22.45 Uhr: Der Landeswahlleiter von Rheinland-Pfalz hat das vorläufige amtliche Endergebnis verkündet. Demnach gewinnt die CDU mit ihrem zweitschlechtesten Resultat in der Geschichte mit 5,1 Prozentpunkten Vorsprung vor der SPD. Die AfD fährt nach Baden-Württemberg (18,8 Prozent) erneut ein Rekordergebnis in einem westlichen Bundesland ein. Die Wahlbeteiligung stieg von 64,3 auf 68,5 Prozent. Im Einzelnen:
CDU: 31,0 Prozent (+ 3,3 Punkte)
SPD: 25,9 Prozent (- 9,8 Punkte)
AfD: 19,5 Prozent (+ 11,2 Punkte)
Grüne: 7,9 Prozent (- 1,4 Punkte)
Linke: 4,4 Prozent (+ 1,9 Punkte)
Freie Wähler: 4,2 Prozent (- 1,2 Punkte)
FDP: 2,1 Prozent (- 3,4 Punkte)
BSW: 1,9 Prozent (+ 1,9 Punkte)
Tierschutzpartei: 1,6 Prozent (- 0,1 Punkte)
Volt: 1,1 Prozent (+ 0,1 Punkte)
Partei der Humanisten: 0,1 Prozent (+ 0,1 Punkte)
Damit verabschieden wir uns von diesem Liveticker, liebe Leser. Bereits ab heute Abend und morgen früh lesen Sie auf JF-Online weitere Analysen zur Landtagswahl.
22:38 Uhr: Beim Kampf ums Direktmandat musste sich die AfD in Kaiserslautern I zwar knapp geschlagen geben. Dafür holte sie in dem Wahlkreis mit 26,1 Prozent die meisten Zweitstimmen. Dahinter folgen SPD (25,5 Prozent), CDU (20,8 Prozent) und Grüne (8,5 Prozent).
20.26 Uhr: Und jetzt liegt die AfD auch in Kaiserslautern I hinten: Nach 90 Prozent ausgezählter Stimmen bleibt der Wahlkreis bei dem SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Rahm, der mit 27,2 Prozent vor Tim Kotzian liegt. Dieser kommt auf 26,8 Prozent. Damit gewinnt die Partei von Jan Bollinger trotz deutlichen Zugewinnen wohl keinen Direktwahlkreis in Rheinland-Pfalz.
20.15 Uhr: Jetzt liegt die AfD nur noch in einem Wahlkreis vorne: Nach Auszählung von über 80 Prozent der Wahlbezirke führt deren Direktkandidat Tom Kotzian gegen den SPD-Mandatsverteidiger Andreas Rahm mit 27,9 Prozent im Wahlkreis Kaiserslautern I. Doch der Vorsprung, der derzeit nur noch 1,4 Prozentpunkte beträgt, fällt immer geringer aus.

20.10 Uhr: Der Chef der Jusos, Philipp Türmer, spricht gegenüber dem RND von einem „Desaster für die gesamte SPD“. Es müsse „jetzt deutliche Reaktionen geben, wenn man dem Niedergang der SPD nicht tatenlos zuschauen will“, forderte der Chef der SPD-Jugend. „Die Parteispitze hat bisher keine ausreichenden Antworten gefunden – die Vorsitzenden leisten Regierungsarbeit, aber ein Gefühl des Aufbruchs oder eine überzeugende Erzählung für die SPD fehlt vollständig.“ Wer jetzt „nicht bereit ist, grundlegend etwas zu verändern, ist selbst Teil des Problems. Wir brauchen Aufbruch und keine Verwaltung des Niedergangs“.
Zuletzt hatte der Politiker vor allem damit Aufsehen erregt, wie in einem Videoclip forderte, die AfD zu verbieten und den Kapitalismus abzuschaffen.
Jusos machen sich wieder mal völlig lächerlich, in 1,5 minuten zeigen sie auf, das sie keine Probleme haben und die Menschen nicht verstehen pic.twitter.com/CBxbk5rwGC
— Ganesha 🇩🇪🇮🇳 (@DerGanesha) March 12, 2026
20.00 Uhr: Der Abwärtstrend der SPD bei den Hochrechnungen geht weiter. Laut der ARD kommt sie noch auf 25,7 Prozent. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis in der Geschichte in dem Bundesland. Die CDU steht jetzt bei 30,6 Prozent, die AfD pendelt sich bei 20 Prozent ein. Nicht mehr im Landtag vertreten sind FDP und Freie Wähler. Die Linke scheitert ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde.

19.57 Uhr: Durch die Generationen geht ein Riss. Während die über 65jährigen noch glauben, CDU oder SPD hätten die besten Antworten auf die Fragen der Zukunft, liegt bei den unter 35jährigen bereits die AfD klar vorn. Auch die Linkspartei schneidet bei den Jüngeren besser ab.

19.52 Uhr: „Der Wähler will eine komplett andere Republik“, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD im Bundestag, Bernd Baumannm in der ZDF-Elefantenrunde mit Blick auf die „erdrutschartige Ergebnisverbesserung“ seiner Partei. Das Problem sei aber die Union, die vor der Wahl „links ist vorbei“ sage und danach mit „immer“ der SPD und den Grünen zusammenarbeite. Damit gehe die Union den „Weg in die Bedeutungslosigkeit“ wie ihre Schwesterparteien in Europa. „Entweder übernehmen wir irgendwann alleine oder es kommt ein kluger Kopf, der sagt, dass diese Strategie nicht geht.“
19.47 Uhr: Brennt im Willy-Brandt-Haus noch Licht? Denn langsam wird es für die SPD wirklich düster. Nach dem 5,5-Prozent-Desaster jetzt der Verlust des Ministerpräsidentenamtes in Rheinland-Pfalz. Soeben wurde auch bekannt, dass die Sozialdemokraten München an die Grünen verlieren. Entsprechend schlecht ist die Stimmung bei Ralf Stegner. „Serie schockierender SPD Niederlagen geht weiter“, schreibt der Bundestagsabgeordnete auf X. „In Lebensgefahr ist ‘Weiter so’ keine Option.“
Serie schockierender SPD Niederlagen geht weiter:
Nach historischem Tiefstand bei BT-Wahl 2026 + 5,5% Debakel in BaWü auch in Rheinland-Pfalz trotz guter Regierungsarbeit mit starkem+populären Ministerpräsidenten Alex Schweitzer.
In Lebensgefahr ist „Weiter so“ keine Option.— Ralf Stegner MdB (@Ralf_Stegner) March 22, 2026
19.40 Uhr: Bei der ZDF-Hochrechnung von 19.22 Uhr liegt die AfD bei 20,1 Prozent. Inzwischen führt die CDU, die demnach 30,9 Prozent erhielt, mit fünf Prozentpunkten Abstand vor der SPD. Die Grünen rutschen auf 8,1 Prozent ab, die FDP bleibt bei zwei Prozent, die Freien Wähler verbessern sich gegenüber der Hochrechnung zuvor leicht auf 3,6 Prozent, die Linke verliert leicht und kommt auf 4,4 Prozent.
19.33 Uhr: Blaue Flecken auf der sonst schwarz-roten Wahlkreiskarte: Nach fast der Hälfte ausgezählter Wahlbezirke führt der AfD-Direktkandidat Tom Kotzian vor dem SPD-Mann Andreas Rahm im Wahlkreis Kaiserslautern I mit 30 Prozent zu 25,4 Prozent. Im benachbarten Wahlkreis Kaiserslautern II liegt Dirk Bisanz mit 27,6 Prozent vorne, noch vor dem SPD-Mann Dennis Matheis, der auf 25,8 Prozent kommt.

