BREMEN. Schweinefleisch im Mittagessen einer Bremer Kita hat eine politische Affäre ausgelöst. Der Staatsschutz prüft, ob es strafbare Handlungen gab, berichtet Radio Bremen.
Es bestehe der Verdacht, dass eine Küchenkraft das von Muslimen abgelehnte Lebensmittel bestellt, verarbeitet und an Kinder ausgegeben haben soll. Tatort ist das Kinder- und Familienzentrum Marßel in Bremen-Nord. In der Einrichtung gibt es einen hohen Anteil muslimischer Kinder.
Der Mitarbeiterin wurde sofort fristlos gekündigt. Ihr wird unterstellt, „aus rassistischen Motiven“ gehandelt zu haben. Uwe Kathmann, Geschäftsführer des Trägers Kita Bremen erklärte: „Das ist absolut nicht tragbar.“ Man habe den „Anspruch, den Kindern und Eltern gerecht zu werden bezüglich ihrer Essensgewohnheiten, ob es nun religiös oder kulturell ist“.
Senator macht Schweinefleisch-Vorfall bekannt
Das sei ein „absoluter Standard, der auch nicht zu diskutieren ist“, sagte er dem TV-Magazin „Buten un binnen“. Man werde den Vorfall mit den Aufsichtsbehörden und der Polizei entsprechend bewerten.

Der Bremer Senator für Kinder, Mark Rackles (SPD) informierte in einer Pressemitteilung die Öffentlichkeit. Erst dadurch erfuhren die meisten Eltern von dem Vorfall und sind nun wütend.
Empört zeigte sich auch der Bremer Islam-Dachverband Schura. Sein Vorstandsvorsitzender Murat Celik sprach von einem „Vertrauensverlust“ und forderte, „dass so etwas nicht noch einmal passiert“. Der Träger Kita Bremen hat den Kindergarten aufgrund des Schweinefleisch-Vorfalls von einem Sicherheitsdienst bewachen lassen. (fh)





