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Entlastende Worte: Kanzler-Berater Martin Blessing: Unbequeme Wahrheit zur AfD

Entlastende Worte: Kanzler-Berater Martin Blessing: Unbequeme Wahrheit zur AfD

Entlastende Worte: Kanzler-Berater Martin Blessing: Unbequeme Wahrheit zur AfD

Martin Blessing: Beauftragter des Kanzlers fuer Investitionen in Deutschland
Martin Blessing: Beauftragter des Kanzlers fuer Investitionen in Deutschland
Martin Blessing: Ausländische Investoren fürchten offenbar weniger die AfD als die Enteignungsforderungen der Linken. Foto: Imago / Ipon
Entlastende Worte
 

Kanzler-Berater Martin Blessing: Unbequeme Wahrheit zur AfD

Gefährdet wirklich die AfD den Wirtschaftsstandort Deutschland, wie unermüdlich behauptet wird? Ausgerechnet Martin Blessing, der Berater des Bundeskanzlers für das Gewinnen ausländischer Investoren offenbart nun anderes. Wer ist der Mann? Und was irritiert Investoren viel mehr als die blaue Partei?
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Nun hat Martin Blessing maximale Aufmerksamkeit. Nicht, weil er Banker und Friedrich Merz verbunden ist. Vielmehr, weil er als dessen Investitionsbeauftragter eine Wahrheit ausspricht, die nicht zur politischen Erzählung der Union passen will: AIpon.

Nein, Blessing ist nicht irgendein Kommentator. Seit September 2025 soll er für den Kanzler Türen öffnen und Kapital aus dem Ausland nach Deutschland holen. Er spricht also mit jenen, deren Entscheidungen hierzulande Arbeitsplätze schaffen sollen – oder eben anderswo entstehen lassen. Blessing berichtet, dass er sich mit einer mittleren dreistelligen Zahl an Investoren ausgetauscht habe. Seine Einschätzung hat somit etwas Repräsentatives und damit Gewicht: Im politisch linken Spektrum sehen internationale Investoren entscheidende Risiken.

Ausgerechnet Merz’ Mann für das Vertrauen der Investoren verschiebt die Risikoperspektive

Wer aber ist Martin Blessing? 1963 in Bremen geboren, stammt er aus einer Bankiersfamilie. Sein Großvater war Bundesbankpräsident, sein Vater Vorstand der Deutschen Bank. Nach dem Studium ging Blessing zu McKinsey, dann zur Dresdner Bank und zur Commerzbank, an deren Spitze er von 2008 bis 2016 stand. Der Übernahme der Dresdner Bank folgte in der Finanzkrise die staatliche Rettung. Apropos Finanzkrise: Blessing gilt als hochprofessioneller und sanierungserfahrener Banker. Er wurde allerdings als Sanierer jener Krise gewürdigt, an deren Entstehung er selbst beteiligt war.

Merz machte aus dem Finanzmann seinen Investitionsbeauftragten. Im Standortwettbewerb soll er Deutschland vertreten, Geldgeber ansprechen, Hindernisse benennen. Und er ist Aufsichtsratsvorsitzender der „Germany Trade & Invest“, also der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik. Dieses Amt ist politisch, obwohl Blessing kein Parteipolitiker ist. Er hat eine delikate Aufgabe: Denn wer Vertrauen verkaufen soll, muss sagen, wodurch es verlorengeht.

Genau das hat Blessing getan. Im Handelsblatt berichtete er, Investoren blickten stärker auf die Berliner Abgeordneten­hauswahl am 20. September als auf jene etwa zur gleichen Zeit stattfindenden in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Der Grund sei die Enteignungsdebatte der Linken um Wohnungskonzerne. Mit der AfD dagegen befassten sich viele Geldgeber nicht näher. In Österreich, so Blessing, sitze die FPÖ gar in Landesregierungen, ohne dass sich die Wirtschaftslage eintrübe.

Blessing widerspricht der Behauptung, die AfD sei der größte wirtschaftliche Abschreckungsfaktor

Das ist brisant, weil die Union derzeit darüber streitet, wie sie AfD-Regierungen verhindern kann. Eine Koalition mit der Linken wird ausgeschlossen; Duldung oder punktuelle Mehrheiten stehen gleichwohl im Raum. Ausgerechnet Merz’ Mann für das Vertrauen der Investoren verschiebt die Risikoperspektive. Nicht die AfD steht als Gefahr obenan, sondern der Zugriff aufs Eigentum.

Blessing widerspricht damit der Behauptung, die AfD sei der größte wirtschaftliche Abschreckungsfaktor. Kapital ist eben nüchterner als Kampagnen: Es fragt nach Eigentumsschutz, Verlässlichkeit und Rendite und reagiert empfindlich, wenn Enteignung zum Instrument werden soll. Darin liegt ein Perspektivenwechsel, zu dem Blessing freiwillig oder unfreiwillig einlädt. Offenbar verläuft die wirtschaftliche Gefahrenlinie nicht dort, wo ein Mainstream sie einzeichnet.

Aus der JF-Ausgabe 28/26.

Martin Blessing: Ausländische Investoren fürchten offenbar weniger die AfD als die Enteignungsforderungen der Linken. Foto: Imago / Ipon
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