Im Wahlkreis Neuwied zeichnet sich hingegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem AfD-Spitzenkandidaten Jan Bollinger und seinem CDU-Kontrahenten Jan Oliver Petry. Ersterer führt hauchdünn mit 28,1 Prozent, Petry liegt derzeit bei 27 Prozent. Ein echter Dreikampf findet derzeit im Wahlkreis Germersheim statt: AfD-Mann Albert Breininger liegt derzeit gleichauf mit dem bisherigen direkt gewählten SPD-Abgeordneten Markus Kropfreiter. Beide kommen auf jeweils 27,6 Prozent. Äußerst knapp dahinter liegt CDU-Politiker Tobias Baumgärtner mit 27 Prozent.
19.31 Uhr: Jetzt taucht Schweizer doch noch auf. Sichtlich geknickt steht er auf der Bühne und empfängt den Applaus seiner Parteigenossen. Fraktionschefin Bätzing-Lichtenthäler spricht – sie bedankt sich bei allen Wahlkämpfern. „Wir haben gekämpft“, betont sie und spricht von „einer Mega-Aufholjagd“, die ihre Partei hingelegt habe. „An euch, liebe Genossinnen und Genossen, hat es nicht gelegen“, ruft sie ins Publikum.
Dann bedankt sie sich auch bei Schweitzer. Er ergreift das Wort und bedankt sich bei allen Anwesenden für „den wunderbaren Empfang“. Seine Partei und er hätten „gekämpft wie die Löwen“. Die rheinland-pfälzische SPD habe „eine eigene Stärke“, die trotz der schwachen Beliebtheitswerte im Bund dafür gesorgt habe, dass es überhaupt spannend wurde im Landtag.
19.27 Uhr: Am Ende konnte die SPD fast nur von den Verlusten ihrer Regierungspartner profitieren: Laut einer Wählerwanderungsprognose des Infratest Dimap, wechselten 4.000 FDP-Anhänger und 20.000 Grüne von der Landtagswahl 2021 zur Partei von Alexander Schweitzer. Dazu kommen noch 10.000 Nichtwähler. Dagegen „flohen“ 74.000 Ex-SPD-Wähler zur CDU, weitere 30.000 zur AfD.
Letztere gewinnt bei allen– sogar bei den Grünen. Rund 5.000 Bürger, die die Partei vor fünf Jahren gewählt haben, kamen bei der AfD hinzu, hinter der FDP mit 9.000 Wechslern und den Freien Wählern mit rund 10.000 Wählern. Die meisten aber, die sich für die Partei von Jan Bollinger entschieden haben, sind ehemalige Nichtwähler, genauer gesagt, rund 84.000. Weitere 37.000 kamen von der CDU hinzu.
Auch diese profitiert neben den SPD-Wechslern von 31.000 ehemaligen Nichtwählern, gefolgt von der FDP mit 31.000 Ex-Wählern, den Freien Wählern mit 11.000 Stimmen und den Grünen mit 8.000 Stimmen.
19.15 Uhr: Alexander Schweitzer ist immer noch nicht bei der SPD-Wahlparty. Es gebe bereits Gerüchte, er werde nicht mehr auftauchen, berichtet die ARD. Möglicherweise werde die Fraktionsvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler vor die Parteifreunde treten. Selbst in der 19-Uhr-„Heute“-Sendung tauchte der Wahlverlierer nicht auf, während die Spitzenkandidaten von CDU und AfD Rede und Antwort standen. Er ließ sich von Gesundheitsminister Clemens Hoch vertreten. Dieser sagte, die SPD habe sich „mehr erhofft“.
19.07 Uhr: Der Auf das Thema „Frieden“ ausgerichtete Wahlkampf des BSW hat nicht verfangen. Insgesamt kommt die Partei auf rund zwei Prozent der Stimmen. In keiner Alterskohorte liegt sie über fünf Prozent.

19.05 Uhr: Und hier ist die aktuelle Hochrechnung der ARD:
SPD: 26,4 Prozent (-9,3)
CDU: 30,6 Prozent (+2,9)
Grüne: 7,9 Prozent (-1,4)
AfD: 20,0 Prozent (+11,7)
FDP: 2,2 Prozent (-3,3)
Freie Wähler: 4,1 Prozent (-1,3)
Linkspartei:4,2 Prozent (+1,7)
19.04 Uhr: „Es ist ein einschneidendes Ergebnis“, räumt SPD-Chefin Bärbel Bas im ZDF ein. Es sei laut der Bundesarbeitsministerin „sicherlich nicht unbeeinflusst“ durch die Bundespartei. „Mich stellt das überhaupt nicht zufrieden, und wir uns mit Lars Klingbeil auf den Weg gemacht haben, um das zu ändern.“
Gegenüber der Forschungsgruppe Wahlen geben 47 Prozent der SPD-Wähler an, die Politik der Sozialdemokratie im Bund habe dem Abschneiden Schneiders geschadet. Unter allen Wählern sind es 54 Prozent.
19.03 Uhr: Je älter der Wähler, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er SPD wählt.

18.59 Uhr: bei der SPD macht sich Panik breit. Der SPD-nahe Influencer Dario Schramm macht auf X aus seinem Frust keinen Hehl: „Es sind falsche und fehlende Positionen, warum die SPD gerade komplett den Bach runter geht. Zeitgleich sind es aber vor allem die vielen Bundes-Funktionäre/Mandatsträger, mit denen sich da draußen wirklich niemand mehr identifizieren kann. Damit gehen wir unter.“
Ihm fehle „die Fantasie, wie sich in dieser Partei gerade wirklich etwas verändern“ könne.
Es sind falsche und fehlende Positionen, warum die SPD gerade komplett den Bach runter geht.
Zeitgleich sind es aber vor allem die vielen Bundes-Funktionäre/Mandatsträger, mit denen sich da draußen wirklich niemand mehr identifizieren kann. Damit gehen wir unter.
— Dario Schramm (@darioschramm) March 22, 2026
18.58 Uhr: AfD-Bundeschef Tino Chrupalla betont gegenüber der ARD die Kompromissbereitschaft seiner Partei. „Wir sind immer gesprächsbereit, wenn es um das Wohl des Landes geht“, jedoch verweigerten sich die anderen Parteien, moniert der AfD-Chef. Das spreche „gegen das Demokratieverständnis der anderen Parteien“.
18.55 Uhr: Nicht nur bei den Jungen konnte die AfD punkten: Unter den Arbeitern erreichte sie laut der Forschungsgruppe Wahlen des ZDF 30 Prozent, noch vor der SPD, die bei 26 Prozent liegt. Dahinter folgen die CDU mit 25 Prozent, die Freien Wähler und die Linken mit jeweils fünf Prozent und die Grünen mit jeweils vier Prozent.
Anders sieht das bei den Selbstständigen aus: Obwohl die AfD im Wahlkampf ihre Verbundenheit mit dem Mittelstand betonte, landete sie in dieser Berufsgruppe auf Platz drei. Klarer Wahlsieger ist hier die CDU mit 42 Prozent, gefolgt von der SPD mit 19 Prozent. Hier kommen die Grünen noch auf zweistellige Werte, mit zehn Prozent.

18.49 Uhr: Die AfD kann bei den Wählern laut der ARD auf fast allen Kompetenzfeldern zulegen. Besonders bei der Asylpolitik, der Bekämpfung von Kriminalität und in Wirtschaftsfragen schneidet die Partei stark ab.

18.41 Uhr: Sieg für die AfD bei Jungwählern: Laut Forschungsgruppe Wahlen stimmten 21 Prozent der Wähler zwischen 18 und 24 Jahren für die Partei, gefolgt von der SPD und der Linkspartei mit jeweils 19 Prozent. Die CDU kommt hier auf lediglich 14 Prozent, Grüne auf zehn, die FDP landet gleichauf mit dem BSW und Volt auf drei Prozent. Davor liegen noch die Freien Wähler mit vier Prozent.

18.38 Uhr: Beste Stimmung auch beim stellvertretenden AfD-Landesvorsitzenden Sebastian Münzenmaier. „Das ist ein Paukenschlag. Wir haben das stärkste Ergebnis jemals bei einer Landtagswahl im Westen geholt. Das Votum ist auch eine schallende Ohrfeige für Innenminister Ebling und seinen Anti-AfD-Feldzug“, sagte er der JUNGEN FREIHEIT. „Die Bürger lassen sich nicht länger vorschreiben, wen sie wählen sollen. Die CDU sollte diese Wahlentscheidung ernst nehmen. Will sie sich wirklich einer abgestraften SPD an den Hals werfen?“ Münzenmaier ist sich sicher, dass die Wähler sich „klar für einen Richtungswechsel ausgesprochen“ hätten. „Die CDU hat es nun in der Hand, bestehende Mehrheiten für eine konservative Politik nutzen.“

18.37 Uhr: Jubel und „Olé“-Gesänge bei der Ansprache des CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder. „Die CDU in Rheinland-Pfalz ist wieder da“, verkündet er mit Freude. „Es wird ohne uns in diesem Land nicht mehr regiert in den nächsten Jahren.“ Er dankt den Wählern für das „unglaubliche Vertrauen“, das sie geschenkt hätten. Aber auch für den Umgang untereinander zwischen „demokratischen Parteien“ und einen „äußerst fairen Wahlkampf“.
18.35 Uhr: Bei der AfD herrscht gute Stimmung. „Nach ersten Prognosen knacken wir die 20-Prozent-Marke und vertreten Euch mit 24 Abgeordneten im Landtag“, freut sich die Partei auf X.
🇩🇪20 Prozent für die AfD! Danke Rheinland-Pfalz!
Nach ersten Prognosen knacken wir die 20-Prozent-Marke und vertreten Euch mit 24 Abgeordneten im Landtag!
Die Altparteien können sich warm anziehen! #WirRegelnDas #AfD #RheinlandPfalz #LandtagRLP #Landtagswahl pic.twitter.com/wqFjQDpff7
— AfD Rheinland-Pfalz (@RLP_AfD) March 22, 2026
18.32 Uhr: Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn (CDU), sagt der ARD, es sei „historisch“, nach 35 Jahren wieder den Ministerpräsidenten zu stellen. Er sprach den Wahlkämpfern seinen Dank aus. Dieses Ergebnis werde die Union auch auf Bundesebene stärken, zeigte Spahn sich optimistisch. Viele Bürger in Rheinland-Pfalz seien aktuell besorgt um ihren Arbeitsplatz. Die CDU habe diese Themen erfolgreich aufgegriffen.
18.31 Uhr: Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder zeigte sich gegenüber dem ZDF „erleichtert“, weil ihre Partei das Ergebnis gehalten habe. „Wir werden die einzige demokratische Opposition in diesem Landtag sein“, sagt sie mit Blick auf die deutlich stärkere AfD.
18.29 Uhr: „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber es hat gerade nicht gereicht“, sagt Linkspartei-Chef Jan van Aken dem ZDF. Seine Partei habe bei den „Arbeiterinnen und Arbeitern“ zugelegt. „Die Richtung scheint zu stimmen.“ Auf die Frage, ob es mehr Heidi Reichinneks brauche, antwortete Aken: „Wir sind auf dem guten Weg, mehr Gesichter nach vorne zu bringen, die es können und einen guten Job machen.“
18.28 Uhr: „Dass mein Bruder es geschafft hat, ist phänomenal“, sagt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zum voraussichtlichen Wahlergebnis der Landes-CDU und des Spitzenkandidaten Gordon Schnieder. „Wenn man zusammensteht und in eine Richtung marschiert, funktioniert das auch.“
18.27 Uhr: Und hier die erste ARD-Hochrechnung:
SPD: 26,9 Prozent (-8,8)
CDU: 30,6 Prozent (+2,9)
Grüne: 7,7 Prozent (-1,6)
AfD: 20 Prozent (+11,7)
FDP: 2,1 Prozent (-3,4)
Linkspartei: 4,4 Prozent (+1,9)
Freie Wähler: 3,9 Prozent (-1,5)

