: hat nichts gegen Prügelattacken auf Medienvertreter. Foto: picture alliance/dpa | Martin Schutt
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