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Reza Pahlavi: „Ich bin Agent des iranischen Volkes“

Reza Pahlavi: „Ich bin Agent des iranischen Volkes“

Reza Pahlavi: „Ich bin Agent des iranischen Volkes“

Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin um Unterstützung für die iranische Opposition.
Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin um Unterstützung für die iranische Opposition.
Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin um Unterstützung für die iranische Opposition. Foto: picture alliance / Anadolu | Halil Sagirkaya
Reza Pahlavi
 

„Ich bin Agent des iranischen Volkes“

Schah-Sohn Pahlavi macht sich während eines Berlinbesuchs für die iranische Opposition stark und appelliert an Europas Regierungen, diese zu unterstützen. Am Rande kommt es zu einer Attacke auf den prominenten Gast.
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BERLIN. Mehr Unterstützung der europäischen Staaten für das iranische Volk hat der Sohn des letzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, gefordert. Der seit dem Sturz seines Vaters 1979 im Exil lebende Anwärter auf den Pfauenthron traf sich am Donnerstag mit Bundestagsabgeordneten und stellte sich in der Bundespressekonferenz den Fragen von Hauptstadtjournalisten. Begleitet wurde der Auftritt des 65jährigen von einer kleinen Demonstration seiner Anhänger.

Pahlavi betonte, er spreche nicht für sich selbst, sondern wolle eine Stimme für die Stimmlosen sein. In seinem Gefolge waren mehrere Angehörige von Opfern, darunter auch Kinder, die von den bewaffneten Organen des Teheraner Regimes getötet worden waren.

Machthaber, die ihre Bürger ermordeten, hätten keine Legitimität mehr, sagte der aus Amerika nach Berlin angereiste Gast. Das Regime sei mittlerweile so brüchig wie nie zuvor. „Es ist eine verwundete Bestie“, gerade das mache es derzeit so gefährlich.

Pahlavi fordert Unterstützung für Proteste im Iran

Die islamistische Führung könne nicht mit Verhandlungen beschwichtigt werden, das sei seit fast 50 Jahren gescheitert. Nur der Fall der Mullah-Herrschaft könne einen dauerhaften Frieden und Stabilität für die Region bringen. Davon würden insbesondere die europäischen Staaten profitieren. Denn auch sie bedrohe Teheran mit seinen weitreichenden Raketen genauso wie mit exportiertem Terror.

Dass sich kein Mitglied des Kabinetts mit ihm treffen will, stößt beim Besucher auf deutliche Kritik. Es sei „eine Schande“. Es wäre ihm wichtig, nach dem Sieg der Revolution im Iran eines Tages sagen zu können, dass „das deutsche Volk an eurer Seite“ stand. „Stellen Sie sich auf die richtige Seite der Geschichte“, forderte er die europäischen Regierungen auf. „Es gibt historische Momente, da ist Neutralität keine Position“, sagte Pahlavi.

Kritisch äußerte sich Pahlavi auch über die Berichterstattung westlicher Medien. Dort sitze man zu oft dem Narrativ des Regimes auf und nehme nicht die Realität auf den Straßen Irans wahr. Die größte Zahl ziviler Opfer hätten nicht die Luftangriffe von Amerikanern und Israelis hervorgerufen, sondern der Terror der derzeitigen iranischen Machthaber. Die Attacken auf die militärische Infrastruktur habe eine Mehrheit des iranischen Volkes begrüßt, ist Pahlavi überzeugt.

Schah-Sohn betont gutes Verhältnis zu Juden

Die Drohungen von US-Präsident Donald Trump Richtung Iran, die USA würden als äußerstes militärisches Mittel eine ganze Zivilisation auslöschen, nehme er nicht ernst. „Das sind nur Worte“, so Pahlavi beschwichtigend. Die iranische Zivilisation sei um so vieles älter als die Vereinigten Staaten. „Wir haben die Herrschaft der Türken, der Araber und der Mongolen überlebt, wir werden weiter überleben“, gab sich der einstige Kronprinz gewiss.

Demonstration für Irans Opposition: Pahlavi-Unterstützen zeigen Präsenz.
Pahlavi-Unterstützen zeigen Präsenz. Foto: JF

Dass er Demokratie in seiner Heimat fordert und zugleich anstrebe, künftig als Monarch nach Teheran zurückzukehren, sei kein Widerspruch. Schließlich seien europäische Staaten wie Belgien und Schweden genauso demokratisch wie Frankreich und Deutschland, obwohl jene keine Republiken sind, betonte der Schah-Sohn.

Der von linken anti-israelischen Kreisen im Westen häufig gestreuten Behauptung der Teheraner Propaganda, er sei ein „Agent Israels“, widersprach Pahlavi vehement: „Ich bin ein Agent der Iraner“, entgegnete er. Und als solcher sei er ein Freund Israels und der Juden. Deren Beziehungen zu seinem Volk seien lange Zeit eng und gut gewesen. Das Kaiserreich habe von den Nationalsozialisten verfolgte Juden aufgenommen, und vor der Islamischen Revolution hätten Juden ihren Glauben im Iran frei praktizieren können, betonte der Schah-Sohn.

Störer bewirft Pahlavi mit roter Masse

Sein Engagement für die Heimat und ihr politisches Schicksal werde nicht allein von der exiliranischen Gemeinde unterstützt und sei keine Einmischung von außen. „Auch auf den Straßen im Iran wird mein Name gerufen“, so Pahlavi.

Unterdessen kam es zu einem Zwischenfall, als der Schah-Sohn das Gebäude der Bundespressekonferenz am Mittag verließ. Eine hinter die Absperrung der Polizei gelangte Person bewarf die Entourage mit einer dickflüssigen roten Masse und traf dabei sowohl Pahlavi als auch einen der Leibwächter des Berliner Landeskriminalamts. Die Beamten nahmen den Angreifer umgehend in Gewahrsam und führten ihn, gefolgt vom Tross der aufgebrachten Schah-Anhänger, in ein Polizeifahrzeug. (vo)

Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin um Unterstützung für die iranische Opposition. Foto: picture alliance / Anadolu | Halil Sagirkaya
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