18.25 Uhr: „Was Alexander Schweitzer und die Genossinnen und Genossen geleistet haben, ist wirklich beeindruckend“, kommentiert SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz jetzt im ZDF. Der Ministerpräsident habe Vertrauen „über den Bundesschnitt gewonnen“. Zugleich betonte er, die Sozialdemokraten müssten angesichts der Niederlage „in die Offensive“ kommen. Das Land könne gar nicht auf seine Partei warten. „Wir brauchen klares Profil, wir brauchen klare Erkennbarkeit.“ Die SPD sei immer dann stark gewesen, als sie mit ihren eigenen Themen in den Angriff gegangen sei. „Das müssen wir aber auf eine lange Strecke schaffen.“
18.23 Uhr: Und nun kommt die erste Hochrechnung des ZDF:
SPD: 26,5 Prozent (-9,2)
CDU: 30,5 Prozent (+2,8)
AfD: 20 Prozent (+11,7)
Grüne: 8,3 Prozent (-)
FDP: 2 Prozent (-3,5)
Freie Wähler: 3,6 Prozent (-1,8)
Linke: 4,5 Prozent (+2)
Sonstige: 4,6 Prozent
18.22 Uhr: Nach aktuellem Stand, liegt die Wahlbeteiligung bei 69,5 Prozent. Das ist ein deutlicher Zuwachs zu den Landtagswahlen 2021, als 63,3 Prozent der Bürger ihre Stimme abgaben.
18.21 Uhr: Bei der Frage danach, ob die AfD an einer künftigen Landesregierung beteiligt sein sollte, gibt es ein klares Meinungsbild. 71 Prozent der Befragten sind dagegen. Bei Anhängern der Union sind es sogar 87 Prozent. Wenig überraschend sind bei der AfD selbst 96 Prozent der Anhänger anderer Meinung.

18.20 Uhr: Woher kommen die vielen neuen AfD-Wähler? Vor allem von bisherigen Nichtwählern, der Union sowie der SPD.

18.18 Uhr: AfD-Chefin Weidel zeigte sich angesichts der ersten Hochrechnungen euphorisch und sprach von einem „großartigen Wahlkampf“. Die Bürger hätten „ein Mitte-Rechts-Bündnis gewählt“, der Wählerwille werde aber ignoriert. Jetzt gelte es, weiterhin gute Oppositionsarbeit zu leisten, betonte Weidel.
18.17 Uhr: FDP-Spitzenkandidatin Daniela Schmitt spricht von einem „bitteren Abend“. Der Liberalismus werde „fehlen“, schon jetzt tue er es auf der Bundesebene, mahnt sie. „Es wird ein Parlament sein, der nicht von besonderer parlamentarischer Vielfalt geprägt ist. Ich sage ganz klar: Ohne Liberale hat es einen Makel.“
18.16 Uhr: SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagt der ARD, das Ergebnis sei „ein herber Rückschlag“ für seine Partei. Spitzenkandidat Alexander Schweitzer habe einen guten Wahlkampf geführt, aber auch die Bundespolitik habe „ihren Beitrag geleistet“ für das historisch schlechte Ergebnis.
Es gelte nun, „endlich in die Offensive zu kommen“. Die Sozialdemokraten müssten Reformen anstoßen und das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen. Dafür brauche es einen klaren Markenkern. Personaldiskussionen seien jetzt kontraproduktiv, führte Klüssendorf an.
18.15 Uhr: „Es ist das beste Ergebnis, das wir je im westdeutschen Bundesland erreicht haben“, betont der andere AfD-Bundeschef Tino Chrupalla im ZDF. Ab 20 Prozent könne man „starke Opposition“ bieten, etwa durch Untersuchungsausschüsse. „Damit können wir Schwarz-Rot, oder was am Ende entsteht, auf die Finger klopfen.“ Für ihn stelle sich die Frage nicht, was die AfD tun müsse, um an der Regierung beteiligt zu werden. „Da muss sich die CDU überlegen, wie sie von der SPD mit einem Nasenring durch die Manege gezogen wird. Sie muss erklären, wie sie noch konservative und bürgerliche Politik betreiben will.“
18.13 Uhr: AfD-Chefin Alice Weidel zeigt sich auf dem Kurznachrichtendienst X erfreut über das Ergebnis. „20 Prozent für die AfD in Rheinland-Pfalz: eine Verdoppelung des Ergebnisses gegenüber der letzten Landtagswahl! Herzlichen Glückwunsch zu diesem großen Erfolg und herzlichen Dank an alle Wähler und Wahlkämpfer!“
20% für die AfD in Rheinland-Pfalz: eine Verdoppelung des Ergebnisses gegenüber der letzten Landtagswahl! Herzlichen Glückwunsch zu diesem großen Erfolg und herzlichen Dank an alle Wähler und Wahlkämpfer! (Quelle: ARD, 18-Uhr-Prognose) pic.twitter.com/9xgUUXwpXo
— Alice Weidel (@Alice_Weidel) March 22, 2026
18.10 Uhr: Grünen-Chefin Franziska Brantner spricht gegenüber der ARD von einem „guten Ergebnis“. Ihre Partei hätte „gerne weiterregiert“, gehe jetzt aber „gestärkt in die Opposition“. Die Grünen haben der ersten Prognose der ARD zufolge etwa 1,8 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl 2021 verloren und kommen auf 7,5 Prozent.
Es brauche „eine Grüne Stimme“, die Wähler in Rheinland-Pfalz hätten das honoriert.
18.08 Uhr: „Es sieht so aus, dass es reicht – Chapeau“, lobt der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann das Ergebnis im Gespräch mit dem ZDF. Demnach standen vor allem Landesthemen im Vordergrund. Diese habe Spitzenkandidat Schnieder „sehr glaubwürdig“ vertreten. Mit Blick auf das Rekordergebnis der AfD spricht Linnemann von einem „starken Ergebnis für die Mitte-Parteien“. Zugleich betont er, diese müssten angesichts der „immer noch sehr vielen Protestwähler“ die Probleme lösen, um gewählt zu werden. „Und das hat Gordon Schnieder anscheinend geschafft, glaubwürdig und authentisch für diese Lösungen zu stehen.“
18.00 Uhr: Und los geht der offizielle Teil des Wahlabends. Die 18 Uhr-Prognosen von ARD und ZDF sind da. In Klammern die Gewinne und Verluste zur vergangenen Landtagswahl 2021 in Prozentpunkten.
ARD:
CDU: 30,5 Prozent (+2,8)
SPD: 27 Prozent (-8,3)
AfD: 20,0 Prozent (+11,7)
Grüne: 7,5 Prozent (-1,8)
FDP: 2,1 Prozent (-3,4)
Linkspartei: 4,5 Prozent (+2,0)
Freie Wähler: 4,0 Prozent (-1,4)

ZDF:
SPD: 26,5 Prozent (-9,2)
CDU: 30,5 Prozent (+2,8)
AfD: 20 Prozent (+11,7)
Grüne: 8,5 Prozent (+0,2)
FDP: 2 Prozent (-3,5)
Freie Wähler: 3,5 Prozent (-1,9)
Linkspartei: 4,5 Prozent (+2)
Sonstige: 3 Prozent
17.58 Uhr: Im Land herrscht Wechselstimmung. Zumindest was die Frage angeht, wer die Regierung führt. 57 Prozent sagen laut einer ZDF-Befragung, es wäre Zeit dafür, dass eine andere Partei als die SPD den Ministerpräsidenten stellt. Gute Nachrichten für die Union, schlechte für die seit 35 Jahren regierenden Sozialdemokraten.
17.45 Uhr: Da laut Umfragen alles auf eine Koalition von SPD und CDU hinausläuft, stellt sich im Land wohl nur die Frage, wer die Regierung als Ministerpräsident anführt. Sollte die SPD hinter der CDU liegen, dürfte es für die Bundesregierung noch ungemütlicher werden. Der Abstieg der Sozialdemokraten ließe sich kaum noch schönreden. Das könnte dann zu mehr Streit in der Bundesregierung führen, wovon wiederum im Herbst bei den Landtagswahlen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt die AfD profitieren würde.
17.15 Uhr: Wie hat Rheinland-Pfalz zuletzt bei der Bundestagswahl gewählt? Damals erreichte die AfD dort mit 20,1 Prozent Zweitstimmen den zweiten Platz, hinter der CDU mit 30,6 Prozent. Die SPD kam auf 18,6 Prozent, Grüne 10,3 Prozent und die Linkspartei 6,5 Prozent. Anders sah es bei den Erststimmen aus: Hier landete die AfD mit 19,2 Prozent hinter der SPD mit 23,2 Prozent und deutlich hinter der CDU, die 33,6 Prozent erreichte.
Ihr bestes Ergebnis erreichte die AfD in den südlich gelegenen Wahlkreisen Kaiserslautern und Pirmasens. Im ersteren kam AfD-Fraktionsvize im Bundestag, Sebastian Münzenmaier, auf 25,5 Prozent, unterlag aber knapp dem SPD-Kandidaten Matthias Mieves, der 28 Prozent erreichte. Im Wahlkreis Pirmasens hingegen verlor die AfD-Bundestagsabgeordnete Iris Nieland das Rennen mit ihrem CDU-Kontrahenten Florian Bilic mit 25,1 Prozent zu 33,3 Prozent. In den zugehörigen Gemeinden sind Direktmandate auch bei der heutigen Landtagswahl am ehesten zu holen.
16.35 Uhr: In Rheinland-Pfalz bahnt sich ein Novum an: erstmals könnte in dem Bundesland eine „große Koalition“ an die Macht kommen. Nach den aktuellen Umfragen ist das hochwahrscheinlich. Seit 2016 regiert in Mainz eine Ampelkoalition, doch die FDP war in den letzten Umfragen vor den Wahlen mit unter fünf Prozent nicht mehr im Landtag.
16.25 Uhr: Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) rechnet mit einem knappen Ergebnis. „Es wird knapp, das weiß man – das ist in Rheinland-Pfalz so“, sagte er nach der Stimmabgabe in Bad Bergzabern. Dass viele Menschen ihn weiterhin als Ministerpräsidenten im Amt sehen wollten, beflügele ihn aber und gebe ihm „ganz viel Zuversicht“.
16.15 Uhr: Das BSW muss in Rheinland-Pfalz schwer kämpfen, um überhaupt Gehör zu finden, und setzt vor allem auf das Thema „Frieden“. Valide Mitgliederzahlen gibt es für die Partei noch nicht. Zuletzt in einer Umfrage gesondert ausgewiesen wurde die Partei im Oktober 2025. Damals lag sie bei vier Prozent und rangiert seitdem unter den „Sonstigen“.
Frontfrau Sahra Wagenknecht war ausweislich der Partei-Webseite zum letzten Mal am 3. März zu einem Wahlkampftermin. Auch auf dem Kurznachrichtendienst X finden sich seit längerer Zeit keine Hinweise mehr auf die Landtagswahl. Der BSW-Landesverband selbst will die Hoffnung allerdings noch nicht aufgeben. „Manchmal sind es nur wenige Stimmen, die am Ende alles entscheiden. Und genau deshalb kommt es auf dich an“, heißt es dort.
Dazu gibt es eine Grafik, bei der die Partei auf fünf Prozent kommt, die Linkspartei auf zwei Prozent und die FDP auf 1,5 Prozent. Die Zahlen sind natürlich frei erfunden, sollen aber auf den letzten Metern nochmal motivieren.
Heute zählt jede Stimme!
Manchmal sind es nur wenige Stimmen, die am Ende alles entscheiden.
Und genau deshalb kommt es auf dich an.
Deine Stimme ist mehr als ein Kreuz –
sie ist ein Zeichen für Veränderung, für Haltung und für deine Zukunft.
Geh wählen.#BSW #RheinlandPfalz pic.twitter.com/P45F0xRrlt— BSW_Rlp (@BSW_RLP) March 22, 2026
15.35 Uhr: Die ersten Prognosen auf Basis von Vorab-Befragungen von ARD und ZDF werden traditionell um 18 Uhr veröffentlicht. Danach folgen die Hochrechnungen, die schon erste Stimmauszählungen berücksichtigen. Die konkreten Einzelergebnisse aus den Gemeinden und Städten werden auf der Webseite des Statistischen Landesamtes veröffentlicht. Die Gesamtzahlen sind dabei über den Abend größeren Schwankungen ausgesetzt, da die Wahllokale in den kleineren Gemeinden meist schneller ausgezählt werden als die der Großstädte. Für die AfD bedeutet das beispielsweise, dass ihre Werte im Laufe des Abends eher sinken, da sie in den großen Städten oft schlechter abschneidet. Bei den Grünen gilt das Ganze umgekehrt.
Unterdessen hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in Arzfeld gewählt. Er erschien zusammen mit seiner Ehefrau Andrea im Wahllokal. Er ist der Bruder von CDU-Spitzenkandidat Gordon.
15.20 Uhr: Auf den letzten Metern mobilisieren die Parteien noch einmal ihre Wähler. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte mit Blick auf CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder, dass Rheinland-Pfalz nach 35 Jahren einen Politikwechsel brauche. In Bad Dürkheim betonte er: „Ich traue das Gordon Schnieder und seiner Mannschaft zu.“
Die langjährige Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rechnet gegenüber der Bild-Zeitung mit einer erfolgreichen Aufholjagd ihrer Partei. „Ich gehe davon aus, dass es klappt“, zeigte sich die 65jährige optimistisch.
Auch AfD-Bundeschefin Alice Weidel schreibt am Sonntag morgen auf X: „Wer sich echte Veränderung wünscht und auf eine glaubhafte Migrations- und Wirtschaftswende setzt, der hat heute nur eine Wahl: Die AfD!“
In Rheinland-Pfalz wird heute ein neuer Landtag gewählt. Wer sich echte Veränderung wünscht und auf eine glaubhafte Migrations- und Wirtschaftswende setzt, der hat heute nur eine Wahl: Die AfD! pic.twitter.com/hue9eT4NDU
— Alice Weidel (@Alice_Weidel) March 22, 2026
15.10 Uhr: Mit der Ampel, der am Sonntag der Verlust ihrer Mehrheit im Landtag droht, zeigt sich eine relative Mehrheit der Bürger unzufrieden: Laut Infratest Dimap geben sich 49 Prozent „weniger“ oder „gar nicht“ zufrieden mit der SPD-Landesregierung. Anderer Meinung sind 46 Prozent der Befragten.
Und wo sehen die Wähler den dringendsten Verbesserungsbedarf? Laut dem ZDF-Politbarometer von der Forschungsgruppe bezeichnet jeder vierte Befragte die Bildung als das wichtigste Problem, gefolgt von der Infrastruktur mit 20 Prozent. Die aktuelle Wirtschaftslage ist für 15 Prozent der Wähler ein Problem, die Preisentwicklung für 14 Prozent. Das Schlusslicht bilden Klima und Energie mit elf Prozent, noch hinter der Verkehrspolitik, die für 13 Prozent ein Problem darstellt. Innere Sicherheit und Migration werden dort aber nicht aufgelistet.

14.50 Uhr: Neben Bayern sitzen die Freien Wähler von Hubert Aiwanger nur noch in Rheinland-Pfalz mit mehreren Abgeordneten im Landtag. Fliegen sie da heute raus, wäre es ein herber Rückschlag für den Plan der Partei, sich bundesweit auszudehnen. Schon die 1,5 Prozent bei der vergangenen Bundestagswahl waren dafür ein kaum zu übersehendes Alarmsignal.
In den Umfragen liegt die Partei bei 4,5 bis fünf Prozent der Stimmen. Gut möglich, dass noch Wähler zur Union oder AfD abwandern. Im Wahlkampf hatte die Partei es schwer, Öffentlichkeit zu entwickeln. Spitzenkandidat ist Joachim Streit, der derzeit Abgeordneter im EU-Parlament ist.
14.45 Uhr: Kann die Linkspartei in Rheinland-Pfalz von den guten Umfragewerten im Bund profitieren? Zuletzt lag die Partei in Umfragen bei fünf Prozent. Es könnte also eine Zitterpartie werden. Allerdings lag sie vor zwei Wochen in Baden-Württemberg kurz vor der Wahl sogar bei sechs Prozent und scheiterte dann doch an der Fünf-Prozent-Hürde.
Immerhin 4.000 Mitglieder haben die Linksextremisten in Rheinland-Pfalz – und damit so viele wie die FDP. Spitzenkandidatin ist die Landesvorsitzende Rebecca Ruppert. Die Linkspartei „organisiert die Hoffnung in Rheinland-Pfalz und ist damit auf Erfolgskurs. Die Menschen wollen kein ’weiter so’, sondern eine Veränderung zum Besseren in unserem Bundesland. Wir werden im kommenden Landtag Druck machen für günstige Mieten und bessere medizinische Versorgung auf dem Land und in der Stadt“, sagte Ruppert vor der Wahl.
Zudem verlangt die Partei mehr Einsatz von Migranten und will allen Asylbewerbern eigene Wohnungen zur Verfügung stellen. Wie auch die Grünen sieht sie sich als „antifaschistische“ Partei und will „queeres Leben“ verpflichtend in die Lehrpläne aufnehmen. Zudem sollen die Minderjährigen „Projekttage mit queeren Gruppen“ abhalten müssen.
14.15 Uhr: Der internationale Wettanbieter „Polymarket“ hält die CDU für den eindeutigen Favoriten auf den Wahlsieg. Den Christdemokraten wird eine 62prozentige Gewinnwahrscheinlichkeit zugerechnet, die SPD liegt bei 38 Prozent. Die AfD steht bei einem Prozent.

14.05 Uhr: Die beiden Spitzenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten haben bereits gewählt. Um kurz nach elf Uhr erschien Amtsinhaber Schweitzer (SPD) in einem Wahllokal seiner Heimatstadt Bad Bergzabern in der Südpfalz. Sein Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) kam – gemeinsam mit seiner Ehefrau in das Wahllokal in seinem Wohnort Birresborn in der Vulkaneifel.

