Anzeige
Anzeige
AfD, 40 Jahre Junge Freiheit

Eklat in Sachsen: Grüne distanzieren sich vom Brandmauerfall im Landtag

Eklat in Sachsen: Grüne distanzieren sich vom Brandmauerfall im Landtag

Eklat in Sachsen: Grüne distanzieren sich vom Brandmauerfall im Landtag

Grünen-Bundeschef Felix Banaszak: Die Landtagsfraktion hat Verantwortung dafür übernommen.“
Grünen-Bundeschef Felix Banaszak: Die Landtagsfraktion hat Verantwortung dafür übernommen.“
Grünen-Bundeschef Felix Banaszak: Die Landtagsfraktion hat Verantwortung dafür übernommen.“ Foto: picture alliance / NurPhoto | KreativMedia Press
Eklat in Sachsen
 

Grüne distanzieren sich vom Brandmauerfall im Landtag

Ein Wirbel weit über das politische Dresden hinaus: Nachdem AfD und BSW einem Antrag der Grünen zugestimmt haben, distanziert sich die Partei von den ungewollten Fürsprechern. Union und FDP toben dennoch wegen „Populismus“.
Anzeige

DRESDEN. Nach einer gemeinsamen Abstimmung mit der AfD im sächsischen Landtag hat der Grünen-Bundeschef Felix Banaszak den Vorgang als „sehr bedauerlich“ bezeichnet. „Die sächsische Landtagsfraktion hat Verantwortung dafür übernommen“, sagte er der Bild-Zeitung am Donnerstag. Zugleich betonte er, diese Mehrheit sei „weder gesucht noch billigend in Kauf genommen“ worden. AfD und BSW hätten demnach eine „klare Ablehnung“ des Antrags signalisiert.

Am Abend zuvor hatten die Grünen durchgesetzt, die Gebühren für Fleischuntersuchungen für kleine Schlachtbetriebe zu senken. Fraktionschefin Franziska Schubert zeigte sich „sehr bestürzt“ über die entstandene Mehrheit. „Am Ende haben AfD und BSW gemeinsam nur zugestimmt, um die demokratischen Fraktionen des Landtages vorzuführen“, sagte sie. Die Grünen wollten nun „alles dafür tun, die Absprachen im Landtag dahingehend zu optimieren, dass es keine Mehrheiten durch die AfD gibt“.

Deren Fraktion hingegen erklärte die „Brandmauer“ für gefallen. Die AfD stehe für eine „pragmatische Politik frei von ideologischer Borniertheit“. Auch habe es keine Absprachen zwischen den beiden Parteien. In einem Kurzfilm in den sozialen Medien bezeichnete AfD-Landeschef Jörg Urban die CDU als „Verlierer“. Diese hatte zusammen mit der mitregierenden SPD den Antrag abgelehnt.

AfD und Grüne stimmten auch gegen Mercosur

Kritik an der Abstimmung kam unter anderem von der FDP. „Die Grünen haben die bewusste Entscheidung getroffen, sich mit der AfD für Schweineschlachtung einzusetzen. Entweder bewusst oder aus Dummheit“, sagte der FDP-Vize Wolfgang Kubicki der Bild. CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Hoffmann, warf den Grünen vor, sich zunehmend zu einer „populistischen“ Vereinigung zu entwickeln. „Ihr Rezept: Angst machen, anprangern, abstreiten.“

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht. „Es sollte doch ein völlig normaler parlamentarischer Vorgang sein, dass sich der Mehrheitswille des Landtages in einer Sachfrage durchsetzt“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die Reaktionen auf die Abstimmung bezeichnete sie als „hysterische“ Aufregung. „Die undemokratische Brandmauer muss endlich weg.“

Mit einer Spende unabhängigen Journalismus unterstützen.

Bereits im Januar hatten die Grünen und die AfD im EU-Parlament die Ratifizierung des Mercosur-Abkommens mitblockiert (JF berichtete). Der Vorsitzende der deutschen Grünen in Straßburg, Erik Marquardt, bedauerte gegenüber dem Spiegel das Ergebnis. „Wir müssen mit den Konservativen, Liberalen, Sozialdemokraten und auch mit den Linken es schaffen, proeuropäisch-demokratische Mehrheiten zu basteln“, sagte er. (kuk)

Grünen-Bundeschef Felix Banaszak: Die Landtagsfraktion hat Verantwortung dafür übernommen.“ Foto: picture alliance / NurPhoto | KreativMedia Press
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles