BERLIN. CSU-Chef Markus Söder hat mit drastischen Worten vor einem Scheitern der Bundesregierung und einem weiteren Erstarken der AfD gewarnt. „Ich bin überzeugt, dass die Lage viel ernster ist, als die meisten glauben“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Podcast von Anne Will. Sollte die Regierung scheitern, könne danach niemand einfach eine andere Konstellation ankündigen.
„Man würde den Leuten damit die Argumentation bieten, die sagen: Das funktioniert nicht, ich probiere mal etwas Radikales“, so Söder.
Der CSU-Chef sieht dabei nicht nur Deutschland betroffen. Es gehe um ganz Europa. Russland und Teile der USA würden die AfD unterstützen. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz habe US-Vizepräsident J.D. Vance für Bundeskanzler Friedrich Merz eine halbe Stunde Zeit gehabt, für AfD-Chefin Alice Weidel dagegen anderthalb Stunden.

Söder, die AfD und die wachsende Unzufriedenheit
Söder zog im Verlauf des Gesprächs Parallelen zur Weimarer Republik. Er wolle nicht wieder in einer Zeit leben, die am Ende „den Schlüssel“ für die Demokratie abgegeben habe. Dagegen werde er kämpfen. Kritik kam von der ebenfalls am Gespräch teilnehmenden Journalistin Melanie Amann. Sie bezeichnete Söders frühere Formulierung von der „letzten Patrone der Demokratie“ als „martialisch“. Damit gebe er der AfD zu viel Macht. Vor einer Regierungsübernahme stünden immer noch Wahl und Wahlkampf.
Mit Blick auf starke AfD-Umfragewerte in Baden-Württemberg verwies Söder auf die wirtschaftliche Lage. Wenn Bosch-Werke schließen und Bürger eine Verschlechterung ihrer Lebenssituation spüren, wachse die Unzufriedenheit. „Die reelle Lage ist schlecht und die müssen wir ändern“, sagte Söder. (rr)






