BERLIN. Der Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, hat junge Männer zur Fahnenflucht animiert, falls es einen Verteidigungsminister von der AfD geben sollte. In einem Interview mit dem YouTuber Tilo Jung sagte er: „Dann können sie immer noch desertieren.“
Nachdem Banaszak erklärt hatte, dass er es für „notwendig“ halte, dass es „mehr Soldaten bei der Bundeswehr gibt“, hakte Jung nach. Er wollte wissen, wie sich junge Grünen-Wähler verhalten sollten, die sich deshalb freiwillig zur Bundeswehr verpflichteten: „Was sollen die machen, wenn es einen AfD-Verteidigungsminister gibt? Dem dienen?“
Nach einer längeren Pause gab der Grünen-Vorsitzende seine „Desertieren“-Antwort. Dann schob Banaszak hinterher, sein ganzes politisches Handeln sei darauf ausgerichtet, dass es keinen AfD-Verteidigungsminister gebe.
Banaszak: Weniger Loyalität
Jung insistierte, diese Konsequenz müsse Banaszak aber trotzdem bedenken. Er fragte erneut, ob die Soldaten dann desertieren sollten, wenn die AfD das Verteidigungsministerium führe. Banaszak zeigte sich nun etwas hilflos und sagte: „Ich gebe zu, dass ich diese Frage noch nie gestellt bekommen habe.“ Er gebe daher eine spontane Antwort.
Was tun bei einem AfD-Verteidigungsminister?
Grünen-Chef Felix Banaszak über ein dunkles Szenario für junge deutsche Soldaten: „Dann können sie immer noch desertieren“ pic.twitter.com/htscJZG7nz— Tilo Jung (@TiloJung) May 12, 2026
Dann schränkte er erneut ein: „Ich würde einem AfD-Verteidigungsminister und einer AfD-Regierung sicher nicht in der gleichen Loyalität gegenübertreten wie der demokratischen Regierung, die wir gerade haben.“
Auf Desertieren stehen fünf Jahre Gefängnis
Fahnenflucht ist eine schwere Straftat und wird mit bis zu fünf Jahre Gefängnis bestraft.
Als Jung anmerkte, das Inbetrachtziehen eines AfD-Verteidigungsministers sei „keine utopische Frage“, kam Banaszak ins Stottern. Er begann mehrere Sätze, brach sie dann jedoch wieder ab. Schließlich sagte er: „Ein Angriff Russlands auf die Nato und damit indirekt auch auf Deutschland ist gerade wahrscheinlicher als die Übernahme des Verteidigungsministeriums oder eines anderen Regierungspostens im Moment durch die AfD.“ Er wisse, dieses Szenario klinge „hart und man macht sich damit nicht beliebt“.

Jung fragte dann noch einmal nach dem Wehrdienst unter einem AfD-Verteidigungsminister. Schließlich bekräftigte Banaszak: „Wenn es so wäre, dann ist es besser, dem nicht zu dienen“. (fh)