13.50 Uhr: Bei der FDP stellt man sich nicht auf eine längere Wahlparty ein – und streng genommen nicht einmal auf eine Party. Dass die Partei es noch einmal in den Landtag schafft, käme einem Wunder gleich. In den Umfragen rangieren die Liberalen seit Oktober 2025 unter den Sonstigen.
Sollte die FDP aus Landtag und Regierung fliegen – in Rheinland-Pfalz regiert die letzte Ampel-Regierung –, wäre die dann nur noch in Sachsen-Anhalt mit Ministern in einer Koalition vertreten. Fliegt sie auch dort aus dem Parlament, wäre sie erstmals seit November 2014 an keiner Landesregierung mehr beteiligt.
Das bisher schlechteste Ergebnis in Rheinland-Pfalz fuhr die Partei 1983 ein. Damals erreichte sie 3,5 Prozent der Stimmen. Im Wahlkampf setzten die Liberalen vor allem die Bildungs- und Wirtschaftspolitik ein. Rekordverdächtig ist bei der FDP nur das Wahlprogramm. 152 Seiten brauchen die Liberalen, um ihre Ideen für ein „weltoffenes Rheinland-Pfalz“ in die Tat umzusetzen. Spitzenkandidatin ist die Noch-Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt.
13.40 Uhr: Etwa die Hälfte aller Wahlberechtigten haben um zwölf Uhr ihre Stimme abgegeben. Wie der Landeswahlleiter mitteilt, haben bereits 50 Prozent gewählt, 34 Prozent hatten Briefwahl beantragt.
Bei der vergangenen Landtagswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung um zwölf Uhr bei 49 Prozent. Pandemiebedingt hatten damals bereits 44 Prozent der Stimmberechtigten per Briefwahl gewählt. Am Ende hatte die Wahlbeteiligung bei insgesamt 64,3 Prozent gelegen.
13.35 Uhr: Noch sitzen die Grünen in der letzten verbliebenen Ampel-Regierung. Doch kaum jemand dürfte noch Hoffnung haben, auch im kommenden Kabinett vertreten zu sein. 9,3 Prozent holte die Partei 2021 – und vielmehr dürften es laut Umfragen wohl auch in diesem Jahr nicht werden. Kurz nach dem Fukushima-Unglück 2011 kam die Partei bei der Landtagswahl noch auf 15,3 Prozent. Vier Jahre später rauschten die Grünen dann auf 5,3 Prozent runter.
Was ihnen in Baden-Württemberg noch zu Gute kam – die Polarisierung im Kampf darum, ob sie oder die CDU nun stärkste Partei werden – könnte sich in Rheinland-Pfalz ins Gegenteil verkehren. Nicht ausgeschlossen, dass der ein oder andere Grünen-Wähler noch zur SPD wechselt, um die CDU als stärkste Kraft zu verhindern.
Spitzenkandidatin ist die weitgehend unbekannte Katrin Eder. Sie ist derzeit „Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität“ im Land. Im Gegensatz zu Cem Özdemir, der auf seinen Wahlplakaten das Grünen-Logo unterschlug, setzt Eder auf die Kernthemen der Partei. Deswegen schaute sogar der ausrangierte Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck im Wahlkampf vorbei. Bei der Kriminalität hat die Partei vor allem eines im Sinn: die Bekämpfung von „Hasskriminalität“. Gleich dreimal taucht das Wort im Landeswahlprogramm auf.
Ansonsten haben sich die Grünen vor allem dem „Schutz der Demokratie“ verschrieben. „Das entschlossene Eintreten gegen Faschismus und für Demokratie ist Teil unserer politischen DNA“, heißt es etwa.
13.15 Uhr: Bei der AfD rechnet man fest mit einem Rekordergebnis. Den bisher besten Wert erhielt die Partei 2016 bei der Landtagswahl mit 12,6 Prozent. 2021 waren es dann nur noch 8,3 Prozent. Jüngste Erhebungen sehen die Partei nun bei 19 bis 20 Prozent. Es wäre das beste Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland. Der derzeitige Rekordwert liegt bei 18,8 Prozent.
Spitzenkandidat ist der jetzige Fraktionschef im Landtag, Jan Bollinger. Dass die Partei keine realistischen Chancen auf eine Regierungsbeteiligung hat, ficht Bollinger nicht an. „Politik erschöpft sich nicht in Koalitionsarithmetik. Für uns geht es darum, politische Positionen im Parlament sichtbar zu machen und gesellschaftliche Entwicklungen zu thematisieren, die von anderen Parteien häufig ausgeblendet werden“, sagte der Politiker im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT. „Je mehr Abgeordnete wir stellen, umso größer ist unser Einfluss. Wir können Untersuchungsausschüsse einrichten – wie den Untersuchungsausschuss ‘Corona’, Expertenanhörungen beantragen und haben mehr Sitze in den Ausschüssen.“
Im Wahlkampf setzte die Partei vor allem auf ihre Kernthemen Kriminalitätsbekämpfung und Einwanderung. Für mediales Aufsehen sorgte allerdings auch eine Kampagne zur Wiederbelebung von Dorfkneipen im ländlichen Raum. Ins Visier nimmt die Partei zudem jüngere Wähler. „Ich weiß, was junge Menschen und Menschen in der Mitte des Lebens heute beschäftigt: eine gute Ausbildung finden, einen sicheren Arbeitsplatz bekommen, sich die erste eigene Wohnung leisten können und später vielleicht sogar ein Eigenheim aufbauen“, sagte Bollinger im Wahlkampf.
Zudem macht sich die Partei auch Hoffnung auf das eine oder andere Direktmandat. Als aussichtsreich gelten unter anderem Pirmasens, Kaiserslautern-Land oder Germersheim.
12.55 Uhr: Schon die 27,7 Prozent bei der vergangenen Landtagswahl waren ein absoluter Tiefpunkt für die CDU in Rheinland-Pfalz. Umfragen sehen die Partei derzeit nicht viel höher in der Wählergunst. Doch erreicht man das Ziel, mit Gordon Schnieder künftig den Ministerpräsidenten zu stellen, dürfte in Berlin der Druck auf Parteichef Friedrich Merz abnehmen – zumindest ein wenig.
Als Koalitionspartner kommt ohnehin nur die SPD in Frage, da die Partei jede Zusammenarbeit mit der AfD ablehnt. Bei der Frage, wer die kommende Landesregierung anführen soll, sprechen sich jeweils 36 Prozent für Union und SPD aus. Einen echten Kandidatenfaktor konnte Spitzenkandidat Schnieder nicht entwickeln. Er liegt in nahezu allen Umfragen deutlich hinter SPD-Mann Schweitzer.
