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Generalabrechnung: Vorstandsmitglied Nastic tritt aus dem BSW aus – und lobt AfD-Chef Chrupalla

Generalabrechnung: Vorstandsmitglied Nastic tritt aus dem BSW aus – und lobt AfD-Chef Chrupalla

Generalabrechnung: Vorstandsmitglied Nastic tritt aus dem BSW aus – und lobt AfD-Chef Chrupalla

Żaklin Nastić bei einer Rede auf dem BSW-Parteitag im Dezember 2025.
Żaklin Nastić bei einer Rede auf dem BSW-Parteitag im Dezember 2025.
Żaklin Nastić bei einer Rede auf dem BSW-Parteitag im Dezember 2025. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Generalabrechnung
 

Vorstandsmitglied Nastic tritt aus dem BSW aus – und lobt AfD-Chef Chrupalla

Das BSW verliert sein Vorstands- und Gründungsmitglied Zaklin Nastic. Mit einem Brief, in dem sie sich gegen die Brandmauer und für AfD-Chef Chrupalla ausspricht, verlässt sie tief enttäuscht die Wagenknecht-Partei.
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BERLIN. Mit einer Generalabrechnung ist die 2025 aus dem Bundestag ausgeschiedene Abgeordnete Zaklin Nastic am Dienstag aus dem BSW ausgetreten. Das Gründungsmitglied der Wagenknecht-Partei mit der Mitgliedsnummer elf war bis zuletzt im Vorstand der vor etwas mehr als zwei Jahren gegründeten Partei.

In ihrem Austrittsschreiben, das die Ostdeutsche Allgemeine veröffentlicht hat, erhebt die 46jährige schwere Vorwürfe gegen die Vorsitzende Amira Mohamed Ali. Diese betreibe „innerparteilichen Nepotismus“. Unter ihr sei das BSW „weniger ein Bündnis als ein Hofstaat“ geworden. Sie bezeichnet die Parteichefin als „grandiose Strippenzieherin – mit der Lizenz zur Einlasskontrolle“. Nur ihr genehme Mitglieder habe sie aufgenommen, um den „Großteil des Parteiapparats in den Griff“ zu bekommen.

Nastic steht, so schreibt sie selbst, „gegen Merkels falsche Migrationspolitik, gegen die Nato-Osterweiterung in Richtung Russland“, gegen „die einseitige Unterstützung Selenskyjs“ und „gegen den Völkermord in Gaza“. Das seien auch die Ziele gewesen, die das BSW mit seiner Gründung verfolgt habe. Nastic galt in ihrer Karriere, die sie 2017 für die Linke im Bundestag begonnen hatte, als tendenziell russlandfreundlich und eher antiamerikanisch.

Nastic lobt AfD

Bemerkenswert sind in ihrem Brandbrief die positiven Worte zur AfD. Sie schreibt wohlwollend, dass seit 2021 an den „Stammtischen eine neue Hoffnung und Perspektive“ auf eine Zusammenarbeit aufgekeimt seien: „Dass das BSW und die AfD gemeinsam ‚es denen da oben einmal richtig zeigen würden‘.“ Denn führende AfD-Politiker, hier nennt sie Tino Chrupalla und Alexander Gauland, „argumentierten ähnlich wie Sahra Wagenknecht“, wenn es um Friedenspolitik gehe. Dafür seien sie gleichermaßen von „denselben medialen Mächten angefeindet“ worden.

Dennoch habe Sahra Wagenknecht in Brandenburg auf einer Koalition mit der SPD bestanden, die inzwischen zerbrochen ist. Nastić schreibt: „So entstanden die beiden Regierungskoalitionen mit den extremistischen Aufrüstern in SPD und CDU. Wohingegen mit der doch eher gemäßigten AfD nicht einmal verhandelt wurde.“

Die Politikerin fordert in ihrem Brief „eine breite Friedensbewegung, um Zusammenarbeit über politische Grenzen hinweg, wenn es um Krieg und Frieden geht“, zu organisieren. Und sie bedauert: „Doch stattdessen geht man auf Distanz zu Menschen, die ebenfalls öffentlich für Frieden eintreten – etwa zu Tino Chrupalla und Alexander Gauland.“

Chrupalla hätte das BSW „entzaubert“

Sie vermutet den Grund darin, dass die AfD-Politiker „die eigenen Schwächen entzaubern könnten in Sachen Außenpolitik“. Und sie lobt noch einmal ausdrücklich den AfD-Vorsitzenden: „Immerhin ist es Tino Chrupalla, der den Mut hat, den Abzug der US-Soldaten aus Deutschland zu fordern, und nicht die BSW-Spitze, die hier nur herumeiert!“

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Deshalb verlasse sie die Partei „schweren Herzens – aber mit der Überzeugung, dass es bald auf den Marktplätzen und Straßen, in sozialen Medien, in Kunst und Wissenschaft eine breite Bewegung geben wird, die ohne ‚Kontaktsperren und Brandmauern‘ und dafür mit ‚ehrlichem Herzen‘ für Frieden, gute Arbeit, Rechtsstaat und Meinungsfreiheit aufsteht. Und gegen einen dritten Weltkrieg!“ (fh)

Żaklin Nastić bei einer Rede auf dem BSW-Parteitag im Dezember 2025. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
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