Anzeige
Anzeige

Enormer Anstieg seit 2016: Wie stark der Fachkräftemangel den Mittelstand belastet

Enormer Anstieg seit 2016: Wie stark der Fachkräftemangel den Mittelstand belastet

Enormer Anstieg seit 2016: Wie stark der Fachkräftemangel den Mittelstand belastet

Dachdecker (Symbolbild): bei der Eindeckung eines Ziegeldaches fehlen Fachkräfte. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Dachdecker (Symbolbild): bei der Eindeckung eines Ziegeldaches fehlen Fachkräfte. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Dachdecker (Symbolbild): bei der Eindeckung eines Ziegeldaches. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Enormer Anstieg seit 2016
 

Wie stark der Fachkräftemangel den Mittelstand belastet

Kleine und mittlere Unternehmen sind in Deutschland besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen. Die Engpässe werden seit zehn Jahren immer eklatanter. Jedoch unterscheiden sie sich deutlich zwischen den Bundesländern.
Anzeige

KÖLN. Der Fachkräftemangel in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Im Jahresdurchschnitt zwischen Juli 2024 und Juni 2025 entfielen bundesweit sieben von zehn rechnerisch nicht besetzbaren Stellen auf den Mittelstand, wie aus einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hervorgeht. „Von 2016 bis 2025 ist die Fachkräftelücke in kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland um 51 Prozent gewachsen“, heißt es vom Institut.

Besonders gravierend war die Lage in Bayern. Dort blieben in KMU mehr als 75.000 Positionen unbesetzt. Damit konnte etwa jede zweite offene Stelle im bayerischen Mittelstand rechnerisch nicht besetzt werden.

Etwas günstiger stellte sich die Situation in den Stadtstaaten dar. In Berlin blieb rund jede fünfte Stelle vakant, in Hamburg und Bremen etwa ein Drittel. Auch in Nordrhein-Westfalen lag die Quote mit 28 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, obwohl dort mit über 40.000 unbesetzten Stellen die zweithöchste absolute Zahl verzeichnet wurde.

Viele unbesetzte Stellen im Mittelstand. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAB, IW / Grafik: iwd/JF

Deutliche Verschärfung seit 2016

Auch in der längeren Betrachtung ist der Fachkräftemangel gewachsen – seit 2016 um 51 Prozent. Den stärksten Zehnjahresanstieg verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von 236 Prozent. Starke Zuwächse gab es seitdem auch in Brandenburg (plus 139 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 123 Prozent) und im Saarland (plus 101 Prozent).

In Baden-Württemberg ging die Zahl unbesetzter Stellen dagegen zurück. Dies sei jedoch nicht auf ein größeres Arbeitskräfteangebot zurückzuführen, sondern auf eine gesunkene Nachfrage der Unternehmen infolge der Deindustrialisierung. „In dem industriell geprägten Bundesland ist das Stellenangebot in Berufen der Rohstoffgewinnung, Fertigung und Produktion durch den Strukturwandel stark zurückgegangen“, erklärt das Institut der deutschen Wirtschaft.

Mögliche Ansätze zur Fachkräftesicherung

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzen dem Institut zufolge viele Unternehmen auf eine stärkere Arbeitgebermarke. Diese soll sowohl neue Bewerber anziehen als auch vorhandene Mitarbeiter länger binden.

Ein weiterer Ansatz sind demnach gezielte Weiterbildungen. Viele kleine und mittlere Betriebe verfügten zwar über Weiterbildungsangebote, richteten diese jedoch häufig nicht systematisch an den tatsächlichen betrieblichen Bedarfen aus. Eine passgenaue Qualifizierung könne den Fachkräftemangel zumindest teilweise abfedern und zudem ermöglichen, ältere Beschäftigte länger im Unternehmen zu halten – ein Aspekt, der besonders in ostdeutschen und ländlichen Regionen relevant sei.

Eine zentrale Rolle in der Gewinnung von Fachkräften spiele weiterhin die Ausbildung. Allerdings ist der Anteil der KMU, die ausbilden, in den vergangenen Jahren geschrumpft. 2023 beschäftigten lediglich noch rund 18 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen Auszubildende. Neben fehlenden Bewerbern mangele es vielen Betrieben auch an personellen und finanziellen Ressourcen. Das Institut der deutschen Wirtschaft verweist auf die Agentur für Arbeit, die in solchen Fällen mit der assistierten Ausbildung eine Unterstützungsmöglichkeit anbiete. (rsz)

Dachdecker (Symbolbild): bei der Eindeckung eines Ziegeldaches. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles