MAGDEBURG. Einen Monat vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben 21 Mitglieder des dortigen Landesverbandes des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) die Partei verlassen. Dazu zählen laut Mitteldeutscher Zeitung (MZ) Ex-Landesvize Sylvia Winkelmann-Witkowsky, die zugleich einem Kreisverband vorsteht, sowie zwei weitere Kreisvorsitzende.
In einer gemeinsamen Erklärung prangern sie einen „autoritären Führungsstil“ sowie „eine Kultur des Misstrauens und der Überwachung“ in der Partei an. Zudem stören sie sich an einer von ihnen so wahrgenommenen Annäherung an die AfD. „Auch im laufenden Landtagswahlkampf nehmen wir wahr, dass sich das BSW in Sprache und Themenwahl zunehmend an Positionen der AfD orientiert“, heißt es in dem Schreiben.
BSW-Chef ist dankbar für Austritte
BSW-Landeschef John Lucas Dittrich begrüßte den Schritt: „Es ist gut, dass nun Klarheit herrscht“, sagte er der MZ. Es bestünden zu den Abtrünnigen „unüberbrückbare inhaltliche Differenzen“. Die Austretenden wollten die CDU im Amt halten. „Wir treten für einen politischen Wechsel in Sachsen-Anhalt ein und gegen die Brandmauerpolitik der anderen Parteien.“ Dittrich, Jahrgang 2004, hatte im Februar gegenüber der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung betont, das BSW werde sich „an keiner Anti-AfD-Koalition mit den Altparteien beteiligen“. Die Brandmauer mache die AfD nur stärker.
Zugleich stellte er sich hinter die von Parteigründerin Wagenknecht vorgegebene Marschroute: Wagenknecht hatte zu Jahresbeginn erklärt, ihre Partei werde weder CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze noch seinen AfD-Kontrahenten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten wählen. In den jüngsten Umfragen lag das BSW in Sachsen-Anhalt bei vier Prozent und damit knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. (ser)






