SCHWERIN. In Mecklenburg-Vorpommern steht ein früherer CDU-Fraktionsabgeordneter vor dem Wechsel zur AfD. Thomas Diener soll kommende Woche in die AfD-Landtagsfraktion aufgenommen werden. Das bestätigte AfD-Fraktionschef Enrico Schult dem „Nordkurier“.
Diener hatte die CDU-Fraktion erst vor wenigen Wochen verlassen. Als Grund nannte er unter anderem die Brandmauer zur AfD, die er ablehnt.
Außerdem warf er der Landes-CDU vor, den ländlichen Raum nicht ernst genug zu nehmen. Auch seine Platzierung auf der Landesliste hatte er kritisiert. Schult sagte, er habe in den vergangenen Wochen Gespräche mit Diener geführt. Die AfD-Fraktion werde am Dienstag über dessen Aufnahme beraten. Er rechne mit Zustimmung. Diener sei „fachlich und menschlich eine große Bereicherung“.

Kreistagspräsident jenseits der Brandmauer?
Über Dieners Nähe zur AfD war bereits länger spekuliert worden. Im vergangenen Jahr hatte er ein AfD-Sommerfest besucht und damit Kritik in der CDU-Fraktion ausgelöst. Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD in Mecklenburg-Vorpommern wie auch auf Bundesebene aus.
Der Wechsel hätte vor allem Signalwirkung. Die Legislaturperiode endet im September. Ein Platz auf der AfD-Landesliste ist für Diener nach Angaben des Nordkurier nicht mehr möglich, weil die Liste bereits feststeht. Brisant ist auch Dieners Rolle im Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort ist er Kreistagspräsident. Schult schloss nicht aus, dass Diener auch dort in die AfD-Fraktion wechseln könnte. Damit würde der Kreistagspräsident selbst auf die andere Seite der Brandmauer wechseln. (rr)