Im Wahlkampf setzte die Partei auf typisch landespolitische Themen wie Bildung oder die Stärkung des ländlichen Raumes. Zuletzt versuchte Schnieder auch mit dem Thema Migration zu punkten. Kurz vor der Wahl sagte er, „Messerkriminalität“ sei „zugewanderte Kriminalität“ (JF berichtete).
12.35 Uhr: Werfen wir nun einen Blick auf die einzelnen Parteien. Los geht es mit der SPD. Sie steuert laut Umfragen auf ein historisch schlechtes Ergebnis zu. Bisher lag der Tiefstwert bei 31,7 Prozent (1955). Jüngste Erhebungen sehen die Partei jetzt bei rund 27 Prozent. Nach dem desaströsen Abschneiden in Baden-Württemberg vor zwei Wochen mit gerade einmal 5,5 Prozent wäre es der nächste Tiefschlag für die gebeutelten Sozialdemokraten.
Wenig verwunderlich setzt man deswegen vor allem darauf, weiterhin stärkste Kraft zu bleiben und den Ministerpräsidenten zu stellen. Eine Debatte über das katastrophale Wahlergebnis in Baden-Württemberg erstickte die Bundesspitze im Keim, um die Wahlchancen in Rheinland-Pfalz nicht zu gefährden.
Spitzenkandidat Alexander Schweitzer übernahm das Amt des Ministerpräsidenten erst 2024 von seiner Vorgängerin Malu Dreyer. Laut einer Befragung aus dem März hat Schweitzer bei den Bürgern bessere Karten als sein CDU-Kontrahent Gordon Schnieder. Mit Schweitzer sind 44 Prozent zufrieden, mit Schnieder 23 Prozent. Könnte der Ministerpräsident direkt gewählt werden, würden sich 41 Prozent für Schweitzer und 23 Prozent für Schnieder aussprechen.
Sollte die SPD stärkste Kraft werden, würde sie wohl eine Koalition mit der CDU eingehen. Doch auch Rot-Rot-Grün hat höchstens theoretische Chancen. Verliert die SPD die Wahl, dürfte die Stimmung weiter in den Keller rauschen. Den aktuell sieht es auch für die Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt laut Umfragen nicht berauschend aus.
12.15 Uhr: Die Zahl der Briefwähler dürfte in diesem Jahr geringer ausfallen, als bei der Abstimmung im Corona-Jahr 2021. Rund 34 Prozent der Stimmberechtigten beantragten nach Angaben der Wahlleitung in Rheinland-Pfalz die Zusendung von Briefwahlunterlagen. Geht man von einer insgesamt gleichbleibenden Wahlbeteiligung von 65 Prozent aus, würde der Anteil der Briefwähler bei 52 Prozent liegen. 2021 hatten noch rund 66 Prozent der Wähler per Brief ihre Stimme abgegeben.
12.00 Uhr: Und hier noch ein paar harte Fakten zur Landtagswahl. Rund 2,9 Millionen Wähler sind zur Wahl aufgerufen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie Berlin oder Baden-Württemberg, wo bereits 16jährige abstimmen dürfen, sind in Rheinland-Pfalz nur über 18jährige wahlberechtigt. Insgesamt wurden 12 Landeslisten von Parteien zur Wahl zugelassen. Darunter auch die Tierschutzpartei, Volt oder die Partei der Humanisten.
Insgesamt werden voraussichtlich 101 Abgeordnete im nächsten Landtag sitzen. 52 Plätze werden über die Direktwahlkreise vergeben. Bei der vergangenen Wahl zogen 28 SPD-Politiker, 23 CDU-Kandidaten und ein Grüner direkt in den Landtag. 404 Männer und Frauen bewerben sich in diesem Jahr um ein Direktmandat. Die Zahl der zu vergebenden Sitze kann jedoch wegen Ausgleichs- und Überhangsmandaten noch abweichen.
11.30 Uhr: Was sagen die letzten Umfragen? Und welche Ergebnisse erzielten die Parteien bei der vergangenen Wahl?
2021 setzten sich die Sozialdemokraten mit Ministerpräsidentin Manu Dreyer mit 35,7 Prozent gegen die Union durch, die auf 27,7 Prozent kam. Das war das historisch schlechteste Ergebnis der CDU in dem Bundesland, in welchem sie bis 1987 – oft mit absoluter Mehrheit – die Wahlen gewann. Seit 1991 hat die SPD die Nase vorn. Auf dem dritten Platz landeten die Grünen mit 9,3 Prozent, dicht gefolgt von der AfD, die 8,3 Prozent erreichen konnte.
Die FDP konnte 5,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und lag damit nur knapp vor den Freien Wählern, die mit 5,4 Prozent erstmals überhaupt in den Landtag einziehen konnten. Die Linkspartei dagegen scheiterte mit 2,5 Prozent deutlich. Am Ende bildeten SPD, Grüne und FDP eine gemeinsame Regierung.
Bei der Forschungsgruppe Wahlen des ZDF, das auch die aktuellste Umfrage durchführte, wurden folgende Zahlen ermittelt (in Klammern: Vergleich in Prozentpunkten zur vorherigen Umfrage):
CDU: 29 Prozent (+1)
SPD: 27 Prozent (+1)
Grüne: 9 Prozent (-)
AfD: 19 Prozent (-)
Linkspartei: 5 Prozent (-)
Freie Wähler: 4,5 Prozent (-0,5)
Sonstige Parteien (darunter FDP und BSW): 6,5 Prozent (-1,5)
Zu ähnlichen Ergebnissen kam das Insa-Institut. Die vorherige Umfrage der Erfurter Meinungsforscher datiert allerdings aus dem September 2025.
CDU: 28 Prozent (+1)
SPD: 27 Prozent (+5)
Grüne 9 Prozent (-)
AfD: 19 Prozent (-4)
Linkspartei: 5 Prozent (-1)
Freie Wähler: 5 Prozent (+2)
Sonstige Parteien (darunter FDP und BSW): 6 Prozent (-4)
11:00 Uhr: Willkommen beim Liveticker der JUNGEN FREIHEIT zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Rund 2,9 Millionen Wahlberechtigte ab 18 Jahren sind heute aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Und es verspricht ein spannender Abend zu werden. SPD und CDU liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Gewinner dürfte auch den Ministerpräsidenten stellen. Die aussichtsreichsten Kandidaten sind Amtsinhaber Alexander Schweitzer (SPD) und Gordon Schnieder (CDU).
Und wie stark wird die AfD? Laut Umfragen kann sie wohl deutlich zulegen. Knackt sie erstmals bei einer Landtagswahl im Westen die 20-Prozent-Marke? Spannung gibt es auch bei den kleineren Parteien. Schafft die radikalisierte Linkspartei erstmals den Einzug in den Landtag? Und was wird aus FDP und BSW? Rheinland-Pfalz ist zudem das einzige Bundesland neben Bayern, in dem die Freien Wähler von Hubert Aiwanger im Parlament vertreten sind. Doch auch sie müssen laut Befragungen zittern.





