BERLIN. Die Bundesregierung hat im Jahr 2025 anderen Staaten Schulden in Höhe von 119 Millionen Euro erlassen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner hervor. Seit dem Jahr 2000 summieren sich die erlassenen Forderungen auf 15,68 Milliarden Euro. Der Bundesrepublik Deutschland haben seit dem Jahr 2000 keine Staaten Schulden erlassen.
Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, entfielen die jüngsten Schuldenumwandlungen auf Ägypten mit 55 Millionen Euro, Tunesien mit 30 Millionen Euro, Indonesien mit 24 Millionen Euro sowie Guatemala und die Mongolei mit jeweils 5 Millionen Euro. Für das Jahr 2024 waren keine neuen Schuldenerlasse verzeichnet worden.
Brandner kritisiert Schuldenerlasse als falsche Priorität
Brandner übte daran scharfe Kritik. „Während die Bundesregierung hunderte Milliarden Euro neue Schulden macht und diese beschönigend als ‚Sondervermögen‘ bezeichnet, belehrt der Kanzler die eigene Bevölkerung, sie müsse mehr arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern“, sagte der AfD-Politiker der JUNGEN FREIHEIT.
Gleichzeitig habe Deutschland allein im Jahr 2025 anderen Staaten über 100 Millionen Euro Schulden erlassen, insgesamt mehr als 15 Milliarden Euro seit dem Jahr 2000. „Das ist ein politischer Offenbarungseid“, sagte Brandner. Wer im Inland Spareifer predige und im Ausland auf Forderungen verzichte, verliere das Gespür für Prioritäten.
Den größten Schuldenerlaß seit dem Jahr 2000 erhielt der Irak. Auf das Land entfielen rund 4,7 Milliarden Euro (JF berichtete). Es folgten Nigeria mit 2,4 Milliarden Euro und Kamerun mit 1,4 Milliarden Euro. Insgesamt schloß Deutschland seit der Jahrtausendwende mit 52 Staaten Abkommen zur Regelung von Schuldenerlassen. (sv)







