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Streit um Ausschluss dreier Läden: Weimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ganz ab

Streit um Ausschluss dreier Läden: Weimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ganz ab

Streit um Ausschluss dreier Läden: Weimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ganz ab

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht da, in schwarzem Jackett und hält die Hände nach oben
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht da, in schwarzem Jackett und hält die Hände nach oben
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bläst die Verleihung des Buchhandlungspreises ganz ab. Foto: IMAGO / Panama Pictures
Streit um Ausschluss dreier Läden
 

Weimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ganz ab

Der Streit um drei linksextreme Buchhandlungen hat Folgen: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagt die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises 2026 komplett ab.
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BERLIN. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises 2026 abgesagt. Die aktuelle Debatte um den Ausschluss dreier linksradikaler Buchhandlungen (JF berichtete) drohe den Sinn der Veranstaltung „zunehmend zu überlagern“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Eine angemessene Würdigung der Preisträger sei „in einem solchen Kontext kaum noch möglich“.

Das Preisgeld und die Urkunde sollen die ausgezeichneten Läden dennoch erhalten – „auf direktem Weg“. Zu einem späteren Zeitpunkt solle es zudem eine öffentliche Diskussion „über Kunst- und Meinungsfreiheit und die Bedeutung staatlich finanzierter Kunstpreise“ geben, betonte Weimers Sprecher.

Vergangene Woche hatte Weimer bekanntgegeben, dass drei Buchhandlungen aufgrund „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ von der Auszeichnung ausgeschlossen werden. Bei einer Befragung des Bundesamts für Verfassungsschutz habe dieser mitgeteilt, dass er Erkenntnisse über die Geschäfte „Schwankende Weltkugel“ aus Berlin, „The Golden Shop“ aus Bremen und „Rote Straße“ aus Göttingen habe – alle drei waren in den vergangenen Jahren mit staatlichen Preisen ausgestattet worden und sollten auch dieses Jahr mit dem Deutschen Buchhandlungspreis geehrt werden.

Laden lud ehemaligen RAF-Terroristen ein

Grundlage sollte dabei das sogenannte Haber-Verfahren sein. Der Begriff verweist auf eine ehemalige Staatssekretärin im Innenministerium, Emily Haber, die 2017 den Vorschlag machte, bei der Verleihung von Fördergeldern zuvor den Verfassungsschutz zu konsultieren. Auf diese Weise solle verhindert werden, daß Staatsgelder bei extremistischen Organisationen landen.

Welche konkreten Erkenntnisse der Verfassungsschutz über die drei Buchläden hat, ist unbekannt. Der Göttinger Laden „Rote Straße“ entwickelte sich allerdings aus einem ehemaligen besetzen Haus heraus und ist eng mit der örtlichen linksextremen Szene vernetzt. Im Jahr 2018 lud er den ehemaligen RAF-Terroristen Lutz Taufer zu einem Vortragsabend ein, bei dem dieser über sein Leben referierte.

Auf einer weißen Fläche ist schwarze Schrift zu sehen: Es handelt sich um eine Veranstaltungsankündigung von 2018: Damals las der Ex-RAF-Terrorist Lutz Taufer im Roten Buchladen.
Ankündigung von 2018: Damals las der Ex-RAF-Terrorist Lutz Taufer im Roten Buchladen. Foto: Screenshot

(lb)

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bläst die Verleihung des Buchhandlungspreises ganz ab. Foto: IMAGO / Panama Pictures
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