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Mit Unterstützung der Queerbeauftragten: „Widersetzen“-Sprecher startet Spendenaufruf nach Volksbühnen-Absage

Mit Unterstützung der Queerbeauftragten: „Widersetzen“-Sprecher startet Spendenaufruf nach Volksbühnen-Absage

Mit Unterstützung der Queerbeauftragten: „Widersetzen“-Sprecher startet Spendenaufruf nach Volksbühnen-Absage

Suraj Mailitafi und die Berliner Volksbühne. Der „Widersetzen“- Sprecher will Spenden für den Veranstalter.
Suraj Mailitafi und die Berliner Volksbühne. Der „Widersetzen“- Sprecher will Spenden für den Veranstalter.
Suraj Mailitafi: Der „Widersetzen“-Sprecher ärgert sich. Die Volksbühne reagiert mit eigenem Protest. Fotos: picture alliance / dts-Agentur | – /// picture alliance/dpa | Christophe Gateau
Mit Unterstützung der Queerbeauftragten
 

„Widersetzen“-Sprecher startet Spendenaufruf nach Volksbühnen-Absage

Wegen der abgesagten Schwimmveranstaltung für ausschließlich schwarze Badegäste ruft der Sprecher von „Widersetzen“ zu Spenden für den Veranstalter auf. Auch die Queerbeauftragte der Bundesregierung setzt sich dafür ein. Wie die Volksbühne reagiert.
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BERLIN. Nach der Absage der exklusiven Schwimmbadveranstaltung für Schwarze an der Berliner Volksbühne hat „Widersetzen“-Sprecher Suraj Mailitafi gemeinsam mit vier weiteren schwarzen Aktivisten einen Spendenaufruf für den Verein Each One Teach One (Eoto) gestartet. „Sie wollten einen safer Space – sie bekamen rassistische Drohungen“, echauffiert sich Mailitafi über das Echo der abgesagten Eoto-Veranstaltung. Auch die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), und der Vorsitzende der Grünen Jugend, Luis Bobga, haben die Spendenaktion auf Instagram repostet.

„Wer sich darüber genauso wütend, traurig oder fassungslos fühlt: Lasst uns aus dieser Wut Solidarität machen“, forderte Mailitafi. Der „Widersetzen“-Sprecher war durch die Blockaden seines linksradikalen Bündnisses nach der Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Gießen und durch den Protest gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt bekannt geworden.

Spendenaufruf der schwarzen Aktivisten. Queerbeauftragte Sophie Koch und Grüne-Jugend-Vorsitzender Bobga reposten. Quelle: Instagram / suraj.mailitafi. Screenshot: JF

 Volksbühnen-Mitarbeiter hängten „Fickt euch!“-Banner auf

Aus Protest gegen die Ablehnung der Veranstaltung hängten Mitarbeiter der Volksbühne am Freitag ein großes Banner mit der Aufschrift „Fickt euch!“ vor das Grundstück. „Das wollen wir unkommentiert so stehen lassen“, antwortete der Intendant des Theaters, Matthias Lilienthal, auf Anfrage des Tagesspiegels nach dem Bezug des Transparents.

Ursprünglich wollte Eoto am Freitag zwischen 12 und 18 Uhr ausschließlich Schwarzen im von der Berliner Volksbühne eingerichteten temporären „Volksbad“ eine Schwimmveranstaltung zur Verfügung stellen. Weil das öffentlich finanzierte Becken eigentlich als kostenloses Angebot für alle beworben worden war, löste die Ausladung weißer Menschen Kritik aus.

Influencer wirkte beim Bürgerfest des Bundespräsidenten mit

Die anderen Mitautoren des nun aufgesetzten Spendenaufrufs sind die Antirassismus- und Feminismus-Aktivistin Fatima Sidibe, der selbsterklärte Afrofluencer „Bruder Stève“, der freie Journalist Carel Tchoukuegno und die Autorin Jasmina Kuhnke. Letztgenannte ist in sozialen Medien unter dem Pseudonym „Quattromilf“ aktiv.

Zusammen erreichen die Influencer Hunderttausende Follower. „Bruder Stève“ wirkte zudem beim Bürgerfest des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit, wo „der in Kamerun geborene und in Nordbaden aufgewachsene Creator die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutsch-afrikanischen Partnerschaft“ beleuchtete, wie es in einer Pressemitteilung des deutschen Staatsoberhauptes heißt.

„Widersetzen“-Sprecher verhöhnte CDU-Politikerin

Vor dem Spendenaufruf zog Mailitafi über die CDU-Kommunalpolitikerin Aileen Weibeler her, die sich von dem exklusiven Badespaß für Schwarze ausgegrenzt fühlte. Unter einem viralen Video der Berliner Christdemokratin antwortete Mailitafi spöttisch: „Please check your privilege and come again“ (Deutsch: Bitte überprüfen Sie Ihr Privileg und kommen Sie wieder).

Daraufhin verurteilte er Kritiker der zeitweisen Aussperrung Nicht-Schwarzer und brachte für diejenigen, die das Angebot nicht gutheißen, eine Zahlung von 1,13 Millionen Euro sowie monatliche Antirassismus-Schulungen und Umerziehungsprogramme ins Spiel (JF berichtete in einem Kommentar).

Sicherheit könne nicht gewährleistet werden

Als Grund für die kurzfristige Absage nannte der Veranstalter am Donnerstag Sicherheitsbedenken nach angeblichen Drohungen und diskriminierenden Kommentaren. So habe man „rassistische Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf Social Media“ erhalten. Die physische und psychische Sicherheit der Badegäste könne demnach auch mit Polizei und Sicherheitskräften nicht gewährleistet werden.

Für den Badebetrieb wird das Becken während der zunächst reservierten sechs Stunden dennoch nicht geöffnet sein, wie Volksbühnen-Intendant Lilienthal bestätigte. Er selbst wollte mittags vor Ort sein und Gespräche führen. Seit Dienstag war das Bad ohnehin geschlossen: Die Duschen sind kaputt.

Lilienthal verteidigte bereits vorab gegenüber Medien das Konzept, einzelnen Gruppen zeitweise exklusiven Zugang zu gewähren. Damit werde das Berliner Antidiskriminierungsgesetz umgesetzt, sagte er dem RBB. Dieses gebiete geschützte Räume für Menschen mit Diskriminierungserfahrung. Für die abgesagte Veranstaltung mit Eoto soll es zu einem späteren Zeitpunkt Ersatz geben. (rsz/rr)

Suraj Mailitafi: Der „Widersetzen“-Sprecher ärgert sich. Die Volksbühne reagiert mit eigenem Protest. Fotos: picture alliance / dts-Agentur | – /// picture alliance/dpa | Christophe Gateau
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