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Schwarzer Humor?: Wenn Antirassisten die Hautfarbe zur Eintrittskarte machen

Schwarzer Humor?: Wenn Antirassisten die Hautfarbe zur Eintrittskarte machen

Schwarzer Humor?: Wenn Antirassisten die Hautfarbe zur Eintrittskarte machen

Rassist. Suraj Mailitafi (l.) will nur mit Schwarzen schwimmen. Foto: picture alliance / dts-Agentur | -
Rassist. Suraj Mailitafi (l.) will nur mit Schwarzen schwimmen. Foto: picture alliance / dts-Agentur | -
Suraj Mailitafi (l.) will nur mit Schwarzen schwimmen. Foto: picture alliance / dts-Agentur | –
Schwarzer Humor?
 

Wenn Antirassisten die Hautfarbe zur Eintrittskarte machen

Weiße dürfen in Berlin zeitweise nicht ins Freibad. Wer das nicht erfrischend findet, soll 1.131.200 Euro zahlen und monatliche Antirassismus-Schulungen besuchen, findet „Widersetzen“-Sprecher Suraj Mailitafi. René Rabeder geht crashout.
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Suraj Mailitafi hat die Debatte über das Berliner „Volksbad“ (die JF berichtete) um eine bemerkenswerte Forderung bereichert. Nachdem die CDU-Bezirksverordnete Aileen Weibeler kritisiert hatte, dass Weiße am Freitag sechs Stunden lang nicht in das Schwimmbecken vor der Volksbühne dürfen, präsentierte der schwarze Sprecher des Anti-AfD-Bündnisses „Widersetzen“ seine Abrechnung.

Weibeler solle sich öffentlich entschuldigen. Die Berliner CDU müsse 1.131.200 Euro an den Schwarzen-Lobbyverein „Each One Teach One“ spenden. CDU-Politiker hätten einmal im Monat verpflichtende Antirassismus-Schulungen zu besuchen.

Zusätzlich verlangt Mailitafi „klare Maßnahmen“ gegen angebliches „Racial Profiling“ und „anti-schwarzen Rassismus“ bei der Berliner Polizei. Wie er auf den erstaunlich präzisen Millionenbetrag kommt, verrät er nicht. Dafür erklärt Mailitafi, Weibeler habe mit ihrem Video „ein Fass aufgemacht“ und ein gesellschaftliches Klima geschaffen, in dem schwarze Menschen und ihre „Safer Spaces“ zur Zielscheibe würden.

Der Ausschluss wird zum Schutzraum

Der Vorgang selbst ist übersichtlich. Das für rund 300.000 Euro errichtete Becken ist freitags gewöhnlich von zwölf bis 20 Uhr geöffnet. Am 14. August bleiben sechs dieser acht Stunden einer schwarzen Veranstaltung vorbehalten. Ursprünglich schrieb die Volksbühne ausdrücklich, das Bad sei in diesem Zeitraum „exklusiv für schwarze Communitys geöffnet“. Nach den ersten kritischen Nachfragen änderte das Theater den Text. Nun ist das Becken eben offiziell für EOTO reserviert.

Der Verein selbst formuliert weniger vorsichtig. Man habe an diesem Tag ein Open-Air-Schwimmbad „ganz für uns allein“. Die sprachliche Nachbesserung der Volksbühne ändert daher nichts am Ergebnis. Menschen werden aufgrund ihrer Hautfarbe vom Besuch eines öffentlich finanzierten Angebots ausgeschlossen. Mailitafi verteidigt das offensiv. Deutschland sei schließlich eine „zutiefst rassistische Gesellschaft“. Weiße Menschen würden jedoch „crashout“ gehen, sobald Schwarze sechs Stunden allein in einem Freibad sein wollten. Das sei „toxisch“. Seine Aufforderung: „Rafft euch mal.“

Damit ist die Logik des modernen Antirassismus auf ihren Kern reduziert. Die Handlung spielt kaum noch eine Rolle. Entscheidend ist, wer ausschließt und wer ausgeschlossen wird. Trifft die Maßnahme Schwarze, gilt sie als Rassismus. Trifft sie Weiße, verwandelt sich dieselbe Behandlung in einen schützenswerten Rückzugsraum. Die Hautfarbe entscheidet damit wieder darüber, wer eine öffentliche Einrichtung betreten darf. Ausgerechnet jene Aktivisten, die ständig vor einer rassistischen Gesellschaft warnen, sortieren die Menschen erneut nach Abstammung und Aussehen. Den einen sprechen sie einen kollektiven Anspruch auf Räume zu. Die anderen haben ihren Ausschluss schweigend zu respektieren.

Braucht einen Safer Space für Schwarze und verlangt Unterwerfung von Weißen: Suraj Mailitafi auf Instagram. Screenshot: JF
Braucht einen Safer Space für Schwarze und verlangt Unterwerfung von Weißen: Suraj Mailitafi auf Instagram. Screenshot: JF

Kritiker werden Rassisten

Noch aufschlussreicher ist Mailitafis Reaktion auf Weibeler. Der generell recht verhaltensorigenelle Schwarze widerspricht ihr nicht einfach. Er verlangt Unterwerfung. Die ohnehin sehr kleinlaut und weichgespült auftretende Kritikerin soll Abbitte leisten, ihre Partei einen siebenstelligen Betrag überweisen und deren Politiker sollen sich fortan jeden Monat ideologisch schulen lassen. Ins Umerziehungslager für Weiße, quasi.

Chickity-check yourself before you wreck yourself. Und überweise 1.131.200 Euro. Screenshot: JF
Chickity-check yourself before you wreck yourself. Und überweise 1.131.200 Euro. Screenshot: JF

So redet jemand, der die öffentliche Auseinandersetzung bereits für entschieden hält. Der Rassismusvorwurf ersetzt das Argument und liefert zugleich den Schuldspruch. Wer widerspricht, bestätigt dadurch nur, wie dringend er erzogen werden muss. Wer am lautesten quietscht, will geölt werden. Rafft euch mal!

Suraj Mailitafi (l.) will nur mit Schwarzen schwimmen. Foto: picture alliance / dts-Agentur | –